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Wenn Felsengrund den Tiefbauer überrascht: Künftige Ingenieure lernen Praxis-Tücken kennen

Dirk Havermeier, Bauleiter im Tiefbauamt (r.), erläuterte den Besuchern die Unterschiede zwischen Theorie und Praxis beim Tiefbau. [Foto: Stadt Münster]
"Im Tiefbau ist man vor Überraschungen nie sicher. Um die dann auch bewältigen zu können, ist eine gute Ausbildung unbedingte Voraussetzung."
Diese Erkenntnis gewannen Studentinnen und Studenten des Fachbereichs Bauingenieurwesen der Fachhochschule Münster, als sie mit ihrem Professor Dr. Manfred Lohse die aktuelle Kanalbaustelle am Hohen Heckenweg besuchten.
Beispiele aus der Praxis
Dirk Havermeier, Bauleiter im städtischen Tiefbauamt, erläuterte dort den angehenden Ingenieuren eine Tiefbaumaßnahme der Stadt und wusste von vielen unvorhersehbaren Schwierigkeiten zu berichten: Eigentlich sollte die Maßnahme, die bereits im Oktober letzten Jahres begonnen wurde, längst fertig sein, eigentlich sollte der neue Kanal im unterirdischen Rohrvortriebsverfahren hergestellt werden und eigentlich sollte die Maßnahme viel preiswerter werden. Doch dann steckte der große Bohrer schon nach 30 von insgesamt 260 Metern fest und kam nicht weiter.
Baustopp ist teuer
An diesem Beispiel schilderte Dirk Havermeier den Studierenden hautnah die Herausforderungen der Praxis, die im Alltag an Tiefbauer gestellt werden, und wie sie möglichst schnell bewältigt werden. Denn jeder Tag "Baustopp" ist kostspielig. Nach langem Baustellenstillstand im Winter wird der Kanal am Hohen Heckenweg jetzt in einer offenen Baugrube verlegt. "Das ist bei dem vorgefundenen schweren Felsen und einer Tiefe von rund sechs Metern ein große Herausforderung für Mensch und Maschinen", erläutert Rüdiger Bumann vom ausführenden Bauunternehmen.
Schnellste Alternative
Aber am Ende die schnellste und günstigste Alternative, da der weitere Rohrvortrieb mit erheblichen Schäden, sowohl technisch als auch finanziell, behaftet gewesen wäre. Trotz aller Probleme sei der Baufortschritt mittlerweile zufriedenstellend, so dass im Juni mit dem Abschluss der Arbeiten zu rechnen ist. "Die Fahrbahndeckenschicht wird jedoch erst in den verkehrsarmen Sommerferien gebaut", ergänzt Dirk Havermeier.
Lehrreiche Exkursion
"Für die angehenden Ingenieurinnen und Ingenieure waren die Erfahrungen aus der Praxis sehr lehrreich", fasste Prof. Lohse die Erkenntnisse der Exkursion zusammen. Darum werde dies nicht der letzte Besuch einer Kanalbaustelle in Münster gewesen sein.
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