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Stattwurst für die Mai-Vandalen vom Hiltruper See

Die Stattwurst gibt es diese Woche für die jungen Leute, die ihren 1. Mai mit Alkohol, Müll und Keilereien begingen. [Fotomontage: Wladimir Ruf]
Was braucht man, um mehr als eineinhalb Jahrtausende in ein Szenario der Vergangenheit zu reisen? Richtig: 600 Jugendliche aus Münster, einen ordentlichen See und den 1. Mai. Und schon sieht es nach ein paar Stunden so aus, wie weiland die römischen Geschichtsschreiber ihre Stadt nach der sprichwörtlichen Plünderung der Vandalen vorgefunden haben. Die echo-Redaktion sagt: Stattwurst für die 50 dreckigen Dutzend.
Dass die Polizei anrücken musste, um der ausufernden „Party“ am Maifeiertag in der Idylle des Hiltruper Sees ein Ende zu bereiten, ist hierbei nur ein Aspekt. Wobei die Truppe in Grün ja nicht antrabte, weil etwa Musik zu laut gewesen wäre. An allen Ecken und Enden des Mai-Gelages waren Keilereien im Gange, und zwar bereits schon um 17.30 Uhr, wie Augenzeugen berichten.
Alkohol und Adrenalin
Das Schlimme an der ganzen Sache ist die Manie der Jugendlichen, ein solches Szenario aufzubauen. Spricht man mit Beteiligten, hört man heraus, dass eines der Ziele war, eine gewisse provinzielle Konkurrenz zu den traditionellen Maikrawallen in Berlin und Hamburg zu betreiben. Gezielt „Scheiße bauen“, also überwiegend Aktionen, die im Sachschaden gipfeln. Es geht um den Kick, das Adrenalin – in gezielter Kombination mit (nach, bei) massivem Alkohol-Genuss, besser gesagt: -Abusus. Ganz schön wurstig, dass die in Hiltrup beteiligten Teenies und Twens sich diesen Kick nicht anders holen können. Wobei sich da auch die Eltern-Generation fragen muss, wie es so weit kommen kann.
Schlachtfeld
Strafanzeigen wegen Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte, ein Schlachtfeld voller Unrat, und ein erfahrener Einsatzleiter, der „soetwas noch nie gesehen“ hat, blieben gegen 21.30 Uhr unterm Strich übrig. Was für ein wunderbarer 1. Mai muss das für viele – ganz gewiss nicht alle! - der 600 jungen Leute gewesen sein. Unsere Stattwurst wird ihnen wurscht sein. Es gibt sie trotzdem.
Ein Gutes hatte die Sache ja vielleicht: Die Polizei aus dem Raum Recklinghausen kann schonmal präventiv bei den Kollegen aus Münster nachfragen, wie diese die Situation bestimmt und zügig gelöst haben. Denn wenn am 15. Mai wie angekündigt der Flashmob „Sturm des Silbersees“ in Haltern über die Vest-Gemeinde kommt, dann wird sich der Maifeiertag 2010 in Hiltrup wohl wie ein Kindergeburtstag ausnehmen.
LUH
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