13 quirlige Edrmännchen bieten Nashorn-Nachbarn Unterhaltungsprogramm

Staunen und Neugier auf beiden Seiten: Was ist das denn für ein Tier? Als neue Nachbarn grüßen Nashörner und Erdmännchen. [Foto: Maleska]
„Sind das etwa die Erdmännchen, die so bellen?“ Der Besucher des Allwetterzoos kommt aus dem Staunen nicht heraus. Das, was die Schleichkatzen da von sich geben, klingt wirklich wie das Gekläff eines Mini-Terriers. Der Grund der Aufregung ist auch nicht zu übersehen:
Ein riesiger, grauer Schädel mit Horn drauf hat sich in unmittelbarer Nähe ins Sichtfeld geschoben. Dass eine Glasscheibe die Erdmännchen von den imposanten Nashörnern schützt, können die ewig wuselnden Tiere noch nicht wirklich glauben. Sie sind nämlich ganz neu hier.
Aus dem Umzugskarton ins Buddel-Kletter-Paradies
„Umzug ins neue Winterquartier“, lautete die Parole für Papa, Mama und elf Kinder unterschiedlichen Alters. Vier junge Erdmänner blieben noch in der alten Anlage, weil sie im Januar an den Tiergarten Straubing abgegeben werden. Und als die 13 kleinen Räuber neugierig aus ihren Transportkisten (in die sie mit Geduld, Tricks und dreimal Fangnetzeinsatz hinein bugsiert worden waren) lugten, konnten sie eigentlich nur zufrieden sein: 30 qm goldgelbe Sandfläche in der Nashornhalle, beschienen von einem Wärmestrahler und Sonne durch die Dachluken, Stämme und Steine zum Klettern und warme Höhlen, um sich darin zu verstecken. Das Beste: Das ganze Gehege ist durch bis zum Boden reichende, große Glasscheiben begrenzt, so dass man sich sogar den kleinen Menschennachwuchs einmal in Gänze anschauen kann. Oder war´s umgekehrt gedacht? Egal, erste Aufgabe der Erdmännchen: Umgestaltung der Anlage nach eigenen Vorstellungen.
Schöner wohnen
Pressereferentin Ilona Zühlke berichtet: „Sie buddeln an allen erdenklichen Stellen Löcher und bringen Sandklumpen, Steine oder auch einmal ein Schraube zu Tage.“ Einen Fluchtweg werden sie aber nicht finden, „unter der etwa 60 cm tiefen Sandschicht hält sie ein eigens eingebauter Grabschutz auf. “
Die Tierpfleger beobachten gespannt, ob die Erdmännchen noch anfangen, in der Halle nach Greifvögeln Ausschau zu halten. Gerade das „Männchenmachen“ beim Wachen hatte das Publikum ja so entzückt.
Das Paradies kommt noch
Spätestens in der Außenanlage unter freiem Himmel wird es sicher wieder Aufpasser geben. Bis zum Frühjahr wird noch daran gebaut. Ein Erdmännchen-Paradies auf 460 qm Fläche gilt es dann zu erobern. Mit etwas Glück könne Zoobesucher dann sehen, wie das „Erdweibchen“ seine Jungen aufzieht. Der Clou der neuen Außenanlage ist ein Besuchertunnel mit eingebautem Fenster, das einen Blick in die Schlaf- und Kinderstube der Tiere erlaubt. Diesen Komfort verdanken Besucher und Erdmännchen zum Teil dem Zoo-Verein, der sich am Neubau der Anlage mit 70 000 Euro beteiligt hat.
Klaudia Maleska
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