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[17.05.2010 | ECHO]

Aus sechs mach eins: echo-muenster bekommt ein neues Format. Wir verabschieden uns von den Ressorts Aktuelles, Wirtschaft, Kultur, Hochschulen und Kaleidoskop. Die Sportkollegen werden in gewohnter Qualität weiterhin tagesaktuell berichten - und dies noch ausführlicher tun. Thomas Austermann und Lutz Hackmann bleiben also im wahrsten Sinne des Wortes „am Ball“. 

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Mark Monhof
[07.07.2010 | LUH]

Allmählich wird es Zeit für Mark Monhof und seine Kollegen vom Münsterland-Racing-Team (MRT), ihre Maschinen wieder in den Bulli, respektive auf den Hänger zu laden. Am 11. Juli steht der zweite Meisterschaftslauf des German Endurance Cups (GEC) in Hockenheim für die beiden MRT-Teams auf dem Programm.

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Wimber-Aussagen zu Cannabis sorgen weiter für politischen Wirbel

Cannabis-Pflanzen

Cannabis - harmlose weiche Droge oder Einstieg in die Abhängigkeit? Münsters Politiker setzen sich derzeit kontrovers mit den Aussagen des Polizeipräsidenten auseinander. [Foto: Pixelio/Steinbrich]

[02.02.2010 | Münster | ECHO]

Die Äußerungen von Polizeipräsident Hubert Wimber zum Thema Cannabis sorgen in Münster weiter für die unterschiedlichsten Reaktionen.

Die münstersche CDU etwa hat Polizeipräsident Hubert Wimber vorgeworfen, eine gefährliche Verharmlosung des Drogenkonsums zu betreiben.

"Cannabis ist eine klassische Einstiegsdroge, das lässt sich nicht wegdiskutieren", sagte der CDU-Kreisvorsitzende Stefan Weber. Das Wimber-Plädoyer für eine Legalisierung des Konsums nannte Weber einen Schlag ins Gesicht aller, die sich um die Bekämpfung der zunehmenden Drogenproblematik bemühten. Auch die Bemühungen vieler Eltern würden durch Wimbers Äußerungen konterkariert.

Für höhere Aufgaben empfehlen?

Der CDU-Vorsitzende mutmaßt, das Wimber sich möglicherweise für höhere Aufgaben unter einer Rot-rot-grünen Landesregierung empfehlen wolle. Immerhin habe Die Linke in ihr Wahlprogramm "das Recht auf Rausch" aufgenommen.

"Er schadet Polizeibeamten"

„Der Münsteraner Polizeipräsident Wimber überschreitet seinen Aufgabenbereich. Das Innenministerium muss reagieren." Dieser Auffassung ist CDU-Landtagskandidat Josef Rickfelder. "Mit dieser öffentlichen Haltung schadet er allen Polizeibeamten, die sich täglich darum bemühen, für Recht und Ordnung zu sorgen".  Zudem spricht sich Wimber für die Freigabe von Cannabis aus. „Eine Haltung, die nicht in unsere Zeit passt".

"Entschlossen reagieren"

Rickfelder weiter: "Für uns als CDU stellt sich damit die Frage, ob wir in Münster einen Polizeipräsidenten wollen, der seine Aufgaben und deren Erfüllung offenbar ganz besonders versteht.“ Nach Auffassung von Rickfelder „sollte das Innenministerium an dieser Stelle entschlossen reagieren."

Sagel stellt sich hinter Wimber

Hinter Polizeipräsident Wimber stellt sich Landtagsabgeordneter Rüdiger Sagel (Linke). Er schreibt in einer Pressemitteilung, dass eine Drogenpolitik, die den Vorgaben von Vernunft und Humanität folgen will, für Menschen mit problematischen Konsummustern letztendlich nur durch eine enge Verbindung von Vorsorge, durch sachgerechte Aufklärung, ausstiegsorientierte Hilfen, Drogenersatzstoffe und weitere Gesundheitshilfen für Schwerstabhängige erfolgreich sein werde.

