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USC-Gegner 1. VC Wiesbaden: Johanna Barg beantwortet die echo-Fragen zum Spieltag

Hatten gemeinsam Spaß beim USC Münster: Johanna Barg (l.), jetzt Wiesbaden, und Lea Hildebrand. [Foto: Austermann]
Noch ist alles denkbar. Von der Meisterschaft bis zur Bronzemedaille. Doch gewinnt der 1. VC Wiesbaden am Samstagabend das letzte Saisonspiel der Bundesliga 2009/10 am Berg Fidel (18 Uhr) beim USC Münster, und zeitgleich schafft Hamburg tief im Süden in Vilsbiburg die Sensation, dann ist der VCW Champion. Die erste Meisterschaft der Hessen in Münster zu holen, das wäre dann vor allem für Johanna Barg, die vor einem Jahr vom USC an den Rhein gewechselt ist, ein ganz besonderes Erlebnis. Die 25-Jährige beantwortet die echo-Fragen zum Spieltag.
echo: Johanna, vor knapp einem Jahr bist Du aus Münster zum VCW gewechselt. Was hat Dir die Zeit in Hessen gebracht?
Johanna Barg: „Ich habe hier viele interessante Eindrücke sammeln können. Zwei Dinge stechen da für mich hervor: Zum einen das Trainingslager in China vor Saisonbeginn. Da wäre ich sonst in meinem Leben wohl nicht hingekommen. Es waren spezielle Erfahrungen, es war aber auch gewöhnungsbedürftig. Alles in allem war es positiv und aufregend. Zum anderen muss ich gestehen, dass wir ja auch für uns selbst eine überraschend erfolgreiche Saison gespielt haben. Diese Serie, das war die Vorgabe von oben, sollte eigentlich ein Jahr zum Zusammenwachsen werden, um dann 2010/11 oben anzugreifen. Nun spielen wir jetzt schon im den Titel mit.“
echo: Was für eine Rolle hast Du in diesem Jahr im Team gespielt?
Barg: „Am Anfang habe ich wenig bis sehr wenig Einsatzzeiten bekommen. Ab Weihnachten war es dann mehr, da kann ich mich nicht beklagen. Wenn ich nicht gespielt habe, waren die Argumente von unserer Trainer Xiaojun Yang für mich nachvollziehbar. Mir war bei meinem Wechsel schon klar: In dieser starken Mannschaft wirst du nicht von Anfang bis Ende komplett durchspielen.“
echo: Du sprichst Yang an. Ihr haftet der Ruf der „preußischen Generälin“, so die FAZ, an. Was für ein Typ ist Eure Trainerin?
Barg: „Sie lebt Volleyball. Mit ganzem Herzen. Und sie ist sehr emotional. Das preußische ist mir im Training eigentlich nicht sonderlich aufgefallen. Disziplin und Pünktlichkeit musste uns Spielerinnen hier ohnehin keiner beibringen. Die meisten von uns kommen aus Klubs, wo das natürlich auch so gehandhabt wurde, dass man beispielsweise eine Zeit vor dem Trainingsbeginn da ist, um das Netz aufzubauen und solche Sachen. Das war für alle Neuen beim VCW keine große Veränderung zu den vorigen Klubs.“
echo: Ich gehe mal davon aus, dass Du den Weg des USC in dieser Saison genau verfolgt hast. Wie ordnest Du Münsters Leistung ein?
Barg: „Klar habe ich das verfolgt, mit Spielerinnen wie beispielsweise Andrea Berg habe ich noch regelmäßigen Kontakt. Ich habe mich gerade für Andrea unheimlich gefreut, als ich gelesen habe, dass sie wieder spielen kann nach ihrer langen Verletzung. Da habe ich sie natürlich sofort angerufen. Ansonsten freue ich mich auch für den USC, dass es wieder läuft!“
echo: Und jetzt kannst Du Deinen ersten Meistertitel mit Wiesbaden ausgerechnet am Berg Fidel feiern – wenn Hamburg mitspielt…
Barg: „Dass wir in die Medaillenränge gekommen sind, ist für uns schon großartig in diesem Jahr, das ja wiegesagt als Zeitraum zum Zusammenwachsen geplant war. Natürlich können wir die Meisterschaft nicht aus eigener Kraft schaffen, brauchen die Mithilfe meines Ex-Klubs VTA Hamburg. Aber erstmal müssen wir in Münster unser Soll erfüllen und gewinnen. Allerdings ist Hamburg in dieser Saison für Überraschungen gut, die sind unberechenbar. Also, nichts ist unmöglich. Und hier in Münster Meister zu werden, das wäre für mich persönlich schon etwas Besonderes. Meine Eltern sind da, natürlich mein Freund, mit dem ich in Münster eine Wohnung habe, seine Eltern sind Dauerkarteninhaber beim USC. Es ist schön, dass uns das letzte Match an den Berg Fidel führt.“
echo: Ein Wort noch zu Deiner Zukunft: Du hast Dich aktuell auf die Transferliste setzen lassen. Wo führt der Weg hin?
Barg: „Ich habe die Option zur Verlängerung bis 2011 nicht gezogen. Konsequenterweise stehe ich jetzt auf der Transferliste. Das heißt aber nicht, dass ich nicht doch in Wiesbaden bleibe, das Angebot des Vereins besteht. Wir werden sehen, wohin es geht.“
Interview: Lutz Hackmann
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