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[17.05.2010 | ECHO]

Aus sechs mach eins: echo-muenster bekommt ein neues Format. Wir verabschieden uns von den Ressorts Aktuelles, Wirtschaft, Kultur, Hochschulen und Kaleidoskop. Die Sportkollegen werden in gewohnter Qualität weiterhin tagesaktuell berichten - und dies noch ausführlicher tun. Thomas Austermann und Lutz Hackmann bleiben also im wahrsten Sinne des Wortes „am Ball“. 

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Volleyball-Bundesliga: Die echo-Spieltagnachlese

Barborkova

AV Stuttgart verlor das "Endspiel" um Platz vier in Dresden mit 0:3. AVS-Blockerin Sarka Barborkova zieht es wohl zum VfB Suhl. [Foto: Hackmann]

[03.05.2010 | Münster | LUH]

Endlich ist sie gerade, die Tabelle der Volleyball-Bundesliga, einen Spieltag vor dem Finale und der Meister-Entscheidung am 8. Mai.

Erwartungsgemäß haben die Roten Raben Vilsbiburg nach dem 3:0 über Aachen die punktgleichen Wiesbadenerinnen (dieses Wochenende spielfrei) ein-, und über das Satzverhältnis überholt. Die Niederbayern, die das VTA Hamburg am letzten Spieltag erwarten, gehen aus der Pole-position ins Herzschlagfinale.

Rote Raben Vilsbiburg – Alemannia Aachen 3:0 (25:23, 25:16, 25:15)

Es sieht alles danach aus, als könnten die Raben nach dem ungefährdeten Sieg gegen die Alemannia ihr zweites Meisterstück nach 2008 hinlegen. Vor 1370 Zuschauern begannen die Volleyballerinnen von Trainer Guillermo Gallardo zwar nervös, retteten den ersten Satz aber noch mit zwei Punkten Vorsprung ins Ziel. Die Satzführung gab den Niederbayern die nötige Sicherheit für den weiteren Spielverlauf. Nach klarem 25:16 im zweiten Durchgang war es im dritten bis zum 14:12 recht eng. Dann aber spielten die Raben wie aus einem Guss und gingen mit einer Serie von 11:3 Ballpunkten durch die Zielline. Den Matchball verwandelte Ioana Nemtanu nach 69 Spielminuten. Erstmals nach ihrer Verletzung spielte Kapitänin und Zuspielerin Nadja Jenzewski bei den Roten durch. Trainer Gallardo war erleichtert: „Es war ganz wichtig, dass wir keinen Satz abgegeben haben.“ Vilsbiburg schob sich mit dem 3:0 erstmals in dieser Saison auf den Spitzenplatz – und kann nun mit einem Sieg über Hamburg am 8. Mai aus eigener Kraft Meister werden.


Köpenicker SC – Schweriner SC 1:3 (25:22, 18:25, 14:25, 22:25)

Der amtierende Meister aus Mecklenburg hat seine Minimalchance auf die Titelverteidigung gewahrt. Auch wenn Tore Aleksandersens Ensemble am 8. Mai dafür ein mittelgroßes Wunder, nämlich ein 0:3 der Vilsbiburger Raben gegen Hamburg und zeitgleich eine Niederlage des VC Wiesbaden beim USC Münster, bräuchte. Im letzten Spiel kommt der VfB Suhl in die neue Schweriner Volleyball-Arena, der auch 3:0 geschlagen werden müsste. In Köpenick musste der SSC ohne die an der Schulter operierte Syliva Roll auskommen, Maja Pachale blieb mit einer Oberschenkelverletzung auf der Bank. So brauchten die Gäste einen Satz lang, um in die Partie zu finden. Der KSC spielte am Limit und fuhr den ersten Set verdient ein. Aleksandersen stellte danach um, brachte Anja Brandt im Block für Berit Kauffeldt. Das reichte zu klaren Gewinnen der Sätze zwei und drei. Dann aber wackelte der Noch-Meister im vierten Abschnitt erheblich. Bei 16:12 und 21:16 sah es für den KSC so aus, als solle das Match im Tiebreak entschieden werden. Die Mecklenburgerinnen aber schafften mit Routine, Konzentration und Energie die Trendwende und schmetterten sich mit einer glänzenden 9:1-Punkte-Serie noch zum 3:1-Erfolg. So hält Aleksandersen zwar „ein Wunder für möglich“, doch schiebt er nach: „Normalerweise holt Vilsbiburg den Titel. Aber die Konkurrenz kann darauf setzen, dass wir nächste Saison wieder voll angreifen werden!“


Dresdner SC – Allianz Volley Stuttgart 3:0 (25:17, 25:15, 25:20)

Nicht nur die Tabellenlage sorgte in der Partie des Vierten gegen den Fünften für Brisanz: Auch die Personalie Alex Waibl, vor einem Jahr bei AVS über Nacht freigestellt, nachdem sein Engagement für 2009/10 beim DSC bekannt geworden war, sorgte für zusätzlichen Zündstoff. „Das Spiel ist schon etwas anderes, denn es geht gegen einen Verein, den ich ein paar Jahre trainiert habe. Natürlich will ich auf alle Fälle gewinnen, aber ich glaube nicht, dass mein Puls deshalb extrem höher ist als sonst. In dem Jahr seit meiner Entlassung ist viel passiert", ließ sich Waibl vor der Partie vernehmen. Vor 2600 Zuschauern spielte der DVV- und Europapokalsieger aus Sachsen den schwäbischen Gast förmlich an die Wand. Dabei überzeugten vor allem Libera Kerstin Tzscherlich und Passeuse Maren Apitz, die bereits in der Vorwoche beim 3:0-Gastspiel in Münster stark auftrat. „Ich freue mich, dass unsere Mannschaft eine so konzentrierte Leistung gebracht hat“, so Waibl, der sich im Stillen allerdings schon gefreut haben dürfte, seinem Nachfolger Jan Lindenmair und dem AV-Team auch im Rückspiel ein 3:0 serviert zu haben. Bei den Stuttgartern bewegt sich allerdings das Personalkarussell: Die Angreiferinnen Tatjana Zautys (Vilsbiburg) und Sarka Barborkova (Suhl) werden als potenzielle Abgänge gehandelt, dafür gab dem AVS die belgische Mittelblockerin Anja Bland (26/Teneriffa) ihre Zusage.


VT Aurubis Hamburg – SV Lohhof 3:0 (30:28, 25:19, 25:12)

Es war die letzte Auswärtsreise des Absteigers aus Unterschleißheim in der 1. Bundesliga auf absehbare Zeit, und die vorletzte der Lohhoferinnen, überhaupt noch Punkte auf die Haben-Seite zu buchen. Doch nur im ersten Durchgang durfte der Gast am Satzgewinn schnuppern. Hamburg wehrte dabei sogar einen Satzball ab, brachte den Durchgang aufgrund der Routine aber noch mit 30:28 nach Hause. Damit war auch die Gegenwehr des SVL gebrochen, leicht und locker sorgten die Hanseatinnen für einen völlig ungefährdetes 3:0. Beste Punktesammlerin des Matchs war Lohhofs Ex-Hamburgerin Natalia Cuksejewa mit 15 Punkten vor VTA-Spielerin Séverine Lienard. Lohhof hat nun in der finalen Partie gegen Sonthofen die letzte Chance, zumindest einen Saisonsieg einzufahren. Ansonsten würden die Bayern mit 0:52 Zählern als schlechtestes Erstligateam der Dekade in die Historie eingehen.


Allgäu-Team Sonthofen – SC Potsdam 2:3 (25:23, 20:25, 25:18, 31:33, 7:15)

Die Brandenburgerinnen sind jetzt schon der beste der drei Aufsteiger dieser Saison, jetzt winkt sogar ein einstelliger Tabellenplatz zum Abschluss, wofür man allerdings die Mithilfe von Alemannia Aachen (gegen den Köpenicker SC) noch braucht. Für das Allgäu-Team war der Spielverlust deswegen schon etwas tragisch, weil es bereits die dritte Tiebreak-Niederlage vor heimischem Publikum in Folge war. Im vierten Satz reichten Andy Wilhelms Bayern mehrere Matchbälle nicht. Das nutzten die Potsdamerinnen, die nach dem Satzausgleich im Tiebreak dann einen klaren psychologischen Vorteil konsequent ausspielten. Das Allgäu-Team wird die Saison als Vorletzter auf Rang 13 beenden.

LUH

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