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[17.05.2010 | ECHO]

Aus sechs mach eins: echo-muenster bekommt ein neues Format. Wir verabschieden uns von den Ressorts Aktuelles, Wirtschaft, Kultur, Hochschulen und Kaleidoskop. Die Sportkollegen werden in gewohnter Qualität weiterhin tagesaktuell berichten - und dies noch ausführlicher tun. Thomas Austermann und Lutz Hackmann bleiben also im wahrsten Sinne des Wortes „am Ball“. 

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Zum Fest: Balance finden zwischen Trubel und Entspannung

Porträt: Prof. Dr. Georg Juckel

Psychiater Prof. Dr. Georg Juckel:

[19.12.2009 | Münster | ECHO]

Fest der Liebe? Frohes Neues...? Von wegen. In vielen Familien hängt - trotz guter Vorsätze - über Weihnachten und Silvester der Haussegen schief. Psychiater Prof. Dr. Georg Juckel, zugleich Ärztlicher Direktor beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe, erklärt, warum am Jahresende häufiger gestritten wird - und wie der Zoff vermieden werden kann.

Wieso sind die Feiertage oft der Nährboden für Konflikte?

Juckel: An Weihnachten verbringen durch Vorbereitungen ohnehin gestresste Ehepaare und Familien mehr Zeit zusammen. Die Leute sind zu Hause, man kann sich nicht so gut aus dem Weg gehen. Im Alltag verdeckte Konflikte können unvermittelt aufbrechen. Zudem herrscht eine gewisse Endzeitstimmung. Wieder ist ein Jahr vergangen, vielleicht wieder eines, das weniger erfolgreich war. Man fragt sich, wie schnell die Zeit vorüber geht.

Gibt es Möglichkeiten, Streit zu vermeiden?

Juckel: Eine Balance aus Trubel und Entspannung ist das Entscheidende. Nicht zu viele Verwandtenbesuche planen, sondern lieber einmal nur mit dem Partner oder der Kernfamilie zusammen sein, sei es nur für ein paar Stunden. Weihnachten in die Sonne zu reisen, kann zwar eine Alternative sein, aber es ist häufig auch ein Stück Vermeidungsverhalten. Dann kommt Silvester, wo jeder glaubt, man müsste besonders fröhlich sein und eine knallige Silvesterparty ausrichten oder besuchen. Sehr wohltuend ist hier die Erkenntnis, dass Silvester auch einmal ruhiger begangen werden kann.

Und wenn es trotzdem kracht?

Juckel: Dann ist es sicherlich das Beste, das Festtagsprogramm zu unterbrechen und darüber in Ruhe zu reden. Es ist wichtig, Gefühle und Gedanken zu reflektieren und klar anzusprechen, worin man Probleme sieht – idealerweise natürlich schon vor dem Fest, damit sich trotz allem eine gewisse "Besinnlichkeit" einstellen kann. Schließlich sind die Weihnachtszeit und der Jahreswechsel Tage des Innehaltens und des Rückbesinnens. Wir fragen uns, was gut und was eher schlecht gelaufen ist, wie nah man sich war und wie es vielleicht im nächsten Jahr werden kann.

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