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Hallengegner: "Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit uns hat gefehlt"

Porträt Rainer Bode

Stolz auf den von der Bürgerinitiative gemeinsam angestoßenen Diskussionsprozess: BI-Sprecher Rainer Bode [Foto: PR]

[25.04.2008 | Münster | HH]

„Wir sind schon stolz darauf, einen solchen Diskussionsprozess angestoßen zu haben“. Rainer Bode und seine Mitstreiter aus der Bürgerinitiative gegen die städtische Finanzierung der Kultur- und Kongresshalle ziehen ansonsten eine durchwachsene Bilanz des „Wahlkampfs“: „Uns hat die Bereitschaft der Befürworter zu einer kontroversen Auseinandersetzung gefehlt“.

Eskalation und Polarisierung hätten sich nach Ansicht des Sprechers der Initiative gerade in den letzten Wochen in den Vordergrund geschoben und der Qualität der Debatte durchaus geschadet. „Ohnehin wäre es uns lieber gewesen, wenn der Rat im Oktober nicht durch seinen Grundsatzbeschluss dafür gesorgt hätte, dass Bürgerbegehren und -entscheid notwendig wurden“, geht Bode auf Vorwürfe ein, die Entscheidung komme zu früh angesichts der relativ geringen Ausreifung des Projektes. „Aber es gab zu dem Zeitpunkt dann keine Alternative!“.

"Signale sprechen für einen Erfolg"

Durchaus zuversichtlich schauen die Gegner der Musikhalle auf den Sonntagabend. „Die Signale sprechen für einen Erfolg“, so formuliert Bode vorsichtig. Doch auch, wenn sich die Mehrheit für den Bau entscheiden sollte, bringe das keine Spaltung der Stadtgesellschaft mit sich, so findet auch Hannelore Wiesenack-Hauß (UWG) aus dem BI-Vorstand. „Aber viele Bürger haben in Gesprächen mit uns ihre Genugtuung gezeigt, dass dieses Instrument der direkten Demokratie ihnen die Meinungsäußerung gestattet“. Die Politik müsse – so oder so – ihre Lehren für die Zukunft daraus ziehen: „Die Entwicklung der Stadt muss mit Mut, aber eben nicht mit Übermut weiter gehen“, finden die Mitglieder der Initiative, die nach dem Bürgerentscheid zunächst aufräumen wollen („wir sind mit den Plakat-, Papier- und anderen Ressourcen verantwortlich umgegangen“), dann die Auflösung der BI in die Wege leiten und schließlich während der gemeinsamen Wahlkampfzeit gewachsene Arbeitszusammenhänge für künftige punktuelle Zusammenarbeit nutzen wollen.


Dass sich „kurz vor Toresschluss“ nun noch Universitäts-Professoren („endlich haben sie sich aber überhaupt mal zu einem kommunalpolitischen Thema geäußert!“ kommentiert AStA-Referent Jörg Rostek) oder Künstler wie z. B. Götz Alsmann äußern, findet Rainer Bode ebenso halbherzig wie die verpasste Architektur-Debatte, zu der er die Kreativen nicht aus dem Versteck habe locken können. Dafür seien gerade junge Menschen an der Arbeit der Initiative sehr interessiert gewesen.

"Vor den Kopf gestoßen"

Ein bisschen verbittert und müde nach der langen Wahlkampfzeit zeigte sich zwar der Initiativen-Sprecher, nicht zuletzt aber wohl auch, weil die Hallenbefürworter die Gegner in die „Nicht-Kultur“-Ecke geschoben hätten – „der Slogan ,Kaff statt Kapitale‘ habe aber auch etliche Münsteraner vor den Kopf gestoßen, die sich in vielerlei Weise für diese Stadt einsetzten.

Heike Hänscheid

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