Futsal-Auftakt als schiefes Bild: UFC quält sich gegen dezimierte Germania

Germanias zweiter Keeper Stephan Golombek rettet gegen UFC-Spieler Tino Ruggio, wobei ihm Arne Bartels (l.) gerne hilft. [Fotos: Austermann]
Die westdeutsche Futsal-Liga feierte keinen Einstand nach Maß, nimmt man mal die Spielqualität als Kriterium. Das erste Duell der Zehnerliga mutierte zu einem Vergleich, der sich beinahe der Wertung entzieht. Im Gymnasium St. Mauritz wehrte sich Germania Mauritz arg dezimiert gegen den dreimaligen Titelträger UFC Münster und musste die Partie einfach verlieren. Mit 2:8 (2:3) hielt die brasilianisch-deutsche Mischung die Niederlage in Grenzen.
Ersatzgeschwächter als gedacht stellte sich die Auswahl von Geraldo Marques (Foto) dem Favoriten – ein Umstand, der den Ausschlag geben sollte. Denn
beim Stande von 1:0 für Mauritz sah TuS Hiltrups Fußballer Wewerson Gelb-Rot, verletzte sich sein Offensivpartner Rodrigo folgenschwer am Sprunggelenk, schied schließlich auch Ronaldo später in Halbzeit eins am Knie verletzt aus. Es gab keinen Feldspieler mehr, der als Ersatz hätte auflaufen können.
Torwart als Ausputzer im Feld
Um nicht in Unterzahl zu Ende spielen zu müssen, wechselte Torwart Christian Geldschläger ins Feld und half dort quasi als letzter Mann seinem Vertreter Stephan Golombek, der sich tapfer den Schüssen des UFC stellte. Gereon Quick, Tino Ruggio und Kollegen mühten sich spürbar verkrampft und ideenlos, aus der Überzahl etwas zu machen. Wie eine minimierte Handballauswahl gruppierte sich Germania am Sechs-Meter-Kreis und spielte auf Risikovermeidung.
Das gelang auch lange Zeit, bis Malte Limbrock mit dem 4:2 denn Bann brach und später Wendelin Kemper, Max Mugrauer, der vorher viel zu früh gen Abschluss agierende Ruggio und nochmal Limbrock das Resultat festschrieben. Der UFC nahm den ersten Dreier hin, zur Zufriedenheit sah niemand einen Grund.
Zwei Brasilianer müssen raus
Die Germania war vor der Pause durch Wewerson (Foto l.) in Führung
gegangen, Tobias Lüft glich aus, als Wewerson nicht mehr auf dem Platz stand. Der verwarnte Brasilianer sah Gelb-Rot von Schiedsrichter Gereon Melchers. Die zu harte Sanktion wurde verhängt, als sich Wewerson die Arme hoch reißend - eher fragend als schimpfend - an Melchers wandte. Der Torjäger wunderte sich, dass ein Zupacken von UFC-Keeper Tomasz Luzar gegen Rodrigo nicht mit Freistoß geahndet wurde.
"Meckern muss unterbleiben"
Melchers verteidigte seine Entscheidung: „Ich habe frühzeitig darauf hingeweisen, dass das Meckern unterbleiben muss.“ Gemeckert wurde in der Tat vor dieser Aktion öfter, aber in dieser Aktion eben nicht.
Wewerson musste jedenfalls raus, Rodrigo verletzt auch. Der UFC legte das 2:1 vor (Kemper), kassierte aber unaufmerksam das 2:2 durch Arne Bartels, ehe Till Vogel für den schmeichelhaften Halbzeitstand sorgte. Dann nahm die zweite Halbzeit den beschriebenen Verlauf.
Thomas Austermann
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