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Unterwegs auf Münsters Wahlkarte: Die Höhenflüge und Talfahrten der Landtagskandidaten

Farbenspiele nicht nur auf dem PC-Bildschirm: Nach der Landtagswahl ist die Karte von Münster bunt - und zeigt, wo welche Parteien gut oder auch weniger gut vertreten sind. [Foto: Hänscheid]
Die NRW-Landtagswahl 2009 ist vorbei, die Analyse der Wahlergebnisse indes geht weiter: Auch in Münster ergibt die Verteilung der Voten ein spannendes Gesamtbild. echo-muenster.de hat bei den Erststimmen genauer hingesehen: Wo gibt es „Ausreißer“ nach oben, wo nach unten? Wo tummeln sich die Anhänger, wo die Gegner der jeweiligen Parteien?
Die beiden CDU-Kandidaten Josef Rickfelder (38,65 Prozent) und Prof. Dr. Thomas Sternberg (40,01 Prozent) haben jeweils das Direktmandat für den Düsseldorfer Landtag geholt. Für dieses Ergebnis haben in Rickfelders Wahlkreis (Nord) vor allem die Wähler in Mauritz (59,35 Prozent im Wahllokal „An der Konradkirche“) und Gelmer (58,58 Prozent) gesorgt.
CDU-stark: Loevelingloh
Im Süden tummelten sich die CDU-Anhänger im Amelsbürener Ortsteil Loevelingloh – 61,92 Prozent setzten dort ihr Kreuzchen für Sternberg – und im Briefwahlbezirk Hiltrup-Mitte 1 (60,23 Prozent für Sternberg). Schlechter indes sah es für den Christdemokraten Rickfelder im Erphoviertel (18,46 Prozent) und in Sentrup (21,26 Philippistraße) aus, sein Kollege Sternberg musste im Bahnhofs- (12,59 Prozent Bremer Straße) und im Hafenviertel (19,59 Prozent Zumbroockstraße) Verluste einstecken.
SPD-Fans in Kinderhaus
Auch bei den beiden Sozialdemokratinnen zeichnen sich klare Tendenzen ab: Dr. Anna Boos, die Kandidatin für den Wahlkreis Nord, kann insgesamt 33,44 Prozent der Wählerstimmen für sich verbuchen. Einen kräftigen Schub hat sie aus Kinderhaus bekommen: 48,25 Prozent der Bewohner haben im Wahllokal Killingstraße ihre Stimme für sie abgegeben. In Mauritz konnte die Politikerin ebenfalls punkten (45,44 Prozent im Wahllokal Hegerskamp). Weniger beliebt war sie in Gelmer: Für nur 20,54 Prozent reichte es im Briefwahlbezirk Gelmer, 20,93 Prozent erlangte Boos im gleichnamigen Wahllokal.
Schulze punktet im Geistviertel
Fans von SPD-Chefin Svenja Schulze (36,55 Prozent) gab es vor allem im Geistviertel: 51,06 Prozent in der Weißenburgstraße, 48,42 Prozent am Grünen Grund. In Loevelingloh musste die Genossin etliche Punkte an Thomas Sternberg abtreten, nur 22,05 Prozent der Bewohner haben dort für sie gestimmt. Im Briefwahlbezirk Roxel 1 sah es nicht viel besser aus: 23,79 Prozent der Stimmen gingen an Svenja Schulze.
Grünes Erphoviertel, grünes Bahnhofsviertel
Grund zum Jubeln hatten die Grünen im Erphoviertel und rund um den Bahnhof: Otto Reiners, Kandidat für den Wahlkreis Nord und mit 17,99 Prozent insgesamt gewählt, landete in der Overbergstraße auf 33,41 Prozent. 31,30 Prozent der Urnengänger setzten in der Staufenstraße ihr Kreuzchen für den grünen Kommunalpolitiker. Kollegin Josefine Paul (15,23 Prozent) war bei den Wählern am Hansaplatz besonders beliebt (30,65 Prozent), 28,36 Prozent konnte die frisch gekürte Landtagsabgeordnete im Briefwahlbezirk Pluggendorf/Bahnhof 1 für sich verbuchen. Ausreißer nach unten gab's für Reiners in der Breslauer Straße in Coerde (6,63 Prozent) und im Briefwahlbezirk Rumphorst 2 (5,10 Prozent), für Paul „Am Berg Fidel“ (4,35 Prozent) und in der Hogenbergtraße, ebenfalls Berg Fidel (5,37 Prozent).
Stark liberal: Rumphorst und Berg Fidel
Verdrängt wurden die Grünen in eben diesen Stadtvierteln von Befürwortern der Liberalen: Christoph Jauch (5,29 Prozent) wurde mit 15,18 Prozent im Briefwahlbezirk Rumphorst 2 gewählt, auf 9,30 Prozent der Stimmzettel im Briefwahlbezirk Gelmer/Dyckburg 2 stand das Kreuzchen hinter seinem Namen. Die Liberale Petra Pabst (3,93 Prozent) hat mit 7,11 Prozent am Vennheideweg in Berg Fidel gepunktet, 6,94 Prozent erreichte sie in der Hiltruper Marktallee. Deutlich weniger Anhänger ihrer Politik fanden sich am Hansaplatz im Herz-Jesu-Viertel (1,03 Prozent), und auch in der Aaseestadt konnte Pabst nur schwach überzeugen (1,67 Prozent „Lange Ossenbeck“). Jauch fuhr Verluste in der Philippistraße (Sentrup) ein (2,10 Prozent), ebenso wenige Wähler haben sich in der Killingstraße in Kinderhaus für ihn entschieden.
In Kinderhaus und Coerde die Nase vorn: Die Linke
Einfach erklären lässt sich Letzteres anhand des Erfolgs von Rüdiger Sagel (4,63 Prozent): 13,99 Prozent der Kinderhauser setzten in der Killingstraße ihr Kreuzchen für den Linken, in der Königsberger Straße in Coerde waren es sogar 16,01 Prozent. In Mauritz indes musste Sagel dem CDU-Mann Rickfelder den Vortritt lassen: Nur 0,95 Prozent der Stimmen holte der Querdenker im Wahllokal „An der Konradkirche“. Ebenfalls dürftig sein Schnitt in Handorf: 1,64 Prozent gab's in Krüsbreede. Parteikollege Ali Atalan (4,28 Prozent) überzeugte mit 11,11 Prozent „Am Berg Fidel“, mit 9,86 Prozent an der Bremer Straße im Bahnhofsvierel. Einige Schlappen musste auch er einstecken: Nur 1,14 Prozent der Briefwähler im Bezirk Hiltrup-Mitte 1 gaben ihm ihre Stimme, 1,19 Prozent folgten in Mauritz am Lindenweg.
Caroline Kern
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