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Preußens U 23 lässt sich von Emsdetten einen torlosen Langeweiler aufzwingen

Ausnahmsweise taucht SCP- Außenverteidiger Christopher Nas vor dem Tor auf, kann aber den Ball gegen Kai Mühlenhoff nicht richtig platzieren. [Fotos: Austermann]
Mit neun Punkten Vorsprung gegenüber einem Abstiegsplatz ging die U 23 des SC Preußen ins drittletzte Westfalenligaspiel. Auf der Sentruper Höhe verpassten es die Adlerträger am Sonntag gegen Emsdetten 05 mit dem ganz dünnen 0:0, endgültig für Klarheit zu sorgen. Die Elf ließ sich von den kraft- und harmlosen Gästen einen echten Langeweiler aufzwingen.
Ein Jahr nach dem Aufstieg wird die U 23-Mannschaft eine am Ende unruhige Serie trotzdem erfolgreich beendet. Unter Interimstrainer und Tasdelen-Nachfolger Stephan Küsters, der die Elf nach den Spielen gegen Paderborn und in Stadtlohn wieder abgeben wird, bleiben die Preußen ungeschlagen – sie holten acht Zähler aus vier Partien.
Mühlenhoff reaktiviert
Emsdetten rückte wenige Tage nach dem Hinspiel gegen den SCP (1:2) mit einem nächsten einst in Münster aktiven Mann an Kai Mühlenhoff, bei der Preußen-Zweiten Mitte 2009 ausgeschieden und seither vereinslos, sprang bei 05 ein, um die chronische Torwartpechsträhne in Andreas Höppners Elf zu beheben. Nachdem sich drei Schlussmänner verletzte abmelden mussten, reaktivierte Emsdetten den inzwischen in Essen als Lehrer beschäftigten Mühlenhoff für den Saisonrest. Und hat gut daran getan.
Der weißgott nicht austrainierte Keeper machte sein Spiel mit Routine und viel Ruhe – und dann hatte er seinen großen Auftritt beim Elfmeterschuss von Enes Demir (67.). Den nämlich parierte Mühlenhoff sehenswert, den Nachschuss angelte sich Patrick Scholtz und beide löschten damit einen der wenigen Brände vor dem 05-Kasten.
Den belagerte und belauerte die läuferisch klar überlegene U 23, die auf Timo Scherping verzichtete, zwar, aber sie agierte dabei nie zwingend oder nachhaltig. Pure Einfallslosigkeit produzierte Harmlosigkeit, der Eigensinn triumphierte bisweilen, ungefährliche Fernschüsse waren an der Tagesordnung.

Patrick Wensing (l.) versucht es auf der Sentruper Höhe aus der Distanz, aber 05-Kapitän Alexander Nowitzki hält dagegen.
Küsters sieht Sommerfußball
Küsters sagte nach dem fünften Remis der Serie, er habe in Halbzeit Sommerfußball angeprangert. „Das sah überheblich aus – dabei war ich sicher: schießen wir hier ein Tor, knickt Emsdetten ein. Aber so weit, eiskalt zuschlagen zu können, ist dieses Team noch nicht.“
Die ersatzgeschwächten Gäste (ohne Fromme) boten auch einige Akteure auf, die die letzten Reserven mobilisieren mussten, um auf viel zu langem Rasen die 90 Minuten durchstehen zu können. Also bauten Nowitzki und Kollegen ihr Spiel sehr gemächlich auf. Gemäß dem Bemühen, den Ball lange in eigenen Reihen zu halten. Die legitime Taktik sicherten defensiv die aufmerksamen Günner und Scholtz ab, die auch Kopfballhoheit ausspielten.
05 in Unterzahl wehrhaft
Nach über einer Stunde schien wie erwähnt doch noch die Zeit gekommen: Erst reklamierte Michael Erzen nach einem Duell mit Patrick Günner (Foto r.) einen Elfmeter, den er nicht bekam, dann sah Spielleiter Bernd Westbeld ziemlich exklusiv ein Handspiel von Günner. Demir, erst ein paar Minuten im Spiel, nahm sich den Ball – nach kurzer Diskussion auf dem Rasen. „Wenn sich einer sicher fühlt, soll er schießen“, fand Küsters.
Den Treffer setzte der Torjäger nicht, aus der Gelb-Roten Karte gegen Nowitzki (69.) schlug 05 mehr Kapital als Münster. Die nun verärgerten Gäste rissen sich in der Schlussphase zusammen – und hatten durch Dreckmanns Kopfball (72.) ihre erste und letzten Torchance.
Daniel Seidel, auch noch eingewechselt für Münster, schwor seine Mitstreiter zwar noch ein: „Jetzt kommt – 15 Minute noch und eine Hütte!“ Aber die Zeit lief den viel zu kompliziert attackierenden Gastgebern davon. Als Seidel einmal an die hohe Hereingabe kam und einen guten Kopfball setzte, klärte Julius Venhoff auf der Linie.
Thomas Austermann
Namen und Zahlen
Preußen U 23: Otte – Dieckmann, Melzer, Mümken, Nas – Koopmann (78. Hosseini), Pufal (59. Demir), Woltering (75. Seidel), Wensing – Erzen, Möllering.
Bes. Vorkommnis: Demir scheitert mit Foulelfmeter an Mühlenhoff (67.)
Gelb-Rot: Nowitzki (69., wegen Meckerns)
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