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Nichts zum Erwärmen: Preußen lassen die Fohlen laufen und verlieren

Torschütze des Abends: Gladbachs Routinier Marcel Podszus, 33 Lenze alt, markierte sein sechstes Saisontor. [Foto: Austermann]
Fünf Regionalligaspiele hatten die Preußen zuletzt nicht mehr verloren, jetzt ist die kleine Serie dahin: Am kalten Freitag unterlagen die münsterischen Fußballer nach schwacher Vorstellung über die volle Spielzeit der U 23 von Borussia Mönchengladbach mit 0:1 (0:1). Die Gäste brauchten die Punkte und ließen das ansehnlich wie durchgehend erkennen.
Den Trott, den Marc Fascher partout nicht haben wollte gegen Saisonende, erlebte er doch im vorletzten Heimspiel vor der Minuskulisse von 2034 Besuchern. Nach der Pause am nächsten Wochenende sind die Preußen als nächstes in Mannheim gefordert (22. Mai).
Premierenauftritt
Ihren Premierenauftritt an der Hammer Straße hatte Spielleiterin Dr. Riem Hussein, 30 Jahre junge Apothekerin aus Bad Harzburg und seit dem letzten Jahr FIFA-Schiedsrichterin für den Frauenbereich. In diesem Spiel zeigte sie zu schnell Gelbe Karten.
Gladbach rückte mit allen spielberechtigten Profis an (Keeper Löhe, Callsen-Bracker, Bäcker, Neustädter, Jantschke) sowie zwei Talenten: Links offensiv jagte Elias Kachunga, gerade 18 Lenze alt, die Linie lang, U 19-Kollege Julian Korb (Jahrgang ´92) spielt wieder, weil er sich zuvor im defensiven Mittelfeld hervor getan hatte.

Hier ist Elias Kachunga (l.), einer der Youngster im Gästeteam, schneller als der Ball. Massimo Ornatelli (r.) hielt den Linksfuß nur selten in Schach.
Gladbach nimmt Tempo auf
Die sehr willig auftretenden Gäste setzten sofort Offensivakzente: Dams im Fallen und der schnelle Außenspieler Elias Kachunga prüften David Buchholz. Es war klar: Horst Wohlers hatte seine Elf auf Balleroberung gepolt und wollte die Preußen weit weg vom eigenen Tor halten. Das Engagement wurde belohnt, das Spiel war keine halbe Stunde alt: Kachunga wurde links eingesetzt und sprintete davon, flankte sehr gut auf den zweiten Pfosten und fand Routinier Marcel Podszus, der aus fünf Metern unbedrängt traf.
Das Tor entsprach den Kräfteverhältnissen bis dahin, denn die läuferisch unterlegenen Preußen verloren zu viele Bälle, schauten den Gladbachern hinterher und waren über Außen anfällig. Die „Fohlen“ schraubten das Tempo keineswegs herunter. In der 40. Minute gab es den siebten Eckball, die Preußenstatistik stand hier bei Null. Roman Neustädter fiel für die Gäste im defensiven Mittelfeld auf. Als Baltes, der schon mit Uerdingen gegen Münster spielte, rechts gegen Lorenz erfolgreich war und Podszus fand, musste Buchholz wieder gut reagieren.

Emsig bekämpft wurde auch Sercan Güvenisik (l.), der sich hier gegen Innenverteidiger Tony Jantschke den Ball zu weit vorlegt.
Keine Wende nach der Pause
Kaum waren die Teams, personell unverändert, wieder auf dem Platz, musste Buchholz wieder aufpassen: Neustädter legte bestens für Podszus auf, der hatte alle Zeit der Welt, um sich passend zu sortieren und scheiterte mit seinem 15-Meterschuss erst am Preußentorwart. Der muss sich inzwischen ziemlich allein auf weiter Flur gefühlt haben.
Es blieb ein ziemliches Stückwerkspiel auf Preußenseite, also setzte Fascher nach einer Stunde auf mehr Durchschlagskraft und setzte Assauer für Matlik ein, aber selbstredend als Angreifer. Gladbach musste den angeschlagenen Neustädter raus nehmen. Korb war der nächste, der Buchholz prüfte, auch er kam im 16er zum Torabschluss.
Gegen den Mann agierten praktisch alle Gladbacher konzentrierter und bissiger als andersherum die Preußen. Weil die sich ständig wehren mussten und unter Druck standen, fanden sie nicht in einen griffigen Stil. Bäcker aus bester Position und Baltes per Freistoß an die Torlatte hätten alles klar machen können. Auch Korb kurz vor Schluss, aber er schob Ball und Verantwortung weiter. Bestraft wurden er und seine Kollegen nicht dafür.
Thomas Austermann
Namen und Zahlen
Preußen: Buchholz – Ornatelli, Grembowietz, Capretti, Lorenz – Bakalorz, Matlik (59. Assauer) – Loose (75. Möllering), Pollok, Kara – Güvenisik.
Gladbach U 23: Löhe - Pirschel, Jantschke, Dams, Heubach – Baltes, Neustädter (63. Kacar), Korb, Kachunga (90. Damahou) – Podszus, Bäcker (89. Pisano).
SRin: Riem Hussein (Bad Harzburg/Niedersachsen) – Zuschauer: 2034
Tor: 0:1 Podszus (25)
Gelbe Karten: Güvenisik, Pollok, Ornatelli, Lorenz – Kachunga, Pirschel, Bäcker, Jantschke
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