Preußens U 19 ist genug gelaufen: Ab Sonntag mit Ball in den Abstiegskampf

Nah dran am Gegner, eine Pflicht für die Preußen: Christopher Müller (l.) und Anil Yavuz (r.) praktizieren hier auf die im Abstiegskampf erwünschte Weise. [Fotos (2): Austermann]
Der Trainer hat die Kicker kurzerhand zu Mitgliedern der Laufsportfreunde gemacht. Die augenzwinkernde Wertung von Martin Kastner veranschaulicht griffig, wie sich die A-Juniorenfußballer des SC Preußen nach der Vorbereitung gefühlt haben müssen. Als durchtrainierte Leichtathleten. „Höchstens zu 20 Prozent“ absolvierten die Bundesliga-Spieler das Training auf dem Platz.
Laut Plan geht es Sonntag wieder um Punkte, ausgerechnet beim bärenstarken Ersten Bayer 04 Leverkusen. Trainer Sascha Lewandowski (39) schickte zum Preußentest gegen den SC Paderborn 07 sogar einen Beobachter. Nichts wird dem Zufall überlassen auf dem Weg in die DM-Endrunde.
23 Punkte als Maßstab
Beim 3:1-Sieg gegen den Westfalenliga-Zweiten trafen drei Preußen. Michael Seifert, Guglielmo Maddente und Sefa Secgel machten vor, was in der Meisterschaft passieren muss: Treffer müssen her, mehr als bisher. Elf Törchen in 13 Spielen weisen auf ein Hauptmanko hin. In acht von 13 Partien schoss Münster gar kein Tor.
Auch deshalb stehen neun Punkte in der Bilanz des Vorletzten, der sich an der Zahl 23 orientieren kann. Mit 23 Punkten waren in den Vorjahren die gegen den Abstieg kämpfenden Teams gerettet. 2008 kam der SCP auf 16 Treffer. Und stieg natürlich ab.
„Wir haben nur drei Punkte Abstand. Drei Punkte sind nichts“, liest Kastner aus der Tabelle selbstredend die Chancen der Preußen heraus, die in der Hinrunde wiederholt an Dreiern schnupperten, ohne aber zuzupacken. Dass sie es am Sonntag (13 Uhr, Kurtekotten) schaffen oder im Spiel darauf gegen den BVB, ist nicht glattweg zu erwarten. Dafür sind die Unterschiede in der Liga zu groß. „Nach dem schweren Auftakt werden wir erfahren, was möglich ist. Und irgendwann sollten wir auch einen Großen packen können.“
Neue Optionen mit Nebi
Die bevorzugte Grundordnung mit dem massiv besetzten Mittelfeld und der einen Spitze Ingmar Holtkamp soll die U 19 auch künftig ausrüsten. „Wir können je nach Gegner auf eine zweite Spitze umstellen“, hat Kastner durch den Recklinghäuser Arda Nebi eine Option mehr in der Offensive. Der aus Duisburg gekommene Pendler in Sachen Fußball kann auch über die Seite kommen, denn schnell genug ist der 1,75 m kleine Akteur.
Michael Seifert (Foto l.) hat das Pfeiffersche Drüsenfieber überstanden und die gesamte Vorbereitung mitgemacht. Der taktisch bestens geschulte Standardspezialist und Weitschuss-Experte wird mit der Zeit wieder die Substanz haben, die ihn durch die Serie tragen kann.
Münster wird, da ein oder zwei Ausnahmespieler fehlen, als Kollektiv bestehen müssen, das sein Handwerk versteht. Ungemein fleißig, so Kastner, sind alle Mann durch die gnadenlos eintönige Vorbereitung marschiert. Das heißt, hauptsächlich gelaufen…
Torjäger und Nationalspieler
Schon bei den Profis trainiert ein Bayer-Stürmer mit: Der ehemalige Wattenscheider und Wolfsburger Pierre Lasogga, 14-facher Torschütze bisher, ist bereits in den Einkaufsblickpunkt der Aachener Alemannia gerückt.
Für Deutschland im Einsatz sind zwei andere: Christoph Kramer und Patrick Koronkiewicz weilen bis Mittwoch mit der deutschen U 19-Nationalmannschaft und deren Coach Horst Hrubesch beim Vierländer-Turnier im spanischen La Manga. Auch ohne diese drei Leistungsträger besiegte Bayer die Senioren des NRW-Ligisten Velbert mit 3:0 sehr sicher.
Thomas Austermann
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