Aufklärung wichtig

Sagel stellt dabei klar: "Wichtig vor allem für Jugendliche ist eine objektive und differenzierte Aufklärung über Wirkungsweise von Rausch- und Genussmitteln und mögliche Folgen ihres Konsums, auch des weit verbreiteten Alkohol- und Medikamentenkonsums. Deshalb ist auch die Einführung einer Unterrichtseinheit „Genuss- und Rauschmittelkunde" an den NRW-Schulen notwendig".

"Akzeptierende Drogenpolitik"

Zudem ist eine "akzeptierende Drogenpolitik" notwendig. Dies bedeutet die Entkriminalisierung der "weichen" illegalen Drogen. Weiche und harte Drogen sollen getrennt werden und es soll, wie in den Niederlanden, verhindert werden, dass Drogenkonsumentinnen und -konsumenten in den Schwarzmarkteinsteigen müssen, um an Cannabis zu kommen.  Von einem "Recht auf Rausch" sei im Wahlprogramm seiner Partei übrgigens keine Rede.

"Diskussion wenig zuträglich"

Die Diskussion um die aktuellen Äußerungen Wimbers findet die SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Anna Boos dem Thema an sich wenig zuträglich. "Insbesondere der CDU-Vorsitzende Stefan Weber offenbart mit seiner Kritik am Polizeipräsidenten wenig Fachkenntnis. So ist es doch mittlerweile Allgemeinwissen, dass bei Jungen der Alkohol und bei Mädchen Arzneimittel die klassischen Einstiegsdrogen sind, Gerade in den Berufsgruppen, die sich Tag für Tag mit der Problematik des Drogenkonsums beschäftigen, thematisieren viele die Legalisierung des Cannabis-Konsums", weiß Boos.

Ohne Scheuklappen


Die Sozialdemokratin fordert deshalb auch eine Diskussion ohne ideologische Scheuklappen. Boos: "Wichtiger als eine Debatte über eine Legalisierung wäre es darüber zu reden, wie einerseits Drogensüchtigen effektiv geholfen werden kann und wie andererseits einer Sucht vorgebeugt wird." Boos weiter: "Wer als einzige Antwort Verbote hat, indem man die nicht strafbare Menge zum Eigenverbrauch von zehn auf sechs Gramm verringert und damit bestehende Gesetze verschärft, so wie es Ministerpräsident Rüttgers und Innenminister Wolf gemacht haben, handelt kurzsichtig und hilft niemanden. Ganz im Gegenteil: Für Menschen, die eigentlich unsere Hilfe brauchen, wird die Situation dadurch nur noch schlimmer." 

Gegen die Verharmlosung von Drogen

Ich bin gegen die Verharmlosung von Drogen. Die Gescheiterten, die auf der Straße leben, dürften die kleinste Gruppe sein. In seiner Art Familienausflug durch die Drogenszene hat der Liederpoet Hannes Wader im „Kokain“-Song die Wirkung dieser Gifte trefflich beschrieben: „..meine kleine Tochter ist jetzt grad auf `nem Tripp, den sie letztes Jahr schon eingepfiffen hat……Sie sieht aus, als wär sie dreißig, und sie macht auf zwanzig, dabei ist sie acht, Kokain, all around my brain.“

Günter H. Schullenberg,  Düsseldorf

Anmerkung der Redaktion: Der Beitrag wurde im Auftrag des Lesers eingepflegt.

Sinn und Unsinn

Ich wünschte mir, dass die Kritiker Wimbers mit mehr Sinn für die Realität ihre Einwendungen überdenken würden und weniger Unsinn verbreiteten - nur weil sie damit einen Mainstream bedienen wollen.

