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[17.05.2010 | ECHO]

Aus sechs mach eins: echo-muenster bekommt ein neues Format. Wir verabschieden uns von den Ressorts Aktuelles, Wirtschaft, Kultur, Hochschulen und Kaleidoskop. Die Sportkollegen werden in gewohnter Qualität weiterhin tagesaktuell berichten - und dies noch ausführlicher tun. Thomas Austermann und Lutz Hackmann bleiben also im wahrsten Sinne des Wortes „am Ball“. 

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Theater spielend zum Ausbildungsplatz: „JobAct“ bereitet Jugendliche aufs Berufsleben vor

Teilnehmer von "JobAct"

Bei "JobAct" lernen junge Männer und Frauen mit viel Spaß, worauf es in der Arbeitswelt ankommt. [Foto: Sander]

[09.12.2009 | Münster | KSA]

„Geht rückwärts, auf Zehenspitzen“, lauten die klaren Anweisungen des Theaterpädagogen Gunther Möllmann an die zehn jungen Menschen. Mit Begeisterung folgen sie ihm – beim typischen Warm-Up im Rahmen des Projektes „JobAct“. Seit Oktober wird die Kooperation der Projektfabrik e.V. und des Jugendausbildungszentrums JAZ erstmals in Münster angeboten.

„Zwei Phasen machen die Idee von JobAct aus: In der ersten wird gemeinsam mit den Jugendlichen ein Theaterstück erarbeitet – von der Idee bis zur Aufführung. Parallel dazu nehmen sie einmal wöchentlich an einem Bewerbungstraining teil“, erklärt Frauke Hüntemann, Mitarbeiterin in der Projektfabrik. „Im zweiten Schritt, nach der Theateraufführung, absolvieren die Teilnehmer ein fünfmonatiges Praktikum. Ziel ist es dabei, im Anschluss eine Ausbildung zu beginnen.“ Dieses Konzept, finanziert durch die Arbeitsgemeinschaft Münster (Arge), richtet sich an jugendliche Arbeitslose zwischen 18 und 25 Jahren. „Mit Hilfe theaterpädagogischer Methoden sollen die Jugendlichen viel über sich lernen und so auf das Arbeitsleben vorbereitet werden“, erläutert Hüntemann.

Einzel- oder Gruppenimprovisationen

Mit Freude und ohne Hemmungen zeigen die jungen Männer und Frauen, wie beispielsweise Einzel- oder Gruppenimprovisationen aussehen können. Dabei arbeiten sie mal mit, mal ohne Themenvorgabe. „Wir lernen hier viel für unser späteres Berufsleben. So erfahren wir, was unsere Körpersprache über uns aussagt“, berichtet einer der Jungen begeistert. Das Besondere an diesem Projekt: „Wir sind alle erstaunt gewesen, wie schnell wir uns öffnen konnten und wie schnell wir zu einer Gruppe geworden sind“, sind sich alle Teilnehmer einig.

Nachgestellte Vorstellungsgespräche

Mithilfe nachgestellter Vorstellungsgespräche werden sie auf das richtige Auftreten beim Arbeitgeber vorbereitet. „Dabei wird den Akteuren Chef und Bewerber auch ein Feedback über ihre Sprache sowie Körperhaltung gegeben“, erklärt Möllmann. Die Übung leitet er zusammen mit der Sozialpädagogin Antje Verhoeven vom JAZ, die auch für die Schulungen rund um das Thema Bewerbung zuständig ist.

Hohe Erfolgschancen

Seit Anfang 2005 wurde „JobAct“ 40 Mal in ganz Deutschland durchgeführt. „Durch die momentane wirtschaftliche Lage ist es aber schwieriger geworden, Ausbildungsplätze für die jungen Menschen zu finden“, räumt Marlies Richels, JAZ-Leiterin, ein. „Unsere Erfolgschancen liegen aber weiterhin bei 60 Prozent“, ergänzt Hüntemann.

Falls dann aber doch keine Lehrstelle in Sicht ist, werden die Jugendlichen nicht alleine gelassen. „Wir von der Arge werden uns dann um sie kümmern“, sagt Heiko Kockmann, Arbeitsvermittler für jugendliche Arbeitssuchende.
In Münster wird das „JobAct“-Theaterstück voraussichtlich im April 2010 im Paul-Gerhard Haus aufgeführt.

Kerstin Sander

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