
Pastoralreferentin Cornelia Bolle-Severin, Pfarrer Hans-Gerd Paus und Pfarrer Klaus Evers (v.l.) verabschieden sich im Sommer von der St. Benediktgemeinde. [Foto: PR]
Er geht mit einem weinenden Auge. Das gibt Pfarrer Hans-Gerd Paus ohne Umschweife zu. 15 Jahre Dienst in seiner Gemeinde streift man nicht so einfach ab.
Aber – und auch das sagt er offen: Gerade die vergangene Zeit hat ihn viel Kraft gekostet, Kreativität ist in der hohen Arbeitsbeanspruchung einfach auf der Strecke geblieben. Ja, es sei sehr still gewesen in den Gottesdiensten der St. Benedikt-Gemeinde, nachdem Pfarrer Hans Gerd Paus den Gemeindemitgliedern mitgeteilt hatte, dass Ende August das komplette Seelsorgeteam die Pfarre verlässt.
Nach 15 Jahren etwas Neues
„Natürlich gibt es jetzt jede Menge Vermutungen und Interpretationen“ wissen er und Pastoralreferentin Cornelia Bolle-Severin einzuschätzen, was sich in den drei Gemeindeteilen rund um St. Margarata, St. Konrad und die Dyckburg-Kirche derzeit tut. „Dabei trage ich mich schon länger mit dem Gedanken, nach fast 15 Jahren etwas Neues zu beginnen“, sagte Paus im Gespräch mit Medienvertretern heute Abend. Er habe auch bereits eine Wunsch-Pfarrei im Auge, in der er voraussichtlich ab Sommer 2009 arbeiten werde.
Zufällig zeitgleich
Dass der vicarius cooperator, Pfarrer Klaus Evers, aus Gesundheitsgründen Ende August in den Ruhestand tritt und die Pastoralreferentin, die seit 2001 in der damals noch selbstständigen Gemeinde St. Margareta arbeitet, eine Stelle in der Schulseelsorge am Bischöflichen Mädchengymnasium Marienschule antritt, sei eher zufällig zeitgleich.
Schock, wenn nun auch noch das Team geht
Turbulente Zeiten haben die drei Gemeinden hinter sich, die Pfingsten 2007 zur Gemeinde St. Benedikt fusionierten. „Da ist es natürlich erst ein Schock, wenn das gewohnte Team nun nach all den Veränderungen, dem Loslassen, den Verlusten und den Neustrukturierungen auch noch geht“. Cornelia Bolle-Severin aber sieht es genauso wie Pfarrer Paus: „Ein neues Team kann unbelastet anfangen“. Niemand habe Erwartungen an die Nachfolger, die eben nicht die (Vor-)Geschichten rund um die Fusion mitbringen.
"Emotional betroffen"
Über die Neubesetzung der Seelsorgestellen in der 6000 Mitglieder starken Gemeinde in Münster Ost sei er nicht informiert, so der 51-jährige Geistliche, der langsam beginnt, seinen Hausrat zu sortieren und auf- und auszuräumen. „Ich bin froh, dass die Entscheidung nun bekannt geworden ist – wenn man emotional so betroffen ist, ist es schwierig, das für sich zu behalten“.
Heike Hänscheid