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[17.05.2010 | ECHO]

Aus sechs mach eins: echo-muenster bekommt ein neues Format. Wir verabschieden uns von den Ressorts Aktuelles, Wirtschaft, Kultur, Hochschulen und Kaleidoskop. Die Sportkollegen werden in gewohnter Qualität weiterhin tagesaktuell berichten - und dies noch ausführlicher tun. Thomas Austermann und Lutz Hackmann bleiben also im wahrsten Sinne des Wortes „am Ball“. 

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Wider den „amerikanischen Raubtier-Kapitalismus“: Mai-Kundgebung im Rathausinnenhof

Proteste zum 1. Mai im Rathausinnenhof

Mit wehenden Fahnen im Rathausinnenhof: Zum ersten Mai, dem "Tag der Arbeit", versammelten sich zahlreiche Protestler zu den traditionsreichen Kundgebungen. [Fotos: König]

[02.05.2010 | Münster | KOE]

„Der erste Mai ist ein Feiertag – aber kein stiller“, bekannte Markus Lewe, Münsters Oberbürgermeister: Und in der Tat füllte sich am Samstagmittag, erster Mai, der Rathausinnenhof mit Gewerkschaftern und Demonstranten, die der traditionellen Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) lauschen wollten.

Beschäftigung und Sozialpolitik, das sind am Tag der Arbeit naturgemäß die Hauptthemen der Redner. Heinz Rittermeier, DGB-Regionsvorstand für das Münsterland, stellte die Veranstaltung unter das Motto „Wir gehen vor“: Er verlangte von der Regierung „gute Arbeit, gerechte Löhne und einen starken Sozialstaat.“

Gegen die Diskriminierung der Arbeitslosen

„Wir müssen dem amerikanischen Raubtier-Kapitalismus die Zähne ziehen“, verkündete Rittermeier ganz nach Art des Karl-Marx-Plakats im Hintergrund. Die Verursacher der Bankenkrise sollten zur Rechenschaft gezogen werden und die Diskriminierung der Arbeitslosen, sie müsse endlich aufhören: „Ich empfehle Herrn Westerwelle selber für ein paar Monate unter Hartz IV-Bedingungen zu leben“, bemerkte er. 

Starke Worte am ersten Mai: OB Markus Lewe (l.) unterstützte den DGB-Kreisvorsitzenden Peter Mai (r.) am Rednerpult.

Auch Lewe setzte auf „ganzheitliche Offenheit“, vor allem gegenüber ausländischen Mitbewohnern. Trotz aller Krisen sehe er aber auch die positiven Entwicklungen: „In Münster geht es uns im Vergleich zu anderen Städten sehr gut“, befand er. Obwohl viele deutsche Kommunen fallende Einwohner- und Arbeitsmarkt-Tendenzen verzeichneten, sei und bleibe das Münsterland stark.

Gespräche am Bierwagen

Peter Mai, Moderator der Veranstaltung und Münsters DGB-Kreisvorsitzender, legte über die politischen Inhalte hinaus auch Wert auf „heimeliges Flair“: Biertische, Kuchenbuffets und Getränkestände haben die Interessierten bei strahlendem Sonnenschein dazu eingeladen, sich mit den gewerkschaftlichen Forderungen zu beschäftigen.

„Fest für Jung und Alt“

Die Mischung aus Tagespolitik und Unterhaltung solle den ersten Mai zu einem „Fest für Jung und Alt“ machen, meinte Mai. So umfasste das Programm auch zwei Live-Auftritte und eine Trommel-Choreografie. Im Rücken der Gastredner vergnügten sich die jüngeren Besucher auf der Hüpfburg, während zu ihrer Linken ein Banner mit dem Gesicht Che Guevaras wehte.

Ulf König

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