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[17.05.2010 | ECHO]

Aus sechs mach eins: echo-muenster bekommt ein neues Format. Wir verabschieden uns von den Ressorts Aktuelles, Wirtschaft, Kultur, Hochschulen und Kaleidoskop. Die Sportkollegen werden in gewohnter Qualität weiterhin tagesaktuell berichten - und dies noch ausführlicher tun. Thomas Austermann und Lutz Hackmann bleiben also im wahrsten Sinne des Wortes „am Ball“. 

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Artistin Bianca Renz (20): "Zirkus ist mein Leben"

Bianca Renz

Bianca Renz - ein Zirkuskind mit Leib und Seele. [Foto: PD]

[09.11.2009 | Münster | BFB]

„Der Zirkus ist mein Leben“, da ist sich die 20-jährige Bianca Renz sehr sicher. Sie, die Tochter von Csilla und Henry Renz, ist zurzeit mit dem Circus Renz Manege zu Gast auf dem Hindenburgplatz. Bis morgen (Dienstag) noch.

Warum lassen sich so viele Menschen vom Zirkus faszinieren? Die Antwort der Artistin mit Leib und Seele kommt wie aus der Pistole geschossen. „Sobald der Besucher das Zelt betritt, taucht er ein in eine andere Welt. Es riecht nach Popcorn und die Artisten bewegen ihre Körper auf unnatürliche Weise. Das Publikum ist einfach verzaubert“, schwärmt die zierliche Frau.

"Ich tauche einfach nur ab"

Ein Phänomen, das auch für die Akteure gelte, offenbart Renz. „Bei der einer Vorstellung zum Beispiel habe ich mir mein Knie verletzt. In dem Moment aber, in dem ich die Manege betrat, habe ich es nicht mehr gespürt. Empfindungen wie Schmerz oder Hunger verfliegen wie von selbst. Ich tauche einfach nur ab“, beschreibt sie mit leuchtenden Augen ihre Gefühle.

Für die eigenen Kunststücke lässt sich Renz von den anderen Artisten inspirieren, gibt sie offen zu. Wie für ihre Hula-Hoop-Nummer etwa. „Ich musste mir vor lauter Begeisterung die Show einer Kollegin immer wieder ansehen. Später habe ich mir von ihr ein paar Tricks zeigen lassen“, erzählt sie, wie ihre erste Nummer für den elterlichen Zirkus entstand.  Den Rest hat sie sich dann selber beigebracht. Grundsätzlich aber sei sie für alles offen. Zurzeit tritt sie mit einer modernen Zauberer-Nummer ins Rampenlicht. Zu einem Musik-Mix aus mehreren Michael Jackson Songs.

"Viel von der Welt sehen, das ist gut"

Und das ständige Unterwegssein? Das, lacht sie, habe sie nie gestört. „Viel von der Welt sehen zu wollen, das gehört einfach zu meinem Charakter“, bekennt sie.
Und doch gibt es für sie noch eine Welt ohne Manege und Rampenlicht. Seit kurzem hat sie ihr Abi in der Tasche. „Doch in den letzten beiden Jahren meiner Schulzeit in Friedberg, habe ich mir das Zirkusleben herbeigesehnt.“ Die Schule war nicht ihr Lieblingsort. Vor allem in Mathe sei sie eine echte Niete gewesen, gesteht sie.

Bianca Renz hängt zwar mit jeder Faser ihres Herzens am Zirkus, doch ist sie auch Realistin genug zu wissen, dass es für sie auch noch eine andere Perspektive geben muss. „Ab einem gewissen Alter wird das Leben als Artistin schwer“, weiß sie genau. Für sie ist es deshalb wichtig, sich ein zweites berufliches Standbein aufzubauen. „Ich könnte mir vorstellen, Kommunikationswissenschaft oder etwas anderes im Medienbereich zu studieren“, sagt sie noch etwas unentschlossen.

Aus der Manege an die Uni?

„Aber zurzeit leben ich noch in einer anderen Welt - von der Realität abgeschottet. Hier sind meine Gedanken zum Studium weit weg“, meint die 20-Jährige. Nach etwas längerer Überlegung äußert sie einen weiteren Wunsch: „Studieren in Australien, das wäre schon toll“. Das Land hat sie als Austauschschülerin schon kennengelernt.  Doch auch Münster als Universitätsstadt wäre für sie reizvoll. Aber noch ist es nicht soweit, noch tourt sie ein Jahr lang mit dem Circus Renz Manege durch Europa.

Kerstin Sander

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