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Krise in der Landwirtschaft angekommen - Agravis meldet Umsatzrückgang - "Kein Grund zum Pessimismus"

Die Agravis-Bilanz 2009 stellten Vorstandsmitglied Johannes Schulte-Althoff (v.li.), Vorstandsvorsitzender Dr. Clemens Große Frie und Bernd Homann, Bereichsleiter Unternehmenskommunikation, vor. [Foto: PD]
Die Krise hat die Landwirtschaft erreicht. Dies geht aus der Jahresbilanz 2009 der des Agrarhandels- und Dienstleistungsunternehmen Agravis Raiffeisen AG hervor. Festzumachen an einem Preisrückgang bei vielen Agrarprodukten und landwirtschaftlichen Betriebsmitteln.
„Das hat sich bei uns ausgewirkt. Wir haben 2009 mit rund 5 Mrd. Euro Umsatz abgeschlossen – nach 5,8 Mrd. im Vorjahr. Im Ergebnis vor Steuern haben wir 23,3 Mio. Euro erreicht“, resümierte heute (Mittwoch) Agravis-Chef Dr. Clemens Große Frie.
"Gut behauptet"
Im Vergleich zum Ausnahmejahr 2008 mit seinen Rekordpreisen für Getreide, Dünger und Öl sei das Erreichte ein stabiles Ergebnis. „Wir stellen fest: Gut behauptet trotz Krise.“
Kein Wunder, dass Große Frie das laufende Geschäftsjahr eher zurückhaltend betrachtet: „Die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise kommen zeitversetzt im Agribusiness an. Niedrige Preise bei Getreide und kaum Bewegung im Markt machen wenig Freude. Zudem gehen wir von einer Investitionszurückhaltung bei der Landtechnik und in den verbrauchernahen Bereichen wie unseren Raiffeisen-Märkten aus.“ Das sei aber kein Grund zum Pessimismus.
"Eigenkapital stärken"
„Das Ergebnis 2009 trägt dazu bei, unsere Eigenkapitalbasis weiter zu stärken. Unsere Eigenkapitalquote ist auf nunmehr 23,4 Prozent gestiegen“, erläutert Vorstandsmitglied Johannes Schulte-Althoff. „Wir haben unser Eigenkapital auf rund 250 Mio. Euro gesteigert. Gute operative Ergebnisse und eine mit 21,5 Mio. Euro erfolgreich durchgeführte Kapitalerhöhung in 2008 sowie eine weitere Kapitalerhöhung mit rund 8 Mio. Euro Inanspruchnahme in 2009 haben uns an Stabilität gewinnen lassen.“
Dividende von 5,25 Prozent
So können Aktionäre bei der Hauptversammlung am 11. Mai mit einer Dividende von 5,25 Prozent rechnen.
Die Märkte der Agravis entwickelten sich 2009 unterschiedlich. So war das Preisniveau bei landwirtschaftlichen Produkten deutlich geringer und der Mischfutterabsatz rückläufig. Wettbewerbsdruck und Marktrückgang zeichneten das Geschäft mit Pflanzenschutz aus. Das Düngemittelgeschäft war geprägt durch die Preisrallye 2008 und kam zur Saison 2009 praktisch zum Erliegen.
Landwirtschaft zurückhaltend
Dagegen sind die Absatzmengen bei Getreide und Ölsaaten deutlich gestiegen – aufgrund niedriger Preise konnte der Umsatz des Vorjahres allerdings nicht erreicht werden. Ausgebaut wurde auch das Energiegeschäft mit einem steigenden Kraftstoffabsatz, während der Baustoffhandel wegen der weiterhin schwierigen Baukonjunktur rückläufig war. Das Technik-Geschäft litt nach einem guten ersten Halbjahr 2009, das noch vom Auftragsüberhang aus 2008 profitierte, war aber danach vor allem beim Neu- und Gebrauchtmaschinen-Verkauf rückläufig. Darin spiegelt sich die Investitionszurückhaltung der Landwirtschaft wider.
"Stabile Entwicklung"
Die Agravis-Gruppe will trotz Krise ihre stabile Entwicklung fortsetzen, was sich auch am Investitionsverhalten zeigt. „Wir investieren in unsere Standorte, um Werte zu erhalten, Qualität zu sichern und um Wertschöpfung betreiben zu können“, beschreibt Große Frie den Etat für 2010 von 38 Mio. Euro. Neben den Futtermittelwerken ist ein Investitionsschwerpunkt die Region Sachsen-Anhalt und Brandenburg sowie ein weiterer der Bereich Technik.
Im Agrargeschäft ist 2010 ist von niedrigen Ein- und Verkaufspreisen auszugehen. Angesichts des harten Wettbewerbs geht der Agravis-Vorstand von leichten Ertragsrückgängen aus. Konkret ist ein Umsatz von 4,7 Mrd. Euro in 2010 geplant.
"Ein langer Weg"
Agravis geht von einem Gewinn vor Steuern von rund 20 Mio. Euro aus. „Es werden sich die Umsatzrückgänge auswirken, allerdings sind auch Verschlechterungen aus dem Zinsergebnis und höhere Personal- und Restrukturierungskosten berücksichtigt“, erläutert Große Frie und bestätigt damit, dass „2010 schwieriger wird als 2009. Aber wir wollen und werden unseren Kurs fortsetzen. Wir wissen aber auch, dass wir lange Wege gehen müssen, um unsere Ziele zu erreichen.“
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