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VfL müsste Möller klonen können: Beim 2:2 trifft nur der Abwehrchef

Gegen eine Überzahl geht es auch: Christoph Möller (weißer Dress) köpft mit resolutem Einsatz zum 1:1 ein. Auch das 2:2 machte der VfL-Kapitän später. [Fotos (3): Austermann]
Zwei Spieltage vor Schluss liegt der VfL Wolbeck immer noch im Minus, auf einem Abstiegsplatz nämlich. In der Landesliga reichte es trotz dauerhafter Bemühungen am Sonntag nur zu einem 2:2 (1:2) gegen den durchaus wehrhaften Letzten Vorwärts Wettringen. Weil nicht alle Konkurrenten mitspielten, muss der VfL jetzt in Hiltrup einen Baum ausreißen.
Als Drittletzter steht Wolbeck weiterhin unter Dampf. Trainer Thomas Fuchtmann hat es bisher geschafft, dass sich der Druck der letzten Wochen nicht wirklich als Hemmnis niederschlägt – nun muss er seine Jungs ausgerechnet vor dem Duell gegen seinen künftigen Verein zum Nervenbewahren bringen. Dass Mirko Rühl dem VfL ausfällt, ist bitter: Der schnelle Stürmer verdrehte sich das Knie und befürchtet sogar, dass wieder ein Kreuzbandriss diagnostiziert werden muss.
Zweiter Möller müsste her
Könnte der VfL schnell noch den Abwehrchef Christoph Möller klonen und die Kunstfigur dann in den Sturm stellen, käme er einen Schritt weiter. Der ehemalige Nullachter sorgte am 28. Spieltag für beide Treffer, in bewährter Manier natürlich per Kopf und nach Eckbällen. Gegen die Wucht es auch geschickt laufenden Möller ist manchmal nichts auszurichten. Seine Entschlossenheit aber zeigt längst nicht jeder VfL-Kollege beim Abschluss.
Möller egalisierte in der 19. Minute wuchtig die Vorwärts-Führung aus der 7. Minute, als Schmitz per abgefälschtem Schuss völlig überraschend erfolgreich war. Und das erste Tor fiel gegen den Trend, denn Wolbeck nahm direkt Tempo auf und musste durch Gunvald Herdin vorlegen. Möllers erster Streich gereichte dem VfL nicht zu durchgehender Aufmerksamkeit, denn einen frechen Freistoß von Artmann musste „Mo“ Ostrop ins kurze Ecke fliegen lassen (24.).
Rühls Aus beschäftigte die Gastgeber dann länger, denn der völlig geknickte Mann saß lange nahe am Spielfeld, ehe er in die Kabine humpeln konnte.

Gunvald Herdin (r.) nimmt Tempo auf und Vorwärts-Spieler Christian Zurich muss den Arm zu Hilfe nehmen.
Zeit genug für den dritten Treffer
Sindou Kone ersetzte Rühl und sorgte durchaus für Beschäftigung in der Vorwärts-Abwehr, achtete aber viel zu wenig aufs Abseits. Hohe Bälle waren Gift für Wettringens Keeper Tom Knöpper, wahrlich keine Größe seines Fachs. Eine erzwungene nächste Franke-Ecke drehte Möller ins lange Eck mit der Stirn, 2:2 in der 50. Minute. Also Zeit genug für den nächsten Schlag.
Den aber setzte niemand: Kone verstolperte, Bothen versprang der Ball in bester Lage, Herdin hatte nicht mehr genug Power, um vor Knöpper an den Ball zu kommen. Derlei Szenen wiederholten sich – Wettringen schob die Abwehr vor und ging damit ein Risiko ein, stellte den VfL aber auch oft ins Abseits damit.
Rasen ramponiert
Der völlig ramponierte Rasen am Brandhoveweg, der uneben ist und löchrig, gereicht dem VfL nicht zum Vorteil. Die auch im Abstiegskampf eher spielerisch agierende Truppe wird einer Stärke beraubt. „Ich weiß auch nicht, warum hier mit dem Rasen nichts passiert“, ärgerte sich Fuchtmann nicht zum ersten Mal.
Freilich: Es hätte allemal auch auf dem Grün reichen müssen, „wir hatten ja die Chancen, wir müssen ja vorlegen.“ Unachtsamkeiten und Sorglosigkeiten
der Defensive sah er den Vorwärtstreffern voraus gehen. „Dabei war klar besprochen, dass die auf Standards setzen und für Überraschungen gut sind.“
Becker erstmals am Platz
Erstmals in dieser Serie und seit seiner Zusage war Carsten Becker (Foto r.) am Platz, der künftige VfL-Trainer, der gerade nach dreiwöchiger Büffelei seine Trainer-A-Lizenz bestanden hat zusammen mit Männern wie Otto Addo oder Thomas Meggle. Becker ist dabei, den VfL-Kader der neu zu bestücken. Die sportliche Ungewissheit spielt ihm dabei nicht in die Karten – ein Gunvald Herdin etwa ist wohl für die Bezirksliga nicht zu begeistern.
Thomas Austermann
Namen und Zahlen
Wolbeck: Ostrop – Honermeyer (75. Schubert), Möller, Leonard, Franke – Tawidde, Kluczniok, Hessel (61. Becker), Bothen – Rühl (41. Kone), Herdin.
Tore: 0:1 Schmitz (7.), 1:1 Möller (19.), 1:2 Artmann (24.), 2:2 Möller (50.)
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