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Teil 1: Wehe dem, der an Gysi-Plakaten knibbelt ...
Bekommt es Münsters Union jetzt mit einem „Fall Rohleder“ zu tun? Der grüne Ratsherr hatte sich bekanntlich im vergangenen Jahr aufgrund von "Überarbeitung" einerseits, "Red-Bull-Schwips" andererseits in aller Herrgottsfrühe an einem FDP-Plakat vergriffen und die Losung mir-nichts-dir-nichts per Edding-Stift verunziert. Nun soll ein „hochrangiges Mitglied“ aus dem CDU-Kreisverband bei einem ähnlichen Delikt gesehen worden sein.
Ein Augenzeuge will den Funktionsträger kurz vor Sonnenaufgang in Höhe der Windthorststraße dabei erwischt haben, wie der an einem Poster mit dem Konterfei von Gregor Gysi knibbelte – und das Schild wohl vollends demolierte. Das behaupten zumindest Rüdiger Sagel und Dirk Habermann.
"Vernünftige Leute"
„Ach was“, kommentiert auf der Gegenseite Geschäftsführer Christoph Brands den Vorwurf der zwei Linken, „das kann ich mir nicht vorstellen. Unsere Leute, die sind vernünftig.“ So bezweifelt er, dass jemand aus den eigenen Reihen wirklich in der beschriebenen Weise aufgetreten ist. „Wenn überhaupt", so sinniert Brands, "handelt es sich um einen bedauerlichen Einzelfall. Von Sachbeschädigungen distanzieren wir uns, lehnen die prinzipiell ab.“
Aber die Protagonisten aus dem tiefroten Lager beharren auf ihrer Aussage. Um sich nicht des Verdachts oberflächlicher Anschwärzerei auszusetzen, bat Habermann den Informanten nach den ersten Telefongesprächen ins Parteibüro und ging mit ihm, Satz für Satz, die Beobachtung akribisch durch. Anschließend unterzeichnete der Besucher eine eidesstattliche Versicherung, zudem erkannte er auf der christdemokratischen Homepage das Gesicht des morgendlichen Gysi-Frevlers wieder.
Sagel/Habermann wollen dessen Identität vorerst für sich behalten. „Wir werden zunächst die CDU über den Vorfall informieren, gleichzeitig eine Erklärung mitsamt Entschuldigung verlangen.“ Die hierfür anberaumte Frist: Freitag, 7. Mai, 15 Uhr. „Bleibt die gewünschte Reaktion aus, behalten wir uns juristische Schritte vor.“ Und der Name, er würde dann wohl zwangsläufig öffentlich …
Wolfgang Halberscheidt
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