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[17.05.2010 | ECHO]

Aus sechs mach eins: echo-muenster bekommt ein neues Format. Wir verabschieden uns von den Ressorts Aktuelles, Wirtschaft, Kultur, Hochschulen und Kaleidoskop. Die Sportkollegen werden in gewohnter Qualität weiterhin tagesaktuell berichten - und dies noch ausführlicher tun. Thomas Austermann und Lutz Hackmann bleiben also im wahrsten Sinne des Wortes „am Ball“. 

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Weverson trifft zweimal ins Wolbecker Herz

Szene TuS - VfL

Dennis Hoeveler, unterstützt von Andreas Fröbel, tankt sich gegen Wolbecks Sindou Kone durch. [Fotos: Hackmann]

[16.05.2010 | Münster | LUH]

Jetzt wird es ganz, ganz eng für den VfL Wolbeck: Nach dem 0:2 (0:0) am Sonntag beim Stadtrivalen TuS Hiltrup können die Kicker von Trainer Thomas Fuchtmann den Landesliga-Klassenerhalt nicht mehr aus eigener Kraft schaffen.

Trauriger Tag

Für Fuchtmann selbst ein trauriger Tag an seiner künftigen Wirkungsstätte in Hiltrup. Denn es war keinesfalls so, dass der TuS die Wolbecker überrollt hätte. Der VfL hatte durchaus seine Chance an diesem Nachmittag, doch ein sichtlich enttäuschter Fuchtmann brachte es nach dem Schlusspfiff auf den Punkt: „Gerade was wir in der zweiten Hälfte geboten haben, war einfach zu wenig.“

Vor allem im Offensivspiel haperte es bei den Gästen, die sich wohl gewünscht hätten, einen Mann wie Hiltrups Weverson de Oliveira im Sturm zu haben. Der Brasilianer markierte zwei Minuten nach Wiederanpfiff trocken das 1:0 per Kopf und schloss zwei Minuten vor dem Ende einen Konter eiskalt zum 2:0-Endstand ab.

Wolbeck startet besser

Die Wolbecker hatten allerdings den deutlich besseren Start als ihre Gastgeber erwischt. Schon nach acht Minuten hatte die Fuchtmann-Elf 3:0 Ecken auf ihrem Konto, doch echte Torgefahr wollte vorm Kasten von TuS-Keeper Lennart Lüke noch nicht entstehen. Die Hiltruper kamen erstmals nach 19 Minuten vors Wolbecker Gehäuse, Yannick Gieseler verzog aber aus 22 Metern.

Wolbecks Miguel Pires dos Santos (l.) im Zweikampf mit Yannick Gieseler.

Für den TuS war das jedenfalls der Startschuss in dieser Partie, das Ensemble von Trainer Rainer Leifken übernahm die Initiative. Erneut Gieseler und dann Dennis Hoeveler vergaben, für die Gäste setzte sich lediglich noch kurz vor der Pause einmal David Hessel in Szene, scheiterte aber am sicheren Lüke.

VfL knickt nach dem 0:1 ein

Keine 150 Sekunden waren im zweiten Durchgang gespielt, als die kalte Dusche für den VfL kam. Eine Ecke von Peter Stöpel drückte Weverson fast unbedrängt zum 1:0 ein. Ein Schock für die Fuchtmann-Elf, deren Zweikampfquote nun rapide absank. Bis zur 60. Minute hatten die Hiltruper durch Oliver Leifken und später durch eine Doppelchance von Hoeveler und Leifken das 2:0 auf dem Fuß. Doch der VfL bäumte sich noch einmal kurz auf: Philip Leonard köpfte nach einem Freistoß aus kurzer Distanz Lüke an, eine Minute später krachte ein Schuss von Jens Tawidde aus 22 Metern an die Latte.

Weverson abgezockt

Damit hatten die Gäste allerdings ihr Pulver verschossen, man merkte, dass die Wolbecker auch mental der Aufgabe nicht mehr gewachsen waren. Einzig Kapitän Christoph Möller wollte seine Mitspieler lautstark nochmal aufrütteln – allein es tat sich nicht mehr viel beim Tabellen-Vierzehnten. Im Gegenteil: Hiltrup hatte seine Chancen, das am Ende nicht unverdiente Tor markierte erneut Weverson. Hoeveler nahm mit einem gescheiten Pass die aufgerückte Wolbecker Deckung aus dem Spiel, der Brasilianer hatte freie Bahn und vollendete abgezockt mit einem Schlenzer über VfL-Schlussmann Philipp Ostrop.

Doppel-Torschütze Weverson umdribbelt Daniel Bothen.

Leifken: "Dann bestelle ich mir Kaffee"

„Wir waren in der ersten Hälfte eigentlich gut im Spiel, auch wenn der Zug nach vorne etwas fehlte. Das 0:1 hat uns dann völlig rausgebracht. Wir kamen nicht mehr in die Zweikämpfe“, resümierte ein sichtlich betroffener Fuchtmann, während sein Hiltruper Kollege Leifken strahlte: „Wir waren heute die klar bessere Mannschaft, auch wenn wir viele Chancen ausgelassen haben. Normalerweise muss es nach 70 Minuten 3:0 stehen, dann bestelle ich mir einen Kaffee!“

Daumen drücken

Für die Wolbecker wird der Klassenerhalt nun zu einem Pokerspiel am letzten Spieltag. Dann kommt Westfalia Gemen zum VfL, zeitgleich müssen die Münsteraner dem 1. FC Gievenbeck die Daumen drücken. Denn dort spielt YEG Hassel, die einzige Mannschaft, die der VfL noch einholen kann. Zwei Zähler sind die Hasseler vor dem VfL, dem einzig ein Sieg noch zum Klassenerhalt verhelfen kann.

Lutz Hackmann

Namen und Zahlen:

TuS Hiltrup: Lüke – Stosberg (28. Wellenreuther) – Kirchhoff, Schulz – Gieseler – Stöpel, Fröbel, Hoeveler – Kleine-Wilke – Weverson, O. Leifken

VfL Wolbeck:
Ostrop – Mendja-Onana, Möller, Leonard, Franke – Bothen – Kone (73. Schubert), Becker (59. Lambert), Hessel (64. Pires dos Santos) – Herdin, Tawidde

Tore:
1:0 und 2:0 Weverson (48., 88.)

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