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Pontifikalamt mit Münsters Karnevalisten: Erster Prinzenempfang für Bischof Felix Genn

Bischof Felix Genn. [Foto: Bistum Essen]
Für Bischof Felix Genn ist es eine Premiere: Zum ersten Mal zelebriert er am Sonntag, 7. Februar, für Münsters Karnevalisten ein feierliches Hochamt im Dom. Am Vortag heißt es beim Prinzenempfang: „Exzellenz trifft Tollität“.
Auch für den Prinzen Andreas Koch sind die „K- und K-Termine“ am Domplatz eine Premiere. Doch ist er kein Laie: Als Junge war der 46-Jährige Messdiener in Heilig Kreuz, war viele Jahre katholischen DJK-Verband aktiv und kennt sich im kirchlichen Milieu aus. Er gehört der ältesten Karnevalsgesellschaft an, der KG Freudenthal von 1833.
Über 30 Karnevalsgesellschaften
Am Sonntag wird der Bischof von Münster zum 22. Mal ein Pontifikalamt für die Mitglieder der über 30 Karnevalsgesellschaften der Stadt zelebrieren. Viele Jahre hat diese Aufgabe der inzwischen zum Ehrenprinzgardisten ernannte Reinhard Lettmann übernommen, 2010 ruft erstmals Bischof Felix Genn zu der Feier auf. Der gebürtige Trierer kennt sich seit Kindheitstagen aus mit dem närrischen Treiben vor Aschermittwoch: „Ich komme aus dem Rheinland, da schunkelt man automatisch, wenn der Karneval beginnt.“,Aber: Einen episkopalen Prinzenempfang kennt er weder aus seiner Heimat noch aus seiner bisherigen Bischofsstadt Essen.
Langjährige Tradition
Der festliche Gottesdienst mit den „Karnevalsfreunden“, wie es im Liturgieplan des Domes heißt, hat eine langjährige Tradition seit 1988. Mitte der achtziger Jahre war bei einem Empfang von Bischof Reinhard Lettmann für Münsters Prinzengarde von 1896 die Idee geboren worden, an einem Sonntag mitten in der Session zu einer Eucharistiefeier für die Karnevalisten in den Dom einzuladen. Die Pontifikalämter zeichneten sich von Anbeginn durch eine würdige Liturgie und eine besondere kirchenmusikalische Gestaltung aus.
Liturgische Laiendienste
Die Dommessdiener wissen, dass sie bei dieser Messfeier „dienstfrei“ haben. Wie in all den Vorjahren übernehmen wieder gestandene Karnevalisten mit „Messdienerkarriere“ die liturgischen Laiendienste, unter ihnen mehrere Prinzen Karneval. So wird Ehrengeneralprinzmarschall Ernst Albers die Lesung vom 5. Sonntag im Jahreskreis vortragen. Als Nachfolger des legendären „Mäkki“ Reuter, Münsters erstem Nachkriegsprinz von 1949, wird Hermann Limberg (Prinz 1998) das ehrwürdige mittelalterliche Kapitelskreuz vorantragen. Die Fürbitten spricht das Stadtjugendprinzenpaar, Marleen Waltersmann (KG Narrenzunft Aasee) und André Wichtrup (KG Hiltrup). Für den musikalischen Rahmen sorgen das Kolping-Blasorchester Albersloh und die „Fidelen Bierkutscher“ (MGV Quartettverein Rheingold).
Entzündung der Friedenskerze
Vor dem Schlusssegen des Bischofs wird Prinz Andreas IV. selbst das Wort ergreifen. Nach dem Gottesdienst entzünden Generalprinzmarschall Andreas Wissing und Prinz Andreas Koch mit seinen Adjutanten Rolf Jungenblut, Hermann Micklinghoff und Thomas Christenhusz am Grab des seligen Kardinals Clemens August Graf von Galen in der Ludgeruskapelle des Domes eine „Friedenskerze“.
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