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Groß angelegte Untersuchung zum Sport im offenen Ganztag: Münsteraner forschen federführend

Welchen und wieviel Sport gibt es im Angebot offener Ganztagsgrundschulen? Solche und andere Frage werden jetzt wissenschaftlich untersucht. [Fotos: Pixelio/Hofschlaeger]
In Nordrhein-Westfalen gibt es derzeit 2941 offene Ganztagsgrundschulen. Neben dem Unterricht, Mittagessen und Zeit für Hausaufgaben spielt auch der Faktor "Freizeit" eine entscheidende Rolle für einen ausgeglichenen Alltag der Kinder.
Spiel- und Sportangebote werden hier am stärksten nachgefragt. Jedoch, wie gut ist die Qualität der Sportangebote? Wie stark dürfen die Kinder mitbestimmen, was sie in ihrer freien Zeit machen? Sind die nötigen Strukturen vorhanden, um die Qualität der Angebote zu verbessern?
Landesweite Studie
Diese und ähnliche Fragen sollen in einer vom Schulministerium, dem Innenministerium, dem Landessportbund und der Unfallkasse Nordrhein-Westfalen in Auftrag gegebenen Studie geklärt werden. Das Institut für Sportwissenschaft (IfS) der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) ist maßgeblich an der landesweiten Studie beteiligt.
Mitbestimmen dürfen
In insgesamt acht Modulen untersuchen Wissenschaftler der WWU sowie des Willibaldt Gebhardt-Instituts der Universität Duisburg-Essen die Qualität von Sportangeboten in Ganztagsschulen der Primarstufe. Unter der Leitung von Prof. Dr. Nils Neuber zeichnet das IfS verantwortlich für zwei große Module, die sich mit der Partizipation und der Integration von Kindern innerhalb der Sportangebote beschäftigen. Qualitative Untersuchungen, die in den Städten Münster und Essen sowie den Kreisen Ennepe-Ruhr und Steinfurt durchgeführt werden, sollen die "Kardinalthemen" der Debatte beleuchten. "Wenn die Kinder gegessen und ihre Hausaufgaben gemacht haben, gehört der Nachmittag nicht mehr in den Bereich 'Schule'", erläutert Nils Neuber, "also müssen sie mitbestimmen dürfen, was in der freien Zeit gemacht wird."
Interviews und Videografie
Um zu analysieren, wie gut oder schlecht die Mitbestimmung abläuft, werden Videografien und Interviews an vier bis sechs ausgewählten Schulen durchgeführt und analysiert. Dabei interessiert die Wissenschaftler besonders, welche Angebote es an den Schulen bereits gibt, in welchen unterschiedlichen Formen sie stattfinden und welche Rolle die jeweiligen Bezugspersonen, zum Beispiel Studierende, oder Übungsleiter aus Sportvereinen, spielen.
Chancen für "Bildungsverlierer"
Im zweiten Modul wollen die münsterschen Wissenschaftler herausfinden, wie es um die Integration von Kindern mit Migrationshintergrund bestellt ist. Durch ein ausgeprägtes Sportangebot erhoffe man sich, gerade die so genannten "Bildungsverlierer" stärker integrieren zu können, erläutert Nils Neuber. Die Eltern solcher Kinder könnten sich nämlich oft die Mitgliedschaft in Sportvereinen nicht leisten oder legten zum Teil nur wenig Wert darauf. "Kinder mit Migrationshintergrund können deshalb in besonderer Weise von den Ganztagsschulen profitieren", ist der Sportdidaktiker überzeugt. Welche Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden, wie sich das Schulleben gestaltet und welche Konzepte die Schulen verfolgen, wird für die auf zwei Jahre angelegte Studie erhoben.
Module zusammenführen
Schließlich sollen die verschiedenen Untersuchungseinheiten zusammengeführt werden. Die münsterschen Sportpsychologen Prof. Dr. Bernd Strauß und Privatdozentin Dr. Maike Tietjens verantworten dieses als Ergänzung und Komplettierung der Studie in Auftrag gegebene Modul. "Unsere Aufgabe ist es", berichtet Maike Tietjens, "die Daten der Module zu sammeln und zusammenzuführen. Dadurch wollen wir den spezifischen Einfluss der 'Player' - wie Lehrer, Schüler, Eltern, Sportvereine, Schule - auf den Erfolg von Angeboten in Ganztagseinrichtungen herausarbeiten."
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