Ob Cannabisprodukte legalisiert werden sollten - zumindest für medizinische Anwendungen, was definitiv sinvoll wäre um auch die Kassen zu entlasten - oder nicht, bedarf einer vorurteilsfreien Diskussion.

Es ist absurd, wenn die CDU die Gedanken Wimbers zum Anlass nehmen,  Stammtisch-Gezeter erster Güte vom Zaun zu brechen! Herr Rickfelder sollte sich lieber der Realität stellen und vielleicht in den kommenden Tagen, wenn er mit Parteifreunden die Prunksitzungen der Karnevalsvereine besucht, sich die jungen Menschen anschaun, die wochenends auf Münsters Straßen mit freikäuflichem Schnaps "vorglühen".

Wir haben kein "Cannabis"- sondern wenn, ein allgemeines Drogenproblem, zu viele Menschen, die jede Form von Drogen dazu missbrauchen, aus ihrem tristen Alltag zu entfliehen.

Wir sollten uns eher fragen, woran der Missbrauch liegt, als in tumber Manier immer nur die härtere Verfolgung der illegalen Form zu fordern.

Anmerkung der Redaktion: Mit Blick auf unsere Netiquette wurde die Wortwahl an zwei Stellen geringfügig verändert. Wir bitten um Verständnis.

Cannabiskonsument

Ich als Cannabiskonsument, brauche keine Hilfe, will auch nicht aufhören mit dem kiffen, des einzigste wobei man mir helfen könnte wenn man hier endlich kappiert HAUPTSÄCHLICH VON CDU/CSU!!! das ich und viele andere keinen alkohol mögen und er einfach zu extrem ist, ich hab kein bock jedes mal mit nem dicken schädel aufzuwachen, jedes mal nen brechreiz zu haben, keine kontrolle mehr über meinen körper und mein handeln habe, hemmungen, anstand und vernunft verliere und somit leute belästige... die ganzen säuffer die total heruntergekommen am bahnhof mit ihrem schnapps leute belästigen, laut herum gröhlen, aggressiv sind so das man besser nen großen bogen um diese leute macht und was machen kiffer ?? wir sitzen gemütlich auf dem sofa, lassen nen joint umherwandern, bekommen etwas mehr appetit, lachen etwas mehr als sonst und haben keine lust auf stress. böse böse -.- und die krebskranken oder aidskranken die cannabis oder dieses total überteuerte dronabinol verordnet bekommen, müssen es auch noch selber zahlen, da die krankenkassen nicht verpflichtet sind die kosten zu übernehmen (ca900€ im monat für dronabinol) so und was wäre denn, wenn jeder patient sagen wir mal 2 oder 3 cannabispflanzen besitzt, STOP STOP da macht die pharmaindustrie weniger umsatz -.- und dann behaupten diese dreisten CDU/CSU politiker auch noch dass man cannabis nur verharmlosen will, wenn man sagt das cannabis erheblich gesundheitsschädliche streckmittel enthält, wie blei oder brix...

ist alkohol oder zigaretten denn harmlos ?? nein im gegenteil aber solange die kohle passt, ist das ja scheissegal nicht wahr CDU/CSU ?!

das einzigste was das verbot von cannabis bezweckt ist das ich nicht so gutes und vor allem nicht gestrecktes graß kaufen kann wie in den niederlanden, ich ständig bei leuten anrufen muss, die mir sowohl an der menge und qualität des cannabis es viel zu teuer verkaufen... also in holland im coffeeshop bekomme ich das doppelte für mein geld und zudem noch gutes graß. ich hab einfach kein bock zu sauffen und ich mag einfach kein alkohol! wieso werde ich dafür bestraft oder als krimineller bezeichnet, obwohl ich niemandem aus der gesellschaft belästige oder in irgendeiner art und weise etwas böses tun will ? irgendwann muss doch mal die zeit kommen, diese ungerechtigkeit zu beheben, da ich mich sonst gezwungen fühle dieses ignorante land zu verlassen -.- was ich sowieso tun werde da ich keine lust habe noch weitere 10 jahre zu warten bis diese regierung mal was unternimmt und die probleme mit verboten nicht einfach bei seite legt!!

Sinnvolle Diskussion zur Drogenpolitik

Ralf Bolhaar - Aids-Hilfe Münster

Darf Hubert Wimber als Polizeipräsident sich öffentlich kritisch zur Strafverfolgung von Cannabis-Konsumenten äußern? Die von ihm angestoßene Diskussion zur Drogenpolitik ist auf jeden Fall sinnvoll - sofern es um die Sache geht und nicht um Herrn Wimber.

Als Mitarbeiter der Aids-Hilfe habe ich mit Schülern in Präventionsprojekten die Erfahrung gemacht, dass sie sich mehr für die gesundheitlichen Auswirkungen von Drogenkonusm interessieren und die gesetzlichen Regelungen oft nicht nachvollziehen können. Warum sind Alkohol und einige bewusstseinsverändernde Medikamente legal und z . B. Cannabis verboten? Warum ist der Konsum rechtlich in Ordnung, der dafür notwendige Besitz aber nicht.

Wenig hilfreich ist es den uralten und längst widerlegten Mythos von Cannabis als Einstiegsdroge wieder aufleben zu lassen. Trotz einer Zunahme des Cannabis-Konsums ist die Zahl der Heroinsüchtigen tendenziell rückläufig. Auch ein kausaler Zusammenhang der Konsummuster lässt sich wissenschaftlich nicht herstellen. Dann müsste man Alkohol, Kaffee und Süßwaren auch als mögliche Einstiegsdrogen in Betracht ziehen.

Dass Strafverfolgung den Drogenkonsum nicht reduziert ist nun wirklich keine neue Erkenntnis, die Aussage von Herrn Wimber daher wenig revolutionär. Oder glaubt tatsächlich jemand, dass plötzlich mehr gekifft wird, weil der Polizeipräsident Zweifel am Erfolg der polizeilichen Maßnahmen äußert. Immerhin verfügt er über langjährige Erfahrungen und wird gute Gründe für seine kritische Haltung haben.

Warum also nicht über neue Wege in der Drogenpolitik nachdenken? Eine gesundheitspolitische Ausrichtung der Drogenpolitik könnte frischen Wind in die Präventionsarbeit bringen. Meine Erfahrung aus Gesprächen mit jungen Menschen ist: Das Wissen über die gesundheitlichen Folgen der Sucht wirkt oft abschreckender als die Angst vor juristischen Konsequenzen.

Juristische Seite

Ich möchte nun auch mal etwas hierzubeitragen:

Unzwar gab es in den 90er Jahren mal ein Urteil vom Bundesverfassungsgericht (BVerfGE 90, 145 Cannabis).

Jeder der sich politisch zum Thema der Legalisierung äußert, sollte sich wenigstens mit diesem hochrangigsten Urteil der BRD auseinandergesetzt haben, in dem die Verfassungshüter eindeutig feststellen, dass Cannabis KEINE EINSTIEGSDROGE und die Gefährdung hinter der von Alkohol und Tabak zurückbleibt. Die Argumente der konservativen Parteien wurden durch die Verfassungsrichter enthebelt.

Eine Legalisierung wurde durch die Richter nur aufgrund der Einschätzungsprärogative der Legislative (Die 12 Richter wollten sich nicht über das demokratisch gewählte Parlament, dem sie mehr Fachkenntnis unterstellen, hinwegsetzten.) nicht durchgesetzt. Dies entspricht idR jedoch oft einer Empfehlung, wie zu handeln wäre.

Ich kann also jedem mal empfehlen, sich die 20min zu nehmen und die Argumentation unserer höchsten Richter durchzuschauen. Einfach "BVerfGE 90, 145" in google rein und nicht mit dem Brett vor dem Kopf in die CDU-Zentrale!

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