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Wichtige Hilfe im Katastrophengebiet: DRK-Helfer kehren aus vierwöchigem Haiti-Einsatz zurück

Untersuchungen im mobilen Hospital: Prof. Dr. Joachim Gardemann kümmert sich um Erdbebenopfer auf Haiti. [Foto: PD]
Das schwerste Erdbeben in der Geschichte Haitis erschütterte Mitte Januar den Inselstaat. Die Katastrophe forderte das Leben von bis zu 300.000 Menschen. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Münster schickte zwei Delegierte für einen vierwöchigen Hilfs-Einsatz in die zweitgrößte Hauptstadt Haitis.
Zurück in Münster berichten die beiden DRK-Helfer über ihren anstrengenden, dazu emotionalen Kampf mit der Grundversorgung der Hilfsbedürftigen. „Die Not in Haiti ist um ein Vielfaches größer als damals beim Tsunami in Sri Lanka“, schildert Prof. Dr. Joachim Gardemann, der Leiter des mobilen Krankenhauses, die Situation. Der Mediziner stellt zusammen mit dem Techniker Claus Muchow schon ein eingespieltes und erfahrenes Team dar. Beide haben etliche Projekte u.a. im Kongo, Kosovo oder Sudan betreut. Rückblickend auf ihren achten Einsatz bilanziert das Duo: „Es war der zweitschwierigste Einsatz bisher“.
Pflegestationen

Als Anlaufstätte diente das Fußballstadion von Carrefour - der einzige freie Standort in der Stadt. Foto: Privat
Der 55-jährige Arzt betreute früher Kinder, seit 1994 setzt er sich für Menschen in Not ein. Muchow ist ausgebildeter Bezirksschornsteinfeger und ist für die komplette Technik des Hospitals zuständig. „Die eine Hälfte des DRK-Lagers besteht aus den Pflegestationen, die andere aus Schreinereien, Elektrogeneratoren, Wasserwerken und weitere notwendige Technik“, berichtet Muchow.
Das Krankenhaus versorgt täglich 5.000 Personen aus der unmittelbaren Umgebung mit Wasser. 200 lokale und weitere 80 ausländische DRK-Kräfte arbeiten in der Station, und behandeln jeden Tag bis zu 350 Patienten. Sätze von Eingeborenen wie „Ihr seid das größte und bestausgestattetste Krankenhaus in ganz Haiti“ hörten die beiden Samariter als Rückmeldung häufiger.
Tropenkrankheit Malaria
Als Anlaufstätte diente das Fußballstadion von Carrefour. Es blieb von der Erschütterung weitgehend verschont, bot den einzigen freien Standort in der Stadt. „Sobald wir die DRK-Flagge gehisst hatten, kamen die Menschen in Scharen bei uns an. Ab da arbeiteten wir rund um die Uhr“, erzählt der ehemalige Kinderarzt. „Ein großes Problem stellte die Tropenkrankheit Malaria dar. Da die Bewohner entweder in Zelten oder größtenteils sogar unter freiem Himmel schliefen, hatten die Mücken leichte Opfer. Wir diagnostizierten jeden Tag 40 bis 50 neue Fälle mit dem Sumpffieber“, offenbart der Leiter.
"Schlechte Infrastruktur"
Die Zwei beobachteten zudem, dass neben den Erdbebenopfern die meisten Patienten „alltägliche Kranke“ waren, die keinen Platz in den überfüllten Kliniken fanden. Geburten, Schädelverletzungen oder Darmoperationen gehörten zum Alltag der vergangenen vier Wochen. „Nach dem Erdbeben kann man die schlechte Infrastruktur deutlich sehen“, betont Gardemann. Das DRK hat aus diesem Grund einen dreijährigen Rettungsplan konzipiert. „Wir legen nicht auf die schnellste, sondern auf die nachhaltigste Hilfe Wert“, verdeutlicht Dr. Jörg Twenhöven, der Präsident des DRK-Landesverbandes Westfalen-Lippe. Die Stationen bleiben mitsamt allen Anlagen daher auch nach dem Einsatz der DRK-Helfer auf Haiti. Im Moment beginnt eine umfangreiche Impfkampagne, die gegen mögliche Epidemien vorbeugt.
Intensive Vorbereitung
Im Fokus der weiteren Arbeit steht die intensive Vorbereitung auf die Regen- und Hurrikan-Zeit. Auch die stabilen DRK-Zelte können den Witterungsverhältnissen nicht Stand halten. Das Unternehmen RWE hat bereits einen Check über drei Millionen Euro für den Umzug der Station in ein sicheres, zudem festes Domizil gespendet. Für das langfristige Vorhaben, die Versorgungsstruktur in Carrefour wieder aufzubauen, hofft das DRK auf weitere Überweisungen.
Annika Helm
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