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Ausstellung in der Erpho-Kirche: Auf der Suche nach einem Gottes-Bild

Auch mit Ikebana, der traditionellen japanischen Blumensteck-Kunst, kann man Gottesbilder sichtbar machen, das erleben die Besucher in der Ausstellung. [Alle Fotos: Hänscheid]
Jeder durfte sich den Ort für sein „Gottesbild“ aussuchen: Die katholische Gemeinde Hl. Edith Stein bietet auch mit der inzwischen fünften großen Ausstellung in der Erpho-Kirche wieder die Auseinandersetzung mit einem sperrigen Thema.
Noch bis zum 10. April kann man täglich staunen, suchen, finden, sich an der Umsetzung stoßen oder begeistert nicken.
Neu: Auch Profis stellen aus
Rund 100 Menschen sind an der Ausstellung beteiligt, die im großen Kirchenraum kaum eine Fläche oder Nische unbesetzt lässt. „Die Leit-Frage war: Welches Bild von Gott trage ich in mir?“, so fasst Gemeindepfarrer Hubertus Krampe (Foto links) zusammen, was sich da in so vielen Bildern, Objekten und Installationen präsentiert. Neu in diesem Jahr – vor zwei Jahren hingen ungezählte Kreuzesdarstellungen im Gotteshaus, alle aus dem Fundus von Gemeindemitgliedern – ist, dass auch professionelle Künstler sich der Aufgabe gestellt haben. „Viele Werke sind erst hier im Kontext zum Ort, an dem sie gezeigt werden sollten, entstanden“, hören die vielen Besuchergruppen immer wieder, die von Künstlern oder Engagierten aus der vor Jahren aus St. Erpho und St. Pius hervorgegangenen Edith Stein-Gemeinde durch die Ausstellung geführt werden.
Eigenes Ringen zeigen
Auch ein vielfältiges Beiprogramm hatte sich das Organisationsteam aus der Katholischen Arbeitnehmer Bewegung einfallen lassen und war damit bei allen angefragten Referenten und Betreuern auf offene Ohren gestoßen. Das Suchen und Fragen nach dem Bild Gottes in Zeiten, in denen nicht mehr Tradition vorgibt, wie man ihn sich vorstellen soll, hat die Aussteller zu vielfältigem Ausdruck des eigenen Glaubens und Ringens inspiriert.
Gottes Bild in Scherben

Dauer-Berieselung mit Seifenblasen: Dabei verändert der Tonkörper unmerklich seine Oberfläche.
Ein Spiegel, aus dem einem das eigene Gesicht anschaut – Gottesbild und Menschenbild hängen eng zusammen. „Wer groß von Gott denkt, kann auch groß vom Menschen denken“, zitiert Pfarrer Krampe bei seinen Führungen gern – „und umgekehrt ist es ebenso: Wer klein von Gott denkt, dessen Bild von seinem Geschöpf ist entsprechend klein“. Man findet neben der alt hergebrachten Jesus Statue mit dem strahlenden Herzen auf der Brust ebenso einen Vorhang aus zerborstenen Glasscherben – der Kinderglaube ist zersplittert und zeigt auf einmal neue Perspektiven beim Blick durch die Stücke. Auch mit Ikebana – einer blutroten Blüte in einem Dornenstrauch – kann man den Gott des Moses sichtbar machen, in einem schwarz-grau-weißen Triptychon ebenso wie in einem von KiTa-Kindern erstellten Bild der Welt.
Das persönliche Gegenüber
Dass man sich kein Bild von Gott machen soll oder kann, werden die einen sagen. Die an der Ausstellung Beteiligten – sei es als Leihgeber, als Künstler, als Aufsicht oder Führer, als Organisatoren oder anderswo Engagagierte – spüren in jedem Werk vor allem de Auseinandersetzung mit den Fragen zum Schöpfer. Farben, Stoffe, Seifenblasen gar, Fotos, Statuen oder Collagen suchen nicht „den“ Gott, sondern das persönliche Gegenüber, „meinen“ Gott. „Eindeutig zweideutig“ sei jedes Kunst-Objekt, bilanziert Pfarrer Krampe begeistert.
Noch bis 10. April zugänglich
Wer in den Osterferien auf eigene Spurensuche gehen will, der kann noch bis zum 10. April nachmittags zwischen 15 und 17 Uhr auf eigene Faust die Vielfalt der Gottesbilder betrachten. Und dabei staunen, suchen, finden, sich an der Umsetzung stoßen oder begeistert nicken…
Heike Hänscheid
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