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[17.05.2010 | ECHO]

Aus sechs mach eins: echo-muenster bekommt ein neues Format. Wir verabschieden uns von den Ressorts Aktuelles, Wirtschaft, Kultur, Hochschulen und Kaleidoskop. Die Sportkollegen werden in gewohnter Qualität weiterhin tagesaktuell berichten - und dies noch ausführlicher tun. Thomas Austermann und Lutz Hackmann bleiben also im wahrsten Sinne des Wortes „am Ball“. 

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Pinto löst ohne Probleme das Weltmeisterschafts-Ticket

Tatjana Pinto

Ist in Moncton bei der U20-Weltmeisterschaft dabei: Ratio-Sprinterin Tatjana Pinto lief in Mannheim zwei niedrige 11,50-er Zeiten. [Fotos: Hackmann]

[05.07.2010 | Münster | LUH]

Es zeichnete sich bereits die gesamte Saison ab: Tatjana Pinto von der LG Ratio Münster ist 2010 in bestechender Form und darf sich nun über das absolute Highlight ihres Saisonkalenders freuen. Die Sprinterin wurde nach dem entscheidenden Wettkampf in Mannheim vom Deutschen Leichtathletik-Verband für die U20-Weltmeisterschaften im kanadischen Moncton (19. - 25. Juli) nominiert.

Die gebürtige Portugiesin, die bereits ein 11,46 über die 100 Meter als Bestzeit erzielte, lief bei der Bauhaus Junioren-Gala, dem wichtigsten Jugend- und Juniorenwettkampf in Deutschland, im Vorlauf zunächst 11,52 Sekunden und war im Finale noch eine Hundertstel besser. Als zweitbeste Deutsche dieses Wettkampfes hinter Leena Günther (Köln) und Siegerin Jodie Williams (England, 11,26) erfüllte Pinto die Vorgaben des Verbandes für eine Nominierung. Doch nach den konstanten Zeiten, die die Münsteranerin bisher gelaufen ist, war das nur noch Formsache. „Wir waren mit Tatjana bereits in der Vorbereitung auf Moncton, Mannheim war da als Zwischenstation gedacht. Das war auch mit dem Bundestrainer Alexander Seeger abgesprochen“, erläuterte LGR-Coach Frank Bartschat. Seeger, wohl wissend um Pintos Stärke, hätte die Ratio-Sprinterin auch mit nach Kanada genommen, wäre sie an Platz zwei vorbeigelaufen. Zumal Pinto in Mannheim mit der 4x100-m-Staffel der WJA eine 44,22 vorlegte, eine Wiederholung der bereits zu Buche stehenden Weltbestenliste 2010 in der U18. „Tatjana hat gezeigt, dass sie als dritte Läuferin derzeit aus keine weiblichen Staffel in Deutschland wegzudenken ist“, lobte Bartschat. Auch für die Staffel ist Pinto natürlich nominiert.

Schöckel im Ziel bewusstlos

Allerdings musste Bartschat dann doch etwas Sorge haben um seine beste Sprinterin. Denn die musste vor ihrem ersten Lauf mit ansehen, was Carina Schöckel widerfuhr, die sich in Mannheim für die 100 Meter Hürden bei der WM qualifizieren wollte. Bei Temperaturen knapp unter 40 Grad war Schöckel trotz bereits eintretender Schwindelgefühle und Übelkeit zum Vorlauf an den Start gegangen. Schon an der zweiten Hürde gab es eine Berührung. Schöckel brachte zwar immerhin eine 14,00 ins Ziel, brach dann aber sofort zusammen und war gut zehn Minuten bewusstlos. Diagnose: Hitzschlag. „Sie ist dann wieder auf die Beine gekommen“, berichtete Barschat, der sich um seine Athletin kümmerte, und die Vorbereitung Pintos auf deren Vorlauf nur nebenbei vornehmen konnte. „Um so stärker, dass Tatjana diese Bilder verdrängt, und das weggesteckt hat!“

Malkus: Verband bleibt stur

Die Hoffnung von einer Teilnahme bei der WM platzte auch für Weitspringerin Lena Malkus (Foto). Allerdings nicht etwa wegen mangelnder Leistung. Die 16-Jährige blieb bei allen vier gültigen Versuchen in der U20 über der WM-Norm von 6,20 Meter (6,20; 6,25; 6,33; 6,22), wurde Zweite hinter der Britin Lorraine Ugen, die es zwei Zentimeter weiter auf 6,35 Meter brachte. Doch die entscheidenden Gremien verzichteten darauf, Malkus nach der Nominierung für die Olympischen Jugendspiele im August in Singapur auch noch nach Moncton mit zu nehmen. „Ich denke, diese eiserne Vorgabe des Deutschen Olympischen Sportbundes, von der ich gehofft hatte, dass da ein Auge zugedrückt würde, ist da umgesetzt worden“, glaubte Bartschat, der sich nicht vorstellen konnte, dass der DLV nicht nur seine Beste nicht zur WM schickt, sondern erstmals seit Urzeiten in diesem Wettkampf überhaupt nicht vertreten sein wird. „So etwas ist schade, sehr schade. Aber Lena kann damit leben, sie wird nicht auf Olympia verzichten, um bei der WM dabei zu sein“, erklärte Bartschat.

Fels springt über 2,08 m

Sebastian Fels, der Vierte im Bunde der LGR-Riege, der sich noch vage Hoffnungen auf einen WM-Start machen durfte, wurde zwar im Finale der U20-Hochspringer zweitbester Deutscher hinter Mateusz Przybylko (Bayer Leverkusen), doch für die Nominierung reichten die überquerten 2,08 Meter nicht. „Bei dem Sprung war Sebastian deutlich drüber. 2,12 Meter hat er drauf“, resümierte Bartschat. Doch der 19-Jährige schaffte die Höhe dann nicht mehr. Damit hält Pinto allein die münsterische Fahne bei der U20-WM hoch.

Lutz Hackmann

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