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IHK-Hauptgeschäftsführer Schulte-Uebbing zieht Bilanz: Außenhandel hat für die regionale Wirtschaft große Bedeutung

IHK-Hauptgeschäftsführer Karl-Friedrich Schulte-Uebbing
Die nord-westfälische Wirtschaft setzt weiter auf ein erfolgreiches Exportgeschäft und einen starken industriellen Kern. Ungeachtet der Kritik an den hohen Außenhandelsüberschüssen Deutschlands weitet die Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen deshalb ihre Aktivitäten für Unternehmen aus dem Münsterland und der Emscher-Lippe-Region noch aus.
„NRW ist eine industriebasierte Exportregion“, betonte IHK-Hauptgeschäftsführer Karl-Friedrich Schulte-Uebbing am Mittwoch während der Jahrespressekonferenz. Neue Impulse will die IHK dem internationalen Geschäft nach dem kräftigen Umsatzeinbruch im vergangenen Jahr beispielsweise mit dem Außenwirtschaftstag NRW am 21. September geben. Zu der landesweit größten Fachveranstaltung werden mehr als 600 Unternehmer erwartet.
Starke Spezialisierung
Schulte-Uebbing unterstrich die große Bedeutung des Außenhandels für die regionale Wirtschaft. Rund 200.000 der insgesamt 750.000 sozialversicherungspflichtigen Jobs sind danach vom Auslandserfolg der Firmen abhängig. „Insbesondere viele Industrieunternehmen sind auf dem Weltmarkt zuhause, zum Teil als Marktführer“, erläuterte der Experte.
Aufgrund der starken Spezialisierung sei der nationale Markt für diese Firmen oftmals zu klein. Schon aus betriebswirtschaftlichen Gründen seien diese Anbieter auf den Weltmarkt angewiesen. Gleichzeitig, so Schulte-Uebbing, gingen von diesen Unternehmen zahlreiche Impulse für Innovationen und neue Arbeitsplätze auch in anderen Wirtschaftszweigen der Region aus. „Wir brauchen die Industrie und die Industrie braucht den Weltmarkt“, brachte Schulte-Uebbing den Zusammenhang auf eine kurze Formel.
Investitionsgüter
Zudem, so der IHK-Hauptgeschäftsführer, sind angesichts der demografischen Entwicklung viele Märkte in Deutschland und Westeuropa gesättigt. Die Wachstumsmärkte sieht er in Asien, Russland oder in Lateinamerika. Der hier herrschende Nachholbedarf und das deutsche Angebot an Investitionsgütern „passen bestens zueinander“, betonte Schulte-Uebbing. Die IHK geht deshalb davon aus, „dass unser Geschäftsmodell trotz aller Risiken auch in den nächsten Jahren Bestand haben wird“.
Dass die Unternehmen im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region immer internationaler agieren, zeigt sich uch an den Außenhandelsdokumenten. Die IHK bescheinigt den Unternehmen damit beispielsweise die Herkunft „made in Germany“ für den Export in Länder außerhalb der EU. Selbst für die Britischen Jungferninseln, die östlich von Puerto Rico in der Karibik liegen, haben die Mitarbeiter in der Außenwirtschaftsabteilung im vergangenen Jahr ein Ursprungszeugnis ausgestellt.
Kommunikationsstruktur
Doch trotz des großen Spektrums an Ländern, die Waren aus Nord-Westfalen nachfragen, gibt es auch außerhalb der 27 europäischen Länder eindeutige Schwerpunkte. Ganz oben steht Saudi-Arabien. Fast ein Drittel der IHK-Dokumente wurde für dieses Land ausgestellt (29,9 %). Es folgen die Russische Föderation mit einem Anteil von 20 Prozent sowie die Vereinigten Arabischen Emirate mit 12 Prozent.
Als wichtigen Baustein für das „funktionierende Geschäftsmodell Nord-Westfalen“ bezeichnete Schulte-Uebbing neben einer leistungsfähigen Verkehrs- und Kommunikationsinfrastruktur die weiterhin starke Aus- und Weiterbildung in der Wirtschaft. Trotz der Krise sei es 2009 gelungen, die Zahl der Ausbildungsbetriebe um 300 auf über 7.300 zu erhöhen. Erneut haben über 10.000 junge Menschen eine Lehre in einem IHK-Ausbildungsberuf begonnen.
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