Silvesterlauf: Pehrs zaubert eine 31-er-Zeit aus dem Hut

Start der 10-km-Konkurrenz: Mit dabei schon der spätere Sieger Florian Pehrs (Mitte/Nr. 582). [Fotos: Hackmann]
Das war schon à la bonne heure, was der Bad Bentheimer Florian Pehrs sich da zum Jahres-Kehraus nochmal aus den Laufschuhen schüttelte: In einer für die Witterungsverhältnisse bombigen Zeit von 31:38 Minuten gewann der 20-Jährige vom TuS Gildehaus die 10-km-Konkurrenz beim Silvesterlauf der Laufsportfreunde Münster.
Genau 1468 Athleten hatten sich um die Mittagszeit an der Sentruper Höhe eingefunden, um letztmalig im Kalenderjahr den Kampf gegen sich selbst und die Uhr aufzunehmen. Gut 300 Starter weniger als im letzten Jahr. Doch angesichts der Wetterlage ein ausgemacht ordentliches Ergebnis für die LSF, deren Orga-Helfer die Fünf-Kilometerrunde über Haus Kump am Aasee vorbei vorzüglich präpariert hatten. „Es hat überhaupt keine Klagen gegeben“, berichtete LSF-Mann Jürgen Sieme.
ESV-Athleten siegen über 5 km
Im Mittelpunkt der 21. Auflage des Silvesterlaufs standen natürlich die 10 km, für den 619 Männer und 245 Frauen gemeldet hatten. Über die 5 km waren zuvor auch immerhin fast 400 Läufer gestartet. Hier gingen die Siege an den ESV Münster: Pascal Hille (Foto)dominierte die Männer-Konkurrenz eindeutig. Und auch wenn der 26-Jährige 15 Sekunden über seiner Silvesterlauf-Bestzeit von 15:50 Minuten blieb, war es eine ordentliche Leistung. Auf die Plätze zwei und drei liefen Axel Keil (16:19) und Sascha Hoffmann (16:30). Schnellste Frau war Hilles Klubkameradin vom ESV, Nina Schüler, die die Konkurrenz in Grund und Boden lief: Mit 18:29 Minuten ging die 29-Jährige durchs Ziel, nahm den beiden schnellen A-Jugendlichen von den LSF, Johanna Rellensmann (19:35) und Lisa Schmiedeshoff (19:52) auf den Plätzen zwei und drei weit mehr als eine Minute über die Distanz ab.
Pehrs setzt sich früh ab
Ähnlich deutlich war die Kluft bei den Männern über die 10 Kilometer. Florian Pehrs setzte sich schnell ab und verwies den Steinfurter Christoph Hakenes und den Münsteraner Steffen Schnieders von den Laufsportfreunden auf die Plätze. Dabei war Pehrs, der in Münster seinen ersten 10-km-Wettbewerb lief, schon nach einem halben Kilometer davongezogen. „Ich wollte das eigentlich gar nicht so schnell angehen, aber nach 500 Metern war ich schon vorne dran“, so Pehrs nach dem Lauf.
Bereits zur Halbzeit hatte der Grafschafter satte 43 Sekunden auf seine Verfolger Hakenes und Schnieders herausgelaufen, LSF-Athlet Achim Aretz folgte auf Platz vier mit 90 Sekunden Rückstand nach einer Runde. Pehrs lief auch auf der zweiten einfach sein Rennen weiter und kam so auf die fabelhafte Zeit. Besonders für einen Mittelstreckler, der seinen Ausflug auf die Langstrecke so erklärte: „Im Winter macht man halt viel Grundlagentraining. Und so macht es doch viel mehr Spaß, als wenn man alleine läuft!“ Auch ein Gesichtspunkt…
Großes Pech für Straeten
Schnellste Frau über die lange Distanz war die Münsteranerin Sandra Lüring, die in 37:58 Minuten finishte. Allerdings profitierte Lüring vom Unglück der Ratio-Athletin Friederike Straeten, die das Feld bis 250 Meter vorm Ziel angeführt hatte. Die junge LGR-Läuferin, die bei Kilometer sieben angezogen und sich abgesetzt hatte, verspürte nach neun Kilometern einen Druck in der Leiste, der sich beim Einlauf auf die Tartanbahn zu einem rasenden Schmerz entwickelte. Straeten musste sofort stehen bleiben. „Sie konnte sich überhaupt nicht mehr bewegen“, so LGR-Trainer Jörg Riethues, dessen Athletin mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus musste. Die Genesungswünsche von Lüring, die den Sieg in persönlicher Bestzeit mit 35:21 Minuten sozusagen geerbt hatte, gingen natürlich in Richtung Straeten.

Und Stopp: Sandra Lürings Uhr machte bei 37:58 halt.
Kelly auf der Leeze
Ach ja, auch dieses Jahr war Joey Kelly von der Kelly Familiy wieder mit von der Partie. Während sein Freund Thomas Bäumer, Aufsichtsrats-Chef des Fußball-Regionalligisten Preußen Münster, die 10-km-Strecke per pedes anging, begleitete Kelly den Tross auf dem Fahrrad. Einmal ein anderer Aspekt für den Promi.
Lutz Hackmann
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