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Faszination Fotografie

Faszination Venner Moor: Larbi Hafid bevorzugt das Gebiet für seine Landschaftsfotografie. [Foto: Hafid]
„Schon als kleiner Junge“, erinnert sich Larbi Hafid, „stand ich fasziniert auf der Straße meiner Heimatstadt Fés, schaute den Männern mit den großen Kisten zu, wie sie aufbauten, herumhantierten, dann irgendwo draufdrückten und plötzlich ein Stück Papier mit dem Motiv in der Hand hielten, auf das sie gerade scharf gestellt hatten“.
Leidenschaft
Die Faszination des kleinen Larbi wurde zur Passion und schließlich zur Leidenschaft – er machte die Berufung zum Teil seines Berufs als Fachverkäufer in der Fotoabteilung des Kaufhauses Karstadt. Bis dahin allerdings war es ein weiter Weg: „Ich wollte ursprünglich in Paris Landwirtschaft studieren“, blickt der 62-Jährige zurück. Das klappte nicht – Hafid bekam kein Stipendium.
1972 in Münster
Er besuchte daraufhin 1972 einen Freund in Münster, der ihm wertvolle Tipps gab. „Ich nahm mein Leben in die eigenen Hände und arbeitete sieben Jahre lang in einem Antiquitätengeschäft am Spiekerhof“. Voraussetzung, in Deutschland zu bleiben und Zeit, die deutsche Sprache zu lernen: „Dann endlich konnte ich mich in den 80-er Jahren im Fotofachgeschäft Schmelter, das damals auf der Salzstraße firmierte, bewerben“, erinnert sich der Marokkaner.
"Mit verbundenen Augen"
In nur zwei Jahren avancierte er zum Einzelhandelskaufmann und wechselte dann zu Foto Köster. 1986 kam der Wechsel zu Karstadt: „Wir nehmen sie mit verbundenen Augen“, griff die Chefetage begeistert zu. Kein Wunder, nicht nur als Verkäufer, auch als Fotograf hatte Hafid bereits einen guten Namen. In erster Linie ist es die Landschaftsfotografie, die es ihm angetan hat: „Unglaublich viele Informationen, Stimmungen und Atmosphäre – vereint auf nur einem Bild fesseln mich immer wieder“, gesteht der Fotograf.
Larbi Hafid in Action: Vor allem die Landschaftsfotografie hat es dem begeisterten Amateurfotograf, der seine Bilder noch analog auf Diafilm bannt, angetan. Foto: Wolfram Linke
Sonnenaufgang
Vor allem das Venner Moor ist für ihn ein Anlaufpunkt – ein Sonnenaufgang in dieser Umgebung sei ein einmaliges Erlebnis. Und, erstaunlich genug: Larbi Hafid ist noch „analog“ unterwegs – liebevoll sortiert er regelmäßig seine Tausende von Dias, die beredt Zeugnis seines richtigen Blicks für Motive abliefern.
Ausstellungen
Seine Fotos zeigte er in zahlreichen Ausstellungen – unter anderem waren die Bilder bei den Stadtwerken unter dem Motto „Wasser – das Lebenselixier“, in der ehemaligen Postdirektion am Bahnhof („Farben und Formen“) sowie natürlich bei Karstadt, „Impressionen“, zu sehen. Hinzu kamen eine ganze Reihe an öffentlichen Dia-Vorträgen. Seine Fans können sich freuen - auch künftig plant Hafid Ausstellungen mit seinen Werken.
Makro und Porträt
Im Lauf der Zeit widmete er sich noch anderen Objekten: Mittlerweile beherbergt seine Sammlung auch einen großen Fundus an Makroaufnahmen und Porträts, die Hafid am liebsten auf Schwarz-Weiß-Film bannt. Entsprechend umfangreich ist seine Ausrüstung. Vom Weitwinkel ab 17 Millimeter bis hin zum Porträt-Objektiv ist er bestens ausgerüstet – nebenbei sammelt der Wahlmünsteraner zudem alte Kameragehäuse. Wen wundert´s, er saß ja mehr oder minder an der Quelle: „Die Kundschaft brachte uns immer die alten Fotoapparate und irgendwann habe ich angefangen, sie selbst zu kaufen“, schmunzelt er.
Fotoclubs
Vertrauen in sich selbst ist gut – ein wenig Kontrolle vielleicht besser: Hafid war auch Mitglied in den Fotoclubs „A la DIN“, „Lichtblicke“ und „ASA DIN A“, wo er durch den gegenseitigen Austausch ambitionierter Fotografen viele Inspirationen sammeln konnte.
Digitalkamera
Seit rund eineinhalb Jahren ist Larbi Hafid in Rente – für ihn aber kein Grund die Hände in den Schoß zu legen, im Gegenteil: Wenn sich die Gelegenheit bietet, hat er die Kamera sofort zur Hand – so wie nach Weihnachten: Die Türkei ist das Ziel, und die Ausrüstung kommt mit. „Dann werde ich aber eine Digitalkamera mitnehmen, die Qualität ist ja inzwischen nicht schlecht“, gibt er sich frotzelnd der modernen Technik geschlagen.
Melden Sie sich!
Sie sind ein ambitionierter münsterscher Amateurfotograf, haben daheim kleine optische Kostbarkeiten liegen und keine Möglichkeit, sie der Öffentlichkeit zu präsentieren? Ungewöhnliche Perspektiven, fantastische Farben, kuriose Situationen, magische Welten, furiose Fotos – wir zeigen sie. Melden Sie sich – wir stellen Sie und ihre Fotos vor. Interessierte können sich per E-Mail unter foto@echo-muenster.de gerne bei uns melden.
Wolfram Linke
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