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[17.05.2010 | ECHO]

Aus sechs mach eins: echo-muenster bekommt ein neues Format. Wir verabschieden uns von den Ressorts Aktuelles, Wirtschaft, Kultur, Hochschulen und Kaleidoskop. Die Sportkollegen werden in gewohnter Qualität weiterhin tagesaktuell berichten - und dies noch ausführlicher tun. Thomas Austermann und Lutz Hackmann bleiben also im wahrsten Sinne des Wortes „am Ball“. 

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Ist die Familie im 21. Jahrhundert noch ein Ort regionalen Sprachgebrauchs?

Aufgeschlagenes Wörterbuch

Zwar braucht man in Norddeutschland eigentlich kein Wörterbuch, um einander zu verstehen. Aber die Unterschiede in den Dialekten sind derzeit Gegenstand eines Forschungsprojektes. [Foto: Pixelio/Morlok]

[13.05.2010 | Münster | ECHO]

Um heraus zu finden, wie der Norden spricht, haben  Projektgruppen der Universitäten Bielefeld, Frankfurt/Oder, Hamburg, Kiel, Potsdam und Münster im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Großprojektes "Sprachvariation in Norddeutschland" (SiN) zwei Jahre lang zusammen geforscht.

In 18 Regionen des gesamten norddeutschen Raums haben sie dabei umfangreiche Sprachdaten erhoben.

Konkreter Sprachgebrauch

Im Germanistischen Institut der Universität Münster untersuchen Pamela König, Jens Philipp Lanwer und Daniela Twilfer unter der Leitung von Prof. Dr. Jürgen Macha den konkreten Sprachgebrauch in norddeutschen Familiengesprächen. Ziel der Forschungsgruppe ist es, "Sprachbewegungen" im Gesprächsverlauf, das heißt, das Hin und Her im Sprachgebrauch zwischen einerseits niederdeutschen Dialekten und andererseits hochdeutschbasierten, regionalen Umgangssprachen systematisch zu erfassen und zu beschreiben.

Erst regional, dann übergreifend

Im münsterschen Projekt wird untersucht, ob es zu Vermischungen zwischen niederdeutschen Dialekten einerseits  und andererseits hochdeutschbasierten, regionalen Umgangssprachen kommt. Zum Anderen stellt sich die Frage, ob Bewegungen zwischen unterschiedlichen Sprachformen willkürlich erfolgen, oder bestimmte, eventuell auch konventionalisierte kommunikative Funktionen im Gesprächszusammenhang erfüllen. Im Anschluss an die zunächst regional ausgerichteten Analysen sollen die erarbeiteten Ergebnisse weiterführend einem überregionalen Vergleich unterzogen werden.

Ziel: Umfassenes Bild

Übergeordnetes Ziel der Forschungsarbeit ist es, in Kooperation mit den anderen Projektstandorten ein möglichst umfassendes Bild der aktuellen Sprachsituation in Norddeutschland zu skizzieren und somit auch eine Kontrastfolie für zukünftige Untersuchungen der hiesigen Sprachverhältnisse zu schaffen. Der in Münster praktizierte, "sprachgebrauchsorientierte" Zugriff ist in diesem Gemeinschaftsunterfangen ein wichtiger Baustein. Die Untersuchung verspricht Aufschluss darüber zu geben, inwiefern die Familie im 21. Jahrhundert noch ein Ort regionalen Sprachgebrauchs ist und welche Bedeutung der Gebrauch lokal gebundener Sprachformen hier hat.

Archiv

Am 7.7.2010 ist der Umzug in unser neues Zuhause echo-muenster.de (ohne www.) erfolgt. Auf vielfachen Wunsch bleiben die gesamten bisherigen Inhalte weiterhin hier erreichbar: