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Klemm ist Premieren-Pilot: AC Münster startet in der Deutsch-Niederländischen Kartmeisterschaft

Mehrere Pokale hat Julian Klemm bei Geschicklichkeits-Wettbewerben wie hier schon gewonnen. Am Samstag geht es für den 17-Jährigen zum Debüt auf die Rundstrecke. [Fotos: PD]
Ein kleiner Klub betritt am Wochenende sportliches Neuland: Die Kartgruppe des Automobilclubs Münster im ADAC (ACM) hat für die Deutsch-Niederländische Kartmeisterschaft (DNKM) gemeldet, deren erstes Rennen am kommenden Samstag im emsländischen Emsbüren auf dem Programm steht.
Erster Pilot für den ACM wird dann Julian Klemm sein. Für den 17-Jährigen, den Kartgruppenleiter Dustin Temme aufgrund seiner zuletzt starken Leistungen bei Turnieren und der ADAC-Westfalenmeisterschaft für das Debüt als ACM-Pionier auswählte, ist das eine Premiere. Denn ein Rundstreckenrennen hat auch Klemm noch nicht gefahren.
Ein kleiner Traum
Für den Schüler aus Greven geht damit auch ein kleiner Traum in Erfüllung. „Ich habe schon längere Zeit gehofft, mal Rennen fahren zu können“, so Klemm, der vor sieben Jahren in Münster mit dem Kartsport begann, schnell beim ACM heimisch wurde, dort allerdings ausschließlich die Geschicklichkeits-Wettbewerbe, beispielsweise Slalom und Turnierform, ausübte. Durchaus mit Erfolg, immerhin steht in Klemms Zimmer mittlerweile ein halbes Dutzend Pokale, resultierend aus Podiumsplatzierungen bei Wettkämpfen.
Knapp 100 km/h
Aller Anfang ist jedoch schwer, und so sind Gruppen-Koordinator Temme und seine Aktiven zu der Entscheidung gelangt, sich bei den ersten Rundstrecken-Gehversuchen nicht zu übernehmen. Zwar ist das Klubkart mit 390 Kubikzentimetern Hubraum und gut 19 Pferdestärken im Vergleich zur Konkurrenz deutlich schwächer motorisiert. Immerhin holen die Fahrzeuge der Mitbewerber bis zu 30 PS aus identischem Brennkammervolumen. Anderseits hat Klemm (Foto) am Dienstag beim Training auf der für ihn neuen Bahn in Emsbüren festgestellt, „dass die Höchstgeschwindigkeit auf diesem Kurs ohnehin nicht erreicht wird.“ Knapp 100 km/h schnell ist Klemm dann auch mit dem klubeigenen Kart; viel mehr Tempo können auch die stärkeren Renner der Konkurrenz nicht abliefern.
Acht Rennen - acht Piloten
Zudem soll es beim ACM in dieser Serie Schritt für Schritt gehen. Das heißt nicht nur, dass der Motor von Temme-Bruder Dennis und Vater Jürgen weiter getunt und aufgemotzt wird. Auch verstehen die Münsteraner den Startplatz nicht als personengebunden, sondern als Vereinsgut. „Wir wollen“, so Dustin Temme, „dass in jedem Rennen dieser Serie ein anderer Fahrer aus unserer Gruppe ins Kart steigt.“ Die Premiere fahren zu dürfen, „das ist für mich eine große Ehre“, freut sich Julian Klemm, der dem Renntag entgegen fiebert. Wobei sich die Nervosität beim Teenager in Grenzen hält. „Ich bin generell entspannt“, grinst der 17-Jährige, „ich mache mir keinen Stress.“ Allerdings ist es auch für Klemm wichtig, dass ihn am Streckenrand am Samstag seine ganze Gruppe unterstützt. „Wenn man das weiß, dann fährt man auch mit mehr Mumm, mehr Mut“, glaubt der Grevener.
Dabeisein ist alles
Bis in den November erstrecken sich die acht Meisterschaftsläufe der vom KSV Saterland ausgerichteten DNKM, dann stehen die Meister in den insgesamt zehn Konkurrenzen fest. An einen Podestplatz denken die Newcomer vom ACM erstmal noch nicht. Klemm: „In dieser Saison ist Dabeisein alles.“ Es ist ja auch noch kein Meister vom Himmel gefallen.
Lutz Hackmann
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