
Ausgewogen sollen die Teemischungen sein, die Andreas Unger vie Internet anbietet. [Foto: Kutzendörfer]
Die vielen Tassen Kaffee, die er täglich trank, waren ihm irgendwann zuviel. Er war bereit umzudenken. Als Andreas Unger dann für die Freundin in Münster keinen Weihnachtstee ohne Zimt fand, war die Idee geboren: Tee muss her, den sich jeder ganz nach individuellem Geschmack mixen kann.
"Ich möchte Tee verkaufen – und der Kunde sagt, was rein soll“, fasst Unger die Geschäftsidee zusammen, mit der er in Kürze unter "All my Tea" [1] an den Markt gehen will. Im Internet soll sich jeder seine eigene Mixtur zusammenklicken können.
Marktforschung mit Teepartys
Zahlreiche Teepartys mit Freunde sind der Umsetzung der Idee vorausgegangen. „Ich hab natürlich viel zu dem Thema gelesen. Dann hab ich mir Kataloge von Großhändlern schicken lassen und bestimmt 1000 Rezepte studiert“, sagt Unger. Am Ende hat der Softwareentwickler den Rechner „drüberlaufen“ lassen, um herauszufinden, welche Zutaten kombinierbar sind. Wir haben auch viele Mischungen in meiner Hexenküche ausprobiert.“ Bis das Konzept stand.
Monosorten sind die Basis
Als Basis dienen Monosorten wie verschiedene schwarze und grüne Tees, Roibush- oder Lapacho Tee. Dann kommen die Zutaten: Kräuter und Blüten, Trockenfrüchte wie Ananasstücke und Heidelbeeren. Nicht zu vergessen Extras wie Nüsse oder rosa Pfeffer. Schließlich das Aroma. Auch hier die freie Auswahl: Neben traditionellen Aromen sind auch die Geschmacksrichtungen Amarenakirsche, Caramel, Caipirinha, Cocos, Sahne mit dabei.
Vorgabe: 100 Rezepte
Was fängt man an mit so vielen Zutaten? „Wir geben auf unserer Internetseite etwa 100 Rezepte erst einmal vor“, erläutert Unger. Mit ihnen tastet man sich langsam vor. „Cylon-Tee mit Orangenschalen und Rosenblumenblüten geht gut“, weiß er. Wenn Zutaten nicht gut miteinander harmonieren, geht im Internet automatisch der Daumen runter.
Hoch geht er bei grünem, zu kleinen Kügelchen gerollten Gunpowder-Tee mit Sonnenblumen- und Rosenblütenblättern mit Cardamon-Aroma. Das beschert einen dann die “Arabische Nacht“. Roibush-Tee, Kakaokerne, rosa Pfeffer, Kokosraspeln, Schoko-, Caramel- und Sahnearoma sind auch nicht zu verachten. Denn dann befindet man sich auf „Wolke 7“.
Mit im Angebot: Orientierung
Denn Namen gibt es für die Mixturen selbstverständlich auch. Für rund sechs Euro pro 100 Gramm Tee plus Versandkosten kommen die Kreationen, hergestellt mit Hