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Vielfalt als Programm: Unternehmer berichten über Firmengründungen von Migranten und Migrantinnen

Dezernent Jochen Köhnke, zuständig für Migration und interkulturelle Angelegenheiten. [Foto: PD]
Ein Imbiss, ein Gemüseladen oder eine Änderungsschneiderei - so fällt es aus, die landläufigen Vorstellungen für typische Unternehmen von Migranten und Migrantinnen. Dass diese Klischees aber nicht zutreffen und Personen aus anderen Nationen häufig anders gründen, ist Thema am Mittwoch, 23. März, bei der Vortrags- und Podiumsveranstaltung "Vielfalt als Programm".
Sie findet statt in der Rüstkammer des Rathauses - von 18 bis 21 Uhr. Eintritt frei. Die Koordinierungsstelle für Migration und Interkulturelle Angelegenheiten der Stadt, die Wirtschaftsförderung sowie die Organisation "Frauen und Beruf" haben fünf Unternehmerinnen und Unternehmer eingeladen, von ihren Erfahrungen auf dem Weg in die Selbstständigkeit zu berichten.
Hausmeister-Service
Die Gäste: Hülya Beslendi, seit 1989 Inhaberin eines Friseursalons an der Salzstraße, Rechtsanwälte Tomás Salamanca Aguilera und Licina Santos aus Spanien und Portugual, Inhaber einer Kanzlei in Münster und Hamm, der Ukrainer Alexander Lipko, der sich seit 2008 mit einem Hausmeisterservice selbstständig gemacht hat, die Augenoptikerin Gülcan Urul aus Dortmund. Sie war 2003 die erste Türkin, die in diesem Beruf in NRW ihre Meisterprüfung ablegte.
"Alle werden davon berichten, wo es auf dem Weg in die Selbstständigkeit Stolpersteine gab, wo Unterstützung ankam und wo sie fehlte", berichtet Jochen Köhnke, der Fachdezernent. Die Stadt Münster will die Ökonomien von Migrantinnen und Migranten stärken, so steht es im Migrationsleitbild. "Die Wirtschaft braucht mehr Eigenständigkeit. Was brauchen Migrantinnen und Migranten, um gute und stabile Unternehmen zu führen?", lautet denn auch die Frage des einleitenden Vortrags von Dr. Birgit Behrensen von der Universität Osnabrück.
Interessante Vorbilder
"Menschen mit Migrationsvorgeschichte sind zwar doppelt so gründungsfreudig wie Deutsche", weiß Birgit Neyer von der Wirtschaftsförderung, "sie geben aber auch häufiger im ersten Unternehmensjahr wieder auf. Und sie nutzen seltener Beratungsangebote." Die Veranstaltung sucht Antworten auf die Frage, wie Beratung und Unterstützung sein müssen, damit sie Migrantinnen und Migranten Mut zum Gründen macht.
Eingeladen sind deshalb vor allem auch Arbeits-, Gründungs- und Unternehmens-Beraterinnen und -Berater. "Klischees und Vorbehalte gibt es schon genug", lautet die Erfahrung der Organisatorinnen. "Wer über eine Gründung nachdenkt, sollte der Einladung folgen. Auf dem Podium sitzen gute Vorbilder."
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