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Aktuell im Kino: Die 4. Revolution - Energy Autonomy

Sonnenkollektoren in Spanien aus `Die 4. Revolution`. [Foto: Delphi Filmverleih]
Agitprop oder die wichtigste Dokumentation seit "Super Size Me"? Die komplett aus privaten Mitteln finanzierte Verfilmung des Sachbuches "Energieautonomie" des SPD-Politikers Hermann Scheer motiviert zum Umdenken. Dass Carl A. Fechners Öko-Doku dabei einige Fragen unbeantwortet lässt, verzeiht man ihm gern.
Darum geht´s: Eine Welt-Gemeinschaft, deren Energievorsorgung zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen gespeist ist – für jeden erreichbar, bezahlbar und sauber. Nur eine Vision? Technologien und Potenziale sind weltweit vorhanden. Wir müssen es nur tun! Wie – das zeigt Carl Fechners Film anhand zahlreicher hoffnungsvoller Beispiele aus elf Ländern: Der Umbau des älteren Mietshauses zum Super-Energiespargebäude schafft Arbeitsplätze und glückliche Mieter. Alternative Energiekonzepte revolutionieren die Autoindustrie und lassen Flugzeuge fliegen. Die Sonne sichert Familien in Mali und Bangladesh die Existenz. High-Tech-Solaranlagen versorgen ganz Los Angeles.
Der mehrfach ausgezeichnete Dokumentarfilmer Carl A. Fechner und sein Team begleiteten engagierte Prominente, sprechen mit Top-Managern, afrikanischen Müttern und ambitionierten Aktivisten. Am Ende des Films kann für alle ein neuer Anfang stehen: Die 4. Revolution – Energy Autonomy! Freie Energie für alle!
Das sagt der Verleih: Der Film "Die 4. Revolution - Energy Autonomy" ist ein kraftvolles Plädoyer für den sofortigen Umstieg auf erneuerbare Energien. Er entwickelt kein Schreckensszenario – etwa über die Folgen des Klimawandels -, sondern zeigt mithilfe Mut machender Beispiele und engagierter Persönlichkeiten aus aller Welt, wie der vollständige Wechsel von Erdöl, Gas, Kohle und Atomkraft zu Wind-, Wasser- und Solarkraft gelingen kann - gegen die Widerstände mächtiger Konzerne. Dabei geht es nicht nur darum, die Energiequellen auszutauschen, sondern um einen radikalen Strukturwandel: Strom und Wärme werden nicht mehr von Großkonzernen in riesigen Raffinerien und Kraftwerken produziert, sondern dezentral für einzelne Familien, Dörfer oder Regionen. Gehandelt wird nicht mehr mit Rohstoffen, sondern mit Technologie, denn im Gegensatz zu den fossilen Brennstoffen sind Wind, Sonne und Wasser für alle kostenlos zugänglich. Ihre Energie muss aber mit modernster Technik verfügbar gemacht werden.
„Das jetzige Energiesystem ist am Ende,” sagt Hermann Scheer, Vorstand des Weltrats für erneuerbare Energien, Träger des alternativen Nobelpreises, Mitglied des Bundestages und einer der Hauptprotagonisten des Films. „Das neue System der Energie-Autonomie steht vor dem Durchbruch.” Es wird die Energieversorgung unabhängiger machen und demokratisieren und der Weltbevölkerung mehr Gerechtigkeit bringen. Die Wirtschaft wird sich darauf einstellen (müssen). Scheer: „Wir stehen vor dem größten Strukturwandel der Wirtschaft seit Beginn des Industriezeitalters.“ Das ist die 4. Revolution. Nach der landwirtschaftlichen, der industriellen und der Informations-Revolution.
Das sagen wir: Vier Jahre Vorbereitungszeit, 150 Unterstützer, 1,25 Millionen Euro Spendengelder. Dazu zahlreiche Infostände zur Premiere im Kino und anschließend eine Diskussion zum hochaktuellen Thema im Anschluss an die Vorführung mit Lokalpolitikern. Wenn ein mehrfach ausgezeichneter Dokumentarfilmer derart viel in ein Projekt investiert und so viele Unterstützer findet, ist dies mehr als eine Herzensangelegenheit. Doch wo hört AgitProp-Kino auf und wo fängt kritische Berichterstattung an? Diese Grenze verwischt auch bei Carl A. Fechner, wie in so vielen aktuellen Dokumentationen, die zu gleichen Teilen fundiert recherchierte Missstände, beeindruckenden Bilder und spannende Unterhaltung mit - im besten Falle - einem Erweckungserlebnis für die Zuschauer liefern wollen.
„Die 4. Revolution“ ist die Verfilmung eines Sachbuches des SPD-Politikers Hermann Scheer, der zugleich vor und hinter der Kamera als Hauptprotagonist mit zahlreichen Fakten zum Thema „Erneuerbare Energien“ auftritt. Der Filmemacher Carl A Fechner begleitete den engagierten Kämpfer für eine bessere Welt zu zahlreichen Vorträgen und interviewte ihn auf der Fahrt zu seinen Meetings. Neben Scheer agieren zudem der junge Unternehmer (und Hauptunterstützer des Films) Matthias Willenbacher, der Banker und Nobelpreisträger Muhammad Yunus aus Bangladesh, der inzwischen auch die Entwicklung der Solartechnologie in seinem Land vorantreibt und Preben Maegaard, der mit dem „Nordic Folk Center“ im Nordwesten Dänemarks eine Art Musterland für dezentrale Energieversorgung gegründet hat, vor der Kamera.
Folglich sind die Schauplätze des Films weit über den Globus gestreut. Und auch ein als dramaturgischer Gegenspieler eingesetzter Vertreter der Internationalen Energieagentur (IEA) darf nicht fehlen, der erklärt, dass fossile Brennstoffe und Atomenergie auf unabsehbare Zeit unverzichtbar seien. Filmisch setzt Fechner auf große Bilder, lange, ruhige Einstellungen, Totale und Halbtotale inklusive imposanten Helikopter-Flügen über das nächtliche Los Angeles, tropische Regenwälder, Windradanlagen oder große Areale mit Sonnenkollektoren im Sonnenuntergang.
Was Fechners Öko-Doku von anderen Filmen wie Al Gores Oscar-prämierte Lehrstunde „Eine unbequeme Wahrheit“ oder auch Franny Armstrongs privat finanziertes apokalyptisches Drama "Age of Stupid" unterscheidet, ist, dass „Die 4. Revolution“ der erste Film ist, der auf die Bedrohung durch den Klimawandel einige umsetzbare Lösungsansätze gleich mitliefert. Da sind die offenen Fragen wie beispielsweise die nach der Finanzierung der Umrüstung, dem Rezept zur erfolgreichen Bekämpfung der Energie-Lobby oder der erfolgreichen Überredung der atomstromfreundlichen Nachbarn schnell vergessen. Jetzt muss gehandelt werden! Dieser Auffassung waren auch die im Anschluss an den Film vier anwesenden Lokalpolitiker, die natürlich „alles dafür tun werden, damit die Region so schnell wie möglich Energie-autonom wird“. Nur auf eine Jahreszahl wollte sich niemand festlegen. "Wir tun, was wir können".
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Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn....: Sie aufrüttelnde Dokumentationen mit beeindruckenden Bildern auf der Leinwand mögen, Ihnen Filme gefallen wie „Fahrenheit 9/11“ (2004), „Super Size Me“ (2004), „We Feed the World“ (2006), „Let´s Make Money“ (2007) oder „Eine unbequeme Wahrheit“ (2007); Sie wissen wollen, ob und wann die Umstellung hin zur regenerativen Energie gelingen kann, oder was sie selber tun können, um das Klimaproblem in den Griff zu kriegen.
Christian Gertz
Der Film läuft täglich um 18.50 Uhr im Cineplex, Albersloher Weg, Münster.
Karten zum Film können Sie unter der Rufnummer Tel. (0251) 987 12345 vorbestellen.
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Am 7.7.2010 ist der Umzug in unser neues Zuhause echo-muenster.de (ohne www.) erfolgt. Auf vielfachen Wunsch bleiben die gesamten bisherigen Inhalte weiterhin hier erreichbar:



