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[17.05.2010 | ECHO]

Aus sechs mach eins: echo-muenster bekommt ein neues Format. Wir verabschieden uns von den Ressorts Aktuelles, Wirtschaft, Kultur, Hochschulen und Kaleidoskop. Die Sportkollegen werden in gewohnter Qualität weiterhin tagesaktuell berichten - und dies noch ausführlicher tun. Thomas Austermann und Lutz Hackmann bleiben also im wahrsten Sinne des Wortes „am Ball“. 

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Stattwurst für den "Ja"-Sager bei der falschen Haushaltsstelle ...

Featurebild: Stattwurst

Reichlich Irritationen in der Bevölkerung gab's, dazu allerhand Durcheinander bei Freund und Feind: Raimund Köhn (Die Linke) sorgte mit seinem versehentlichen "Ja" zum Etat für Verwirrung. [Fotomontage: Wladimir Ruf ]

[14.03.2010 | Münster | HDT]

Es war laut, unruhig, hektisch, besonders auf den hinteren Plätzen, wo munter schwadroniert wurde. Insofern ist durchaus nachzuvollziehen, warum in der vergangenen Sitzung des Finanzausschusses angesichts der bisweilen hohen Geräuschkulisse drumherum der genaue Wortlaut für die nachfolgende Abstimmung bei Raimund Köhn, dem Linken, gar nicht richtig ankam. 

Anstatt wie von dem Kommunalpolitiker vermutet das gerade geschnürte Paket  sämtlicher Änderungsanträge zu beschließen, ließ der Vorsitzende Dr. Fritz Baur bereits den gesamten Haushalt 2010 absegnen.

Die alten Lateiner

So gab Köhn irrtümlich das „Ja“-Wort an der falschen Stelle und zum falschen Zeitpunkt, machte auf diese Weise im Endergebnis gemeinsame Sache mit SPD und CDU - für ihn, den vehementen Kritiker christdemokratischer Politik, ein "Unding". Errare humanum est: Irren ist menschlich. Dies wussten schon einst die alten Lateiner. Deshalb wollen wir uns über den Patzer als solchen auch nicht ausführlicher echauffieren. Kann im Prinzip jedem passieren

Die Stattwurst fängt sich der Ratsherr heute trotzdem ein. Denn durch die  kleine Unaufmerksamkeit sorgte er zum einen in der Bevölkerung für reichlich Irritationen, schaffte zum anderen allerhand Durcheinander - bei Freund und Feind gleichermaßen.

Eil-Meldung

Nein, niemand mochte anfangs so recht glauben, was da am Mittwochabend als Eil-Meldung aus dem Stadtweinhaus durchsickerte. Dennoch war's pure Realität: Was, die Linken entscheiden sich doch für den Etat, obendrein Seite an Seite mit der Union? Eigentlich unfassbar, hatten Köhn und seine Mitstreiter im Vorfeld keine Gelegenheit versäumt, auf den aus ihrer Sicht "bedenklichen Entwurf" des Oberbürgermeisters hinzuweisen.

Und nun das: Erst vollmundig Kritik üben, dann aber kleinlaut zum Rückzieher ansetzen? Die Medien berichteten mit fetten Schlagzeilen. Immerhin fast zwei Tage dauerte es, bis die Angelegenheit schließlich offiziell korrigiert war: Die Linken, sie bleiben ihrer ursprünglichen Position treu, lehnen das Zahlenwerk unterm Strich geschlossen ab. 

Klischees von vorvorgestern

Ein Lapsus allemal, für den wir zwangsläufig unseren Peinlichkeitsorden verteilen müssen –  allerdings ohne die zugehörige Portion Senf, mit Rücksicht auf die eher kuriosen Begleitumstände. 

Stopp! Vielleicht muss man Köhns kleinen Ausrutscher ja ganz anders interpretieren - als psychologisch geschicktes Unterwanderungsmanöver der CDU, damit deren Parteispitzen aufhören, die Linke weiterhin mit den Klischees von vorvorgestern zu brandmarken …

Wolfgang Halberscheidt

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