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5038 beim Topspiel: Preußen schlagen Lotte mit 2:0 und sorgen für neue Spannung

Mehmet Kara (l.), Torschütze und auch Matchwinner, hat gleich den Arm von Benjamin Wingerter am Kinn. Auch zwei Gegenspieler stellten den Preußen nicht in den Schatten. [Fotos: Sven Hänscheid]
Vor der Saisonrekordkulisse von 5038 Zuschauern an der Hammer Straße hat sich der SC Preußen am Samstag bestens in Szene gesetzt. Mit dem 2:0 (1:0)-Sieg in der Fußball-Regionalliga über den bisher ungeschlagenen Ersten Sportfreunde Lotte besorgte Münster der Liga neue Spannung und rettete sich selbst die Aussicht, irgendwann noch ins Aufstiegsrennen eingreifen zu können.
13 Partien hatte Lotte unbeschadet überstanden, was jetzt nicht wirklich schlüssig erklärt wurde. Wie im August im Westfalenpokal blieben die Sportfreunde in Münster an den Preußen hängen, die einen sehr homogenen Auftritt zeigten und verdienter Sieger waren. Mehmet Kara und Massimo Ornatelli trafen zum siebten Dreier.
Capretti winkt ab, „Baka“ spielt mit
Die Preußen mussten kurzfristig auf Rino Capretti verzichten, der vor dem Spiel noch zweckloserweise behandelt wurde, aber abwinkte. Arthur Matlik ging in die Abwehrzentrale, vor ihm spielte erstmals von Anfang an Marvin Bakalorz auf der „Sechs“, also dort, wo er jüngst in der Westfalenauswahl überzeugte. Überraschend setzte Roger Schmidt auf einen neuen Spieler links offensiv: Michael Erzen verdrängte Marc Lorenz.
Aber nicht lange, denn Erzen vertrat sich nahe der Mittellinie und musste nach 20 Minuten verletzt (Verdacht auf Bänderriss) für Lorenz weichen. Der Eingewechselte preschte sofort gut in eine Ornatelli-Hereingabe, seinen Kopfball aber parierte Ex-Preuße Andre „Pogge“ Poggenborg.
Bis ungefähr zu dieser Szene hatte Lotte aus kontrolliert-sicherem Aufbau heraus die besseren Offensivszenen, an allen war Florian Dondorf beteiligt. Der Linksfuß und Zentralspieler legte ein paar Bälle sehr gescheit in den Raum und drehte von rechts die ruhenden Bälle vors Tor. Bei Standards eilten die langen Innenverteidiger Tobias Willers und David Czyszczon nach vorne, es wurde oft brenzlig vor dem Buchholz-Kasten.

Sehr emsig arbeitend stellte sich der hier von Sidney erwartete Stürmer Wojciech Pollok (r.) in den Dienst der Mannschaft. Ein Treffer blieb ihm verwehrt.
Erstes SF-Gegentor nach 448 Spielminuten
Den ersten Akzent mit Wirkung aber setzte Mehmet Kara mit dem 1:0 in der 26. Minute: Lotte bekam einen Ornatelli-Schuss nicht aus dem Raum, Kara
zog links an zwei Gegenspielern vorbei und traf per Linksschuss aus der Drehung ins lange Eck, da war der durchweg stark „Pogge“ (Foto) machtlos. Und sauer, dass Münsters Zentralmann so unbehellig geblieben war. Nach 448 Spielminuten ohne Gegentreffer kassierte Lotte mal wieder einen.
Der Erfolgsmoment machte Münster mutiger. Kara setzte wiederholt den schnellen Lorenz in Szene, der die linke Seite partout erobern wollte. Lotte kam hier ins Schwimmen, befreite sich kaum noch durch Kombinationsfußball, sondern eher durch schnelle Konter. Wenn der Ball ruhte, musste Münster aufpassen. Buchholz kam an eine Wingerter-Hereingabe so gerade eben noch dran, lenkte den Ball an die Latte.
Preußen beißen sich rein
Lotte musste was tun nach dem Wechsel, aber wenn Dondorf mal nicht an den Offensivaktionen beteiligt war, wirkten die Attacken (hohe Hereingaben) stereotyp und mithin ausrechenbar. Die Preußen bissen sich mehr und mehr in die Zweikämpfe, da stand niemand dem anderen nach. Sehr souverän agierte Jens Wissing defensiv, einmal zog er vorne alle in den Bann, scheiterte aber per Rechtsschuss.
Wenn Kara am Ball war, musste sich Lotte vorsehen, zumal Tore Gersch keine gute Figur machte als Defensivmann vor der Abwehr. Zwar dribbelte Münsters Torschütze ein paar Mal zu lange gegen eine Überzahl an, aber wiederholt sorgten seine Szenen für ein Raunen. Auszuschalten war Kara definitiv nicht. Im Konterspiel wirkte Münster gefährlich. Und überstand eine haarige Szene, als Fischer nach Sidney-Hereingabe per Aufsetzerkopfball an die Torlatte traf.
Zwei Szenen später aber fiel das 2:0. Einen nächsten Konter nahm Lorenz auf, seinen Schuss wehrte Poggenborg in die Mitte ab, wo Ornatelli cool blieb bei Ballannahme und Torschuss (71.).

Preußens Linksfuß Marc Lorenz (r.) sah nicht lange zu. Die Verletzung von Erzen gab ihm schnell eine neue Chance, der der dynamische Kerl auch gegen Timo Kunert (l.) zu nutzen wusste.
Thamm die letzte Option
Mit Alex Thamm zog Lotte 15 Minuten vor Schluss eine letzte Option. Der Lange orientierte sich nach vorne. So ganz viele Szenen aber kreierte Lotte nicht mehr, die Preußen ließen nichts Zwingendes zu. Sie blieben bis zuletzt hoch konzentriert, zweikampfstark und wach.
Thomas Austermann
Namen und Zahlen
Preußen: Buchholz – Fall, Matlik, Grembowietz, Wissing – Bakalorz (86. Loose), Nimptsch – Ornatelli, Kara, Erzen (20. Lorenz) – Pollok (79. Assauer).
Lotte: Poggenborg – Kunert, Willers, Czyszczon, Sidney – Gersch (75. Thamm), Wingerter – Pagano (82. Birdir), Dondorf, Kügler (64. Arend) – Fischer.
SR: Deniz Aytekin (Oberasbach/Bayern) – Zuschauer: 5038
Tore: 1:0 Kara (26.), 2:0 Ornatelli (71.)
Gelbe Karten: Lorenz – Fischer, Gersch, Sidney
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