Benutzeranmeldung
Bildungsstreik - Demonstranten ziehen erneut durch die Stadt: "Unmut über mangelnde Dialogbereitschaft des Rektorats"

Über 45 Bildungsstreiker versammeln sich am Abend vor dem Fürstenberghaus - trotz des schlechten Wetters. Kurze Zeit später ziehen sie wieder durch die Stadt. [Foto: Sven Hänscheid]
Es pladdert in Strömen. Kein Wetter, um vor die Tür zu gehen, zumal die Regengüsse später in heftige Gewitter umschlagen. Doch jener harte Kern von Studierenden, der tagsüber aus Verärgerung über die erneute Polizei-Präsenz auf dem Campus eine neue Demonstration ankündigte, trotzt der schlechten Witterung, versammelt sich gegen 18 Uhr vor dem Fürstenberghaus.
Der Treffpunkt. Am Morgen, kurz nach sechs Uhr, sollte der von Besetzern in Beschlag genommene F1 von Einsatzkräften geräumt werden, nachdem WWU-Rektorin Dr. Ursula Nelles zuvor Strafantrag gestellt hatte. Doch die Aktivisten verließen noch vor Eintreffen der Beamten das Gebäude, kurze Zeit danach wurden dann in der Nähe sechs Personen gesichtet (echo-muenster berichtete). Ermittlungen müssen jetzt ergeben, ob sie zur Schar der Protestierenden gehören.
Bessere Rahmenbedingungen
Über 45 Teilnehmer, ausgestattet mit Flüstertüte und Spruchbändern, machen sich nun auf den abendlichen Weg durch die City. Neben den bekannten Forderungen nach besseren Rahmenbedingungen für ihr Studium treibt die Schar „Unmut über die mangelnde Dialogbereitschaft der Uni-Leitung“ auf die Straße.
„Die Kollegen von Frau Nelles“, wettert einer der Sprecher (aus Angst vor Repressalien behält er seinen Namen für sich) auf Nachfrage, „lösen Besetzungen erheblich konstruktiver, erheblich geräuschloser. Sie setzen sich ernsthaft mit den Problemen auseinander, tolerieren Hörsaal-Aktionen großzügiger. Hier in Münster scheint man aber nur die eine Lösung zu kennen – den Ruf nach der Polizei. Was für ein Armutszeugnis.“
"Gewisse Sogwirkung"
Dass aktuell in Leipzig von dortigen Bildungsstreikern just jene Tagungsstätte okkupiert wurde, in der die Hochschulrektorenkonferenz zu Beratungen zusammen kommen will, dass darüberhinaus im europäischen Ausland ähnliche Vorhaben geplant sind, davon erhoffen sich die Protagonisten eine "gewisse Sogwirkung" für die Diskussion ihrer inhaltlichen Ziele.
Gegen 20 Uhr meldet die Polizei: Demo beendet. Keine besonderen Vorkommnisse. Bis auf die Tatsache, dass nach Auskunft der Leitstelle über zwanzig Demonstranten im Schloss eine Sitzung des Studierendenparlaments aufsuchen ...
Dieser Artikel könnte Sie auch interessieren:
[29.06.2010 | TA]Vereine und Fans erhöhen den Druck auf den DFB. Der Dachverband möge, so ist der Tenor, die Fußball-Regionalliga so reformieren, dass diese Spielklasse den Möglichkeiten und Ambitionen der so genannten Traditionsvereine gerechter wird als bisher.
[09.05.2010 | ECHO]Ulrike Meinhof, die RAF-Terroristin. Ihre erste Studentenwohnung befand sich in Münster, an der Steinfurter Straße. Hier war sie im Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS) aktiv, schrieb Aufrufe, veröffentlichte Artikel, gründete mit 20 Kommilitonen den Arbeitskreis für ein kernwaffenfreies Deutschland.
[04.05.2010 | ECHO]Während Münsters Politiker mit Blick auf die Landtagswahl am 9. Mai noch über das Für und Wider neuer bildungspolitischer Wege diskutieren, geht ein Teil der Betroffenen bereits auf die Straße: So haben mehr als 130 Lehrerinnen und Lehrer am Dienstag, 4. Mai, vor der Bezirksregierung für gerechte Gehälter protestiert.
[02.05.2010 | ECHO]Auf der Mai-Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) im Rathaus-Innenhof sprachen neben der AStA-Vorsitzenden Clarissa Stahmann auf Studierenden-Seite auch Marietta Wildt und Jerome Drees.
[18.04.2010 | ECHO]Der Haushaltsausschuss des Studierendenparlaments der
Universität hat beschlossen, den Parlamentariern die Annahme des
Finanzantrags des Bildungsstreiks in Münster zu empfehlen. Das berichtet das unabhängige Fachschaften-Forum (uFaFo) in einer Pressemitteilung.
Archiv
Am 7.7.2010 ist der Umzug in unser neues Zuhause echo-muenster.de (ohne www.) erfolgt. Auf vielfachen Wunsch bleiben die gesamten bisherigen Inhalte weiterhin hier erreichbar:



