Die Ratssitzung: Kein Knall-Effekt - aber ein mittlerer Paukenschlag allemal ...
Der Knall-Effekt war geplant. Den wollten Ratsfraktionen jenseits des schwarz-gelben Lagers zum Auftakt der neuen Legislaturperiode nur zu gern inszenieren, wenigstens hatten sie dieses anfangs verabredet. Okay – bestimmte Gesprächsinhalte schwappten dann trotz des ausgehandelten Stillschweigens an die Öffentlichkeit. Aber zu einem mittleren Paukenschlag in der konstituierenden Sitzung reichte es allemal.
Bevor sich Christdemokraten und Liberale nämlich recht versahen, lagen sie schon 0:3 im Hintertreffen, mussten den anderen, weil strategisch besser aufgestellt, notgedrungen das Feld überlassen. Bei der Bürgermeisterwahl, bei der Festlegung von Ausschussgrößen, bei der Ergänzung zur Hauptsatzung für Bedienstete in Führungspositionen – stets punktete die rot-grüne Seite. Mitsamt den Verbündeten.
So unterstrichen Heuer und Klas, deren selbstbewusste Wortführer, ein ums andere Mal ihren Anspruch, fortan dem alten Mehrheitsblock kräftig Paroli zu bieten. Zumindest punktuell dürfen die Zwei dabei auf die Unterstützung kleinerer Parteien bauen, dies schimmerte am Mittwochabend ebenfalls durch. Das Ergebnis cleveren Netzwerk-Managements im Vorfeld?
Ein Denkzettel für die CDU. Sie wirkte angesichts des gegnerischen Powerplays nervös, zudem leicht eingeschnappt. Wird bei der Union vielleicht insgeheim noch immer der Sieg von Markus Lewe zum OB gefeiert? Willkommen in der Realität.
Wolfgang Halberscheidt
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