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Feiern ohne Ende? Mai-Partys wirken nach

Einsatz für Polizei und Ordnungsamt: Am Mai-Feierwochenende waren die Mitarbeiter am Hiltruper See und im Schlossgarten-Café gefragt. [Foto: Pixelio/Bachert]
Zwei Tage danach: Das von rund 600 Jugendlichen am Hiltruper See initiierte Trinkgelage – eine Hundertschaft der Polizei bereitete der 1. Mai-Sause schließlich ein Ende – beschäftigt weiterhin die Gemüter.
Da zeigten sich Anrufer bei der echo-Redaktion zum einen über die hohe Aggressionsbereitschaft der Partygäste mehr als entsetzt, zum anderen wurde vor allem aus dem Kreis der Feiernden den Ordnungshütern noch im Nachhinein der „rigorose Stil“ angekreidet. Konkreter Vorwurf: Der Trupp hätte "unverhältnismäßig hart" reagiert.
Eine Darstellung, der Polizeisprecherin Evelin Kösters energisch widerspricht. Die Kollegen – auf der Rückfahrt vom Schalke-Heimspiel in Gelsenkirchen – seien „angemessen und in der Sache konsequent“ vorgegangen. Dass – wie angeblich gesehen – der Einsatzmehrzweckstock benutzt worden wäre, verweist die Oberkommissarin ebenfalls ins Reich der Fabel. „Da der Gebrauch nicht angeordnet wurde, greift dann auch niemand danach.“ Vielmehr diene das Utensil während einer laufenden Aktion zum eigenen Schutz – unter anderem als Abwehr gegen Hiebe und Tritte, mit denen wohl am Samstagabend ein kleiner Kreis Unentwegter das Zurückdrängen durch die Beamten zu verhindern versuchte.
Reihe von Alarmierungen
Laut Kösters waren zwischen 15 und 19 Uhr pausenlos Streifen- sowie Rettungswagen zum Fetengelände gerufen worden, weil Zwistigkeiten unter den Akteuren aufgrund des wachsenden Promillepegels zu größeren Schlägereien ausarteten. „Irgendwann, nach einer ganzen Reihe vorheriger Alarmierungen, wurde dann entschieden, die Veranstaltung aufzulösen.“ Gegen 20 Uhr gab’s die erste Lautsprecherdurchsage, das Areal zu räumen, zwei weitere Aufforderungen folgten, bis sich schließlich die Beamten zu einer Kette formierten und ihre Gegenüber durch das Heranrücken zum Verlassen der Örtlichkeit bewegen wollten. „Das Gros der jungen Leute hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits entfernt – bis auf jene 40- bis 60-köpfige Gruppe, die meinte, sich mit uns anlegen zu müssen.“
"Spielregeln waren bekannt"
Kösters macht aus ihrer Einschätzung keinen Hehl: „Die Spielregeln waren bekannt. Jeder von den am Ende auf dem Platz übrig gebliebenen Akteuren wusste, was passiert, wenn er der Order – nach der immerhin dritten Anweisung – nicht nachkommt.“ Auffällig insgesamt: das alkoholisierte, renitente Verhalten, redet die erfahrene Polizistin Klartext.
"Nicht vorhersehbar, nicht steuerbar"
Erfahren im Umgang mit Ereignissen wie diesen ist auch Horst Werner Koch, stellvertretender Leiter im Ordnungsamt. Im Gespräch mit echo-muenster.de betont der Fachmann: „Auch wenn zunächst alles ruhig läuft: Aggressionsdelikte können weder vorhergesehen noch gesteuert werden.“ Der Ablauf solcher Feten sei immer ähnlich, „egal ob 1. Mai-Partygänger am Hiltruper See, Abiturienten auf dem Domplatz oder Fußball-Fans auf dem Ludgerikreisel.“ Was tun? „Wir werden uns mit den Kollegen von der Polizei zusammensetzen und gemeinsam überlegen, wie wir solche ausufernden Gelage in den Griff bekommen können.“
Gegenseitige Rücksichtnahme
Gleicher Anlass, anderer Ort: Auch der „Tanz in den Mai“ im Schlossgarten-Café endete jäh, als Anwohner sich über den Lärmpegel beschwerten. Und der war tatsächlich zu hoch: „Gemessen wurden 56 Dezibel, erlaubt sind nach 22 Uhr allerdings nur durchschnittlich 40 Dezibel“, erklärt Koch. So musste die Musikband die Bühne verlassen. Denn: Laut Informationen von Koch hatte der Veranstalter zwar eine Konzession bis 4 Uhr morgens – „allerdings nur für den Verkauf von Bier und Würstchen, nicht aber für das Musikprogramm.“ Kochs Fazit: „Feiern soll jeder nach Lust und Laune – aber in gegenseitiger Rücksichtnahme, ohne, dass jemand Schaden nimmt.“
Wolfgang Halberscheidt / Caroline Kern
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