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Kultur- und Kongresshalle: Profs melden sich zu Wort

Profs vor dem Schloss

Magentafarbene Demo pro Kultur- und Kongresshalle vor dem Schloss. [Foto: Clauser]

[23.04.2008 | Münster | SCL]

Lange haben sie sich vornehm zurückgehalten in der Debatte um die Kultur- und Kongresshalle. Für manchen Beobachter viel zu lange. Gestern ließen sich Münsters Hochschullehrer dann nicht mehr länger bitten und demonstrierten vor dem Schloss für das Projekt.

Geschätzt 60 Professoren bekannten sich durch ihre pure Anwesenheit zum Motto „Wir wollen die Halle für alle.“ Und zogen nach dem üblichen Fotoshooting in gewohnter Eloquenz vom Leder.

Unsägliche Diskussion

So wie der Historiker Prof. Peter Funke. Für ihn ist die Diskussion über Sinn und Unsinn der Halle schlicht unsäglich und provinziell. Wenn Münster mithalten will im Wettbewerb der Hochschulstandorte, da ist er mit Prof. Hans Schöler als Chef des Max-Planck-Instituts einig, dann muss ein vernünftiger Rahmen für mittelgroße Kongresse für 500 bis 1000 Teilnehmer geschaffen werden.

"Fühle mich an die DDR erinnert"

Dass die Stadt in den 90er Jahren mit ihrer Investition in das Kongresszentrum Halle Münsterland völlig schief gelegen hat, will Wirtschaftsinformatiker Prof. Heinz Lothar Grob nun nicht gerade behaupten. Aber die Internationalisierung im Wissenschaftsbereich schaffe eindeutig neue Bedarfe, denen Münster Rechnung tragen müsse, um konkurrenzfähig zu bleiben.

Kollege Hans-Michael Wolffgang wird mit Blick auf die Halle Münsterland noch deutlicher: Er fühle sich an die DDR erinnert, erklärt der Steuerrechtler. „Da macht man ein Geschäft auf, aber es kauft keiner ein.“ Neben dem als unzureichend empfundenen Ambiente am Albersloher Weg kritisieren die Professoren vor allem die fehlenden Möglichkeiten zur Simultanübersetzung.

Symbiose von Kunst und Kultur

Für den Gedanken der Begegnung von Kunst und Wissenschaft kann sich Dr. Ursula Franke begeistern. Als Gründungsmitglied des Senatsausschusses für Kunst und Kultur bedauert sie nach wie vor, dass das Kulturforum Westfalen nicht realisiert werden kann. Aber wenigstens für die Kultur- und Kongresshalle sollte sich nach ihrem Wunsch eine Mehrheit finden.

Den Gedanken, das sich Münster den Beitrag von 12 Millionen Euro nicht leisten kann, wischen die Akademiker vom Tisch. Die Schaffung einer angemessenen Infrastruktur sei als Investition in Münsters Zukunft schlichtweg unabdingbar, so ihre Position.

Stefan Clauser

Einig pro Halle: Professoren Funke, Schöler, Wolffgang, Grob (v.l.). Foto: Clauser

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