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[17.05.2010 | ECHO]

Aus sechs mach eins: echo-muenster bekommt ein neues Format. Wir verabschieden uns von den Ressorts Aktuelles, Wirtschaft, Kultur, Hochschulen und Kaleidoskop. Die Sportkollegen werden in gewohnter Qualität weiterhin tagesaktuell berichten - und dies noch ausführlicher tun. Thomas Austermann und Lutz Hackmann bleiben also im wahrsten Sinne des Wortes „am Ball“. 

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Trainingsauftakt beim FCG: "Werden schnell zusammenrücken!"

Weßels

Hat Spaß und freut sich, "dass es wieder losgeht": FCG-Coach Maik Weßels beim Auftakt-Training [Fotos: Hackmann]

[05.07.2010 | Münster | LUH]

Gerade mal 25 Tage ist es her, dass Maik Weßels und seine Mannen ihr letztes Saisonspiel bestritten. In Herbern, dieses denkwürdige 3:2 gegen den TuS Eving-Lindenhorst, das dem 1. FC Gievenbeck den Aufstieg in die Westfalenliga bescherte. Daran erinnert sich Weßels auch gerne zurück. Doch andererseits weiß der FCG-Coach genau, dass nach dieser kurzen Pause seiner Truppe eine „brutal harte Vorbereitung“ auf die nächste Saison ins Haus steht.

Nachhaltigkeit

Am Montag nahmen die Gievenbecker das Training auf. Mit vier von fünf Neuzugängen (der aus Nottuln kommende Timm Barkam fehlte zum Auftakt) und drei Kickern aus den eigenen A-Junioren. Für den FCG, der in den letzten Jahren immer eine ausgeprägte Fluktuation im Kader hatte, ein bescheidener Wert. Doch das ist kein Versäumnis, sondern Teil des Plans. „Unser Konzept ist auf Nachhaltigkeit angelegt“, merkt Weßels an, „für den FCG ist die Fluktuation so gering wie nie. Aber das heißt ja nicht, dass wir satt sind, sondern dass unser Gerüst steht.“ Man habe sehr tiefgründige Einzelgespräche mit den einzelnen Spielern geführt, „und ich glaube, dass wir den Charakter unserer Truppe schon gut beurteilt haben.“

Positiver Effekt

Andererseits glaubt auch Weßels daran, dass das Potenzial der Mannschaft individuell noch nicht ausgeschöpft ist. Daran will der erfolgsorientierte und ehrgeizige Coach der Gievenbecker natürlich noch feilen. Ein wichtiger positiver Effekt der geringen Umstrukturierungen im Kader ist selbstredend, dass die Mannschaft sich kennt, und Weßels einfach da weitermachen kann, wo er vor wenigen Wochen aufgehört hat. Die in der letzten Saison antrainierten Automatismen werden schnell wieder greifen – ein klarer Vorteil, denkt auch Weßels.

"Brutaler Abstiegskampf"

Denn für den FCG, das stellt der Coach unmissverständlich klar, geht es in der Westfalenliga erstmal ums nackte Überleben. „Es wird für uns ein brutaler Abstiegskampf“, betont der Coach, „da lassen wir uns auch auf nichts anderes ein!“ Zwar sei die Landesliga 4, aus der die Gievenbecker kommen, „eine starke Liga. Aber wir haben auch beobachtet, wer aus der Westfalenliga wieder abgestiegen ist.“ Von Selbstüberschätzung nach einer glänzenden Saison keine Spur. Unabhängig davon, will Weßels weiter an seiner Fußball-Philosophie fest halten. „Sicher, wir werden uns auch etwas umstellen müssen“, weiß Weßels anhand der Kaliber, die in der neuen Spielklasse auf die Gievenbecker warten. Zudem ist mit Alex Leifeld eine der zentralen Figuren des FCG-Spiels nicht mehr dabei. Ob er nun die Position, respektive die Interpretation des Zehners, so wie der aus beruflichen Gründen abgewanderte Leifeld sie ausgefüllt hat, eins zu eins ersetzen wird, oder doch einen anderen Weg einschlägt, muss Weßels erst noch sehen. „Es gibt da schon Kandidaten für die Position“, meint der Coach, der Neuzugang Michael Fromme, aber auch einem Christian Keil, Nils Heubrock oder Moritz Knemeyer diese Aufgabe zutraut.

Coach Maik Weßels (h.l.) und Co-Trainer Henning Timpe (h.r.) mit ihren Neuzugängen (h.v.l.): Kieran Schulze Marmeling, Michael Fromme, Philipp Daldrup, Jan Knemeyer und (vorne v.l.) Robin Wellermann, Dennis Hungerberg, Jonas Dirksen und Burak Cetinkaya.

Regeneration wichtig

Weil die bereits im letzten Jahr beim FCG aktiven Kicker nur eine dreieinhalbwöchige Pause hatten, wird Weßels im Übrigen zunächst etwas unterschiedliche Trainingsprogramme mit den Neuzugängen abspulen. Denn Hausaufgaben – oder wie Weßels es formuliert „eine Pre-Vorbereitung“ - haben die „Alten“ nicht bekommen. „Bei der kurzen Unterbrechung ist für die Jungs doch jeder Tag Regeneration wichtig“, glaubt Weßels, „daher machen die Zugänge zunächst das volle Programm.“ Wohingegen die anderen ein sehr individuell abgestimmtes bekommen. Zweimal geht es für die derzeit 24 FCG-Kicker ins Trainingslager, bevora am 8. August die Saison mit dem Westfalenpokal, und eine Woche später mit dem ersten Meisterschaftsspiel beginnt. Dazu kommen noch der Tuja-Cup auf der FCG-Anlage und einige Testspiele.

"Schlafe auch auf der Anlage"

„Es wird eine schwierige Vorbereitung, aber wir werden schnell eng zusammenrücken“, ist sich Weßels sicher, und merkt an: „Wir haben mit den geringsten Etat in der Westfalenliga, daher ist diese Spielklasse auch das absolute Maximum für den FCG. Jetzt geht es darum, diese Klasse auch zu halten.“ Dass Weßels nun auch auf der FCG-Geschäftsstelle tätig ist, „ist bestimmt kein Nachteil“, so der Coach der scherzt: „Ab jetzt schlafe ich auch hier auf der Anlage.“ Zusammen mit dem FSJ-ler und Kaderspieler Nils Heubrock hat Weßels in den letzten drei Wochen schon organisatorisch viel Arbeit geleistet. Eine Grundvoraussetzung. Denn schließlich kommen nach Weßels´ Einschätzung nicht nur anstrengende Vorbereitungswochen auf seine Mannen zu, sondern auch eine verdammt harte Saison.

Lutz Hackmann

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