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Kurz vor Toresschluss: Altmieter hat den Münster-Shop geräumt

Kurz vor Toresschluss hat Heiner Steggwentz gestern den Münster Shop geräumt. Heute fand der Gerichtsvollzieher einen leeren Laden vor. [Foto: Frobusch]
„Ich bin sehr erleichtert, dass es endlich losgehen kann.“ Jürgen Budke, seit dem 1. September 2009 Mieter des ehemaligen Münster-Shops im Stadthaus 1, kann aufatmen. Und nach monatelangem Ärger und Rechtsstreit seinen geschäftlichen Faden aufnehmen.
Erst kurz vor Toresschluss - der Gerichtsvollzieher hatte sich für heute (Donnerstag, 26. Februar), 10 Uhr, angekündigt - hatte Altmieter Heiner Steggewentz das Feld geräumt. Eigentlich hätte er dies schon im Herbst vergangenen Jahres tun müssen. Daraus wurde aber nichts, denn er blieb und hat ungerührt weiter Münster-Artikel aller Art verkauft.
Das, obwohl die Stadt nach Auslaufen seines Mietvertrages am 31. August 2009 das Mietverhältnis neu ausgeschrieben hatte und Steggewentz unterlegen war. Budke bekam den Zuschlag. Auch als die Stadt die Räumungsklage gegen ihren bisherigen Mieter gewann, weigerte der sich standhaft, zu gehen.
Zitterpartie bis zuletzt
Bis zuletzt, so Beate Schulz, Juristin im Amt für Immobilienmanagement , sei für die Stadt als Vermieterin der Räumungstermin mit Fragezeichen versehen gewesen. Der widerspenstige Mieter hatte nicht klein beigeben wollen und beim Amtsgericht die einstweilige Einstellung der Zwangsvollstreckung beantragt, war aber unterlegen. Auch die nächste Instanz, das Oberlandesgericht (OLG), hatte seinen Antrag auf Räumungsschutz abschlägig entschieden. Am Mittwoch (25. Februar) dann, einen Tag vor dem Räumungstermin, war die Stadt um 11.11 Uhr per Fax vom OLG unterrichtet worden, dass nun alles seinen Gang gehen könne.
Heute Morgen fand der Gerichtvollzieher einen leeren Laden vor.
Auch wenn es von September 2009 bis Februar 2010 gedauert hat, bis das Recht vollzogen wurde, „sind wir heute froh, dass der rechtmäßige Mieter endlich den Laden beziehen kann“, sagte Fritz Schmücker (Münster Marketing).
Neue Ideen
Das will Jürgen Budke auch umgehend tun. Spätestens am 1. April wird er unter dem Namen „Münster Souvenirs“ sein Geschäft an der Heinrich-Brüning-Straße eröffnen. Mit neuen Ideen für die Vermarktung der Marke Münster und mit einer neuen Ladeneinrichtung. Die kann jetzt endlich eingebaut werden. Und die beiden Arbeitskräfte, die er für sein neues Unternehmen eingestellt hat, können nun an ihre eigentliche Arbeit gehen.
„Ich habe sie verpflichtet und konnte sie doch nicht sofort wieder entlassen“, hat Unternehmer Budke in den vergangenen Monaten die Festangestellten vor allem in seiner MUKK-Chocolaterie am Roggenmarkt arbeiten lassen. Dort waren auch die Münster-Artikel zum Verkauf geparkt, die er nach Abschluss des Mietvertrages mit der Stadt geordert hatte.
Bruni Frobusch
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