Tour-Tagebuch (4) - Vossi goes America: Sean Penn saß inkognito in der Show

Bei Madmax, Münsters Heavy-Band, hat Michael Voss (rechts) die Frontmann-Rolle inne. Jetzt war er zusammen mit der Michael Schenker Group in Amerika unterwegs. [Foto: PD]
Michael Voss, Frontmann bei der hiesigen Heavy-Band "Mad Max", weilte mit seinem Spezi Michael Schenker und dessen Band über den Jahreswechsel auf Konzertreise durch Amerika. Exklusiv für echo-muenster.de berichtet er über Eindrücke und Erfahrungen aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten.
Nachfolgend gibt's aus dem ganz persönlichen Tour-Tagebuch den neuen Eintrag, der allerdings aufgrund technischer Übermittlungsprobleme erst jetzt, nach der Rückkehr aus den Vereinigten Staaten, für die Veröffentlichung zur Verfügung steht.
1. Januar 2010 - Santa Clara, Avalon Nightclub
Liebe Rockgemeinde, auf geht es in die vierte und letzte Staffel meines kleinen Tagebuchs. Nachdem wir unseren kleinen Neujahrs-Kater ausgeschlafen haben, machen wir uns auf den Weg nach Santa Clara, um den dortigen Avalon Nightclub aufzumischen.
Einige Freunde von mir, die sich aus Seattle angemeldet haben, treffe ich in der Eingangshalle unseres schmucken Designerhotels. Natürlich freue ich mich total, dass die Drei den weiten Weg aus dem Norden zu uns gefunden haben. Ich statte sie mit Backstagepässen aus und verabschiede mich in Richtung Club, zum Soundcheck. Am Abend vor der Show treffen noch einige wichtige Agenten aus der Bay Area ein.
Darunter auch eine Bookerin, die exclusiv für die weltweit bekannte Marketingcompany ,Livenation' (U2, Madonna) arbeitet. Ich sehe meine Chance gekommen, knüpfe zarte Bande und bringe meine Band Madmax ins Gespräch. Man tauscht freundlich Visitenkarten aus und verabschiedet sich in die Nacht, die jedoch recht kurz wird: meine Freunde aus Seattle warten schon auf dem Hotelzimmer mit gekühlten Drinks. Na, dann wollen wir mal Neujahr feiern. Und hoch die Tassen.
Ein Musiker nach dem anderen klopft an meine Zimmertür und schlussendlich sind alle in meiner Suite versammelt. Keyboarder Wayne spielt uns mitten in der Nacht bei Level 10 seine neueste Produktion vor: Crazy like Hell! Irgendwann löst sich das ganze Tohuwabohu auf und ich döse sanft ein.
02. Januar 2010 - Fairfax, 19 Broadway
Gleich zu Beginn des Tages prasselt eine Hiobsbotschaft auf uns herab: die letzte Show in Concord wird gecancelt. Grund: die Agentin ist mit der Vorkasse abgehauen. Crazy like Hell. Egal, dann halt den letzten Tag geniessen.
Unser Tourmanager Tony Lopez nimmt Wayne und mich mit zur Golden Gate Bridge. Wir knattern an Alcatraz vorbei, passieren das neue Hochsicherheitsgefängnis St. Quentin und werden überraschend von einem der weltbesten Gitarristen, Jeff Watson (Ex-Nightranger; Hit Single: Sister Christian) zum Lunch in sein Haus eingeladen. Dort präsentiert er uns mitten in Mill Valley sein neues Studio und zur Krönung kommt noch sein Kumpel Robert Price, seines Zeichens Chef des Top Restaurants Bungalow 44, vorbei, um uns ,Oysters & Unions´ zu kredenzen. Mmmh...lecker... natürlich werden beide samt Begleitung zum Abschluss der Tournee am selbigen Abend zur Show eingeladen.
In Fairfax angekommen, begrüßt uns ein rüstiges Rentnerpaar. Total nett. In der nebenliegenden Wohnung, welche auch als Garderobe genutzt wird, riecht es irgendwie nach süßlichem Rauch. Keine Ahnung, was hier abgeht, aber scheinbar ist hier überall Woodstock. Haha.
Die letzte Show läuft blind und dann hechten wir ab in unsere Dressing-Rooms. Jeff Watson und Robert Price sind auch schon zugegen, so unterhalten wir uns angeregt. In der Ecke sitzt ein unscheinbarer Mann mit einer Rasta-Frisur. Ich denk mir, na mal schau´n, was der so zu berichten hat. Wir erzählen über unsere Families, Kinder und Alltägliches. Netter Typ, denk ich mir, bis Tony Lopez mich anstupst und mir zuzwinkert: Weißt du denn nicht, wer das ist? Nö, sag ich... Mensch Michael, das ist doch Mike Bordin, der Drummer von Ozzy Osbourne und Faith No More. Wow.. so klein ist die Welt. Ferner höre ich noch, dass inkognito eine andere Celebrity der Show beigewohnt hat: Sean Penn - uuuaaahhh. Irre - .aaameriiiicaaaaaaaaaaaa!.
3. Januar, 2010 - Los Angeles, Sportsmens Lodge
Hey Leute, was soll ich sagen, es war eine tolle, kurzweilige Zeit und ich nutze die letzten beiden Tage, um noch ein bisschen LA-Luft einzuatmen. Sunset Boulevard, das Rainbow und ein Besuch bei einem Italiener sind angesagt. Prima Abschluss.
Wir nächtigen in der Sportsmens Lodge in Studio City. Hier finden wir sämtliche TV-Studios wieder wie Hallmark etc., und so verwundert es auch nicht, dass an den Wänden dieses altehrwürdigen Hotels signierte Aurogrammkarten wie die von Steve Mc Queen, Errol Flynn, Marlene Dietrich und Co. hängen.
Am Nachmittag besuchen wir den legendären Schlagzeuger Simon Phillips (Toto) in seinem Studio, da er zusammen mit der MSG Elektrik-Version gleich im Anschluss an diese Akustiktournee mit nach Japan reist, wo am 13. Januar 2010 im Rahmen einer siebentägigen Tournee in der ausverkauften Sunplaza Hall in Tokio die 30th Anniversary ´One night in Budokan´-Live DVD mit sechs Kameras aufgenommen wird.
Da ich die Ehre habe, das komplette Album auf 5.1 Surround bearbeiten und abmischen zu dürfen, gibt es hier und da noch einige Dinge zu regeln, die mit Simon ausgetauscht werden müssen. Am Bass mit dabei sein wird kein Geringerer als Neil Murray (Whitesnake, Black Sabbath). Tolle Besetzung für Japan:
Michael Schenker - guitars
Gary Barden - vocals
Neil Murray - bass
Simon Phillips - drums
Wayne Findlay - keyboards
Und Michi Voss als Tonmeister am Mischpult. Yeah. Na, ich fliege also jetzt mal schnell nach Hause, um mich im eigenen Kidroom Studio iin Gelmer auf die Audiodateien aus Fernost vorzubereiten und den Mixdown zu erstellen. Aber das ist eine andere Story.
Peace, enjoy life,
euer Vossi
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