Titus Dittmann Stiftung hilft: Skateboard-Park in Afghanistan nimmt Formen an

Zwei, die ihre Ressourcen und Netzwerke bündeln, um anschließend gemeinsam mehr zu erreichen - für die Menschen in Afghanistan: Titus Dittmann (l.) und Rupert Neudeck. [Foto: Privat]
Marc Zanger hat in seinem Leben schon viele körperlich anstrengende Jobs ausgeübt: „Ich dachte, Untertagearbeit wäre das Härteste. Jetzt bin ich schlauer“, berichtet er in seinem aktuellen Tagebuch aus Afghanistan von den besonderen Herausforderungen beim Bau des Skateboard-Parks an einer Schule in der westlichen Provinz Herat.
Seit rund zwei Wochen ist der Mitarbeiter der humanitären Initiative skate-aid vor Ort. Titus Dittmann, Gründer des gemeinnützigen Projekts, obendrein Firmenchef und Skateboard-Pionier, hatte das Areal bei seinem dritten Aufenthalt im Januar 2010 selbst entdeckt. Gemeinsam mit Kooperationspartner Rupert Neudeck, Grünhelme- und Cap Anamur-Aktivist, war der Münsteraner eine Woche lang durch das umkämpfte Land am Hindukusch (echo-muenster berichtete) gereist.
Positives Signal
„Stellt euch vor, ihr würdet ein Schwimmbad ausheben. Der Boden steinig und
mit hartem Untergrund versehen. Und dies ohne Maschinen und bei 27 Grad Celsius, ohne Schatten. Die Arbeitsmittel waren Hacken, Schaufeln, Schubkarre", beschreibt Zanger die Situation. Dennoch seien Fortschritte erkennbar, der Park beginne Formen anzunehmen. "Ganz am Anfang haben wir Bäume gepflanzt, um auch für die älteren Dorfbewohner ein positives Signal zu setzen."
Die Planung des Betonparks oblag dem Kölner Landschaftsarchitekten Ralf Meier, der skate-aid mit seinem eigenen Unternehmen als Sponsor unterstützt. Zobair Akhi leitet das Vorhaben. Er ist Ingenieur, hat in Deutschland studiert und wurde als Projektleiter bei den Grünhelmen angestellt.
Unterrichtseinheiten
Die Kinder beobachten die Arbeiten an ihrer Schule ganz genau. Sobald allerdings Zanger die Schaufel zur Seite legt und die Bretter herausholt, stürmen sie Jungen und Mädchen vertrauensvoll auf ihn zu: „Ich versuche den Kleinen erste Unterrichtseinheiten zu geben“, erklärt der Fachmann, den das Brett mit den vier Rollen sein Leben lang begleitet.
„Es ist toll zu beobachten, wie die Älteren soeben Erlerntes direkt an Jüngere weitergeben.“ Die Kinder von Karokh kennen bislang weder Spiel noch Sport - und der Alltag, er ist durch Gewalt geprägt. Darum hat es sich skate-aid zum Ziel gesetzt, mittels des Skateboardings identitätsstiftende Freizeit-Beschäftigung in das Leben der oft traumatisierten Kinder und Jugendlichen zu bringen.
Netzwerk-Kooperation
Über 7.500 von ihnen werden dieses Gelände in Herat später nutzen. Es gehört zur 31. Schule, die Neudeck und seine Grünhelme in Afghanistan gebaut haben. Dittmann ist glücklich über die Kooperation: „Indem wir unsere Ressourcen und Netzwerke zusammenlegen, können wir viel bewegen“.
Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 15.000 Euro, finanziert aus Spendengeldern der Titus Dittmann Stiftung.
www.gruenhelme.de
www.skate-aid.org
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