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Auf dem Weg ins gelobte Land: Theaterstück „Fluchtpunkt: Israel“ erzählt von einer ungewöhnlichen Reise

Konrad Haller spielt in „Fluchtpunkt: Israel“ einen Schiffspassagier, der auf der Fahrt über das Schwarze Meer die jüdische Religion für sich entdeckt. [Foto: Angelika Osthues]
Als das Schiff „Struma“ im Februar 1942 untergeht, sterben 769 jüdische Flüchtlinge im Schwarzen Meer. Sie sind im Dezember im rumänischen Konstanza aufgebrochen, um vor den Nazis nach Palästina zu fliehen. Das Bühnenstück „Fluchtpunkt: Israel“ vom theater odos aus Münster erzählt von dieser Reise. Am Sonntag, 11. April, wird es in der Villa ten Hompel uraufgeführt.
Die altersschwache „Sturma“ kam nur bis Istanbul. Weder die Türken noch die Engländer, die damals die Mandatshoheit über Palästina hatten, wollten den Flüchtlingen helfen und ließen das Schiff und ihre Passagiere im Stich. Sie nahmen deren Tod wissentlich in Kauf. Das Theaterstück ist aus der Sicht eines Passagiers konzipiert. Er wird gespielt von Konrad Haller, der in Münster als Darsteller am Wolfgang-Borchert-Theater und an den Städtischen Bühnen bekannt ist. Das Stück schildert die katastrophalen Umstände, die unmenschlichen Reaktionen der Weltpolitik und zeigt einen jungen Mann auf den Weg ins gelobte Land, der auf der Fahrt über das Schwarze Meer seine jüdische Religion für sich entdeckt.
Dünne Quellenlage
Unzählige Schiffe haben vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg versucht, Juden nach Palästina zu bringen. Viele sind wie die „Struma“ gescheitert. „Es ist traurig, dass über diese ‚Reisen’ kaum etwas bekannt ist. Das wollen wir mit dem Stück ändern“, sagt Autor Heiko Ostendorf. Die Quellenlage zur „Struma“ ist sehr dünn. Nur zwei Bücher widmen sich dem Schicksal des Schiffs. „Für mich ist mit diesem Thema zu der ganzen Geschichte des Nationalsozialismus ein neuer Mosaikstein hinzugekommen“, meint Historiker Daniel Gollmann von der Villa ten Hompel.
Jüdisches Lichterfest Chanukka
„In ‚Fluchtpunkt: Israel’ geht es aber nicht nur um die Flüchtlingskatastrophe, sondern auch um das Judentum. Die Hauptfigur in dem Stück kommt aus Deutschland und weiß fast nichts über ihren eigenen Glauben“, erklärt Ostendorf weiterhin. In der Aufführung erfährt der Protagonist – dadurch auch die Zuschauer – einiges über das jüdische Lichterfest Chanukka und die israelische Nationalhymne „Hatikwa“.
Holocaust-Gedenktag
Dass die Premiere genau auf den jüdischen Holocaust-Gedenktag fällt, ist Absicht. „Gerade an diesem Tag sollten wir uns auch mit diesen Opfern des Nationalsozialismus beschäftigen“, erklärt der Ostendorf. Die 70-minütige Aufführung ist geprägt durch Live-Musik, verspricht Ostendorf, der das Ein-Personen-Stück an der Gitarre begleitet: „Wir wollten kein Drama schaffen, das das Publikum ständig zu Tränen rührt. Das Judentum ist eine fröhliche Kultur, und das wollen wir trotz der widrigen Handlung zeigen.“
Die Premiere beginnt um 18 Uhr, eine weitere Aufführung gibt es am Mittwoch, 14. April, um 20 Uhr, ebenfalls im Geschichtsort Villa ten Hompel. Karten können unter der Rufnummer 0251-492 7101 oder per E-Mail an info@theaterodos.de bestellt werden. Mehr Infos zum Stück sind im Internet unter www.theaterodos.de zu finden.
[13.05.2010 | ECHO]Die Zuschauerresonanz war groß, als am 11. April das theater odos aus Münster in der Villa ten Hompel sein Werk „Fluchtpunkt: Israel“ uraufgeführt hat. Da wegen der ausverkauften Premiere viele Kartenanfragen nicht berücksichtigt werden konnten, bestehen nun am Freitag, 28. Mai, und am Sonntag, 30. Mai, zwei weitere Gelegenheiten das Theaterstück zu sehen.
[10.05.2010 | ECHO]"Hitlers Tischgespräche": Ein Programm, das von der Villa ten Hompel mit großer Nachfrage angeboten wird. Aufgrund der Publikumsresonanz wurde jetzt ein neuer Abend mit dieser Thematik angesetzt. Er findet statt am Mittwoch, 12. Mai, ab 20 Uhr.
[30.04.2010 | HDT]Zum 50-jährigen Bestehen ihrer Verbindung werden Münster und Orléans die Städtepartnerschaft feierlich bekräftigen. Oberbürgermeister Markus Lewe fährt dazu vom 6. bis 9. Mai in einer sechsköpfigen Delegation nach Orléans und nimmt dort auch an den Jeanne d'Arc-Feiern teil. Gleichzeitig bricht die Deutsch-Französische Gesellschaft zur Bürgerreise in die Partnerstadt auf.
[29.04.2010 | CKR]Perfektes Timing: Wenn sich am Sonntag, 2. Mai, der Geburtstag von Paul Wulf zum 89. Mal jährt, gibt’s für Freunde und Anhänger des bekannt gewordenen NS-Opfers gleich noch einen Grund zu feiern. Die Querelen um die Paul-Wulf-Skulptur, in der Stadtbevölkerung heiß diskutiertes Objekt von Künstlerin Silke Wagner, haben ein Ende, der Rat hat den Ankauf jetzt abgesegnet.
[23.04.2010 | ECHO]Das Gemälde "Romantische Landschaft mit Ruine" (um 1825) von Carl Eduard Blechen (1798-1840) zählt zu den Hauptwerken in der Sammlung des LWL-Landesmuseums. Nach Leihgabe durch die Bundesrepublik an das münstersche Museum ging es 2009 an die Erben zurück – jetzt, ein Jahr später, konnte es zurückgekauft werden.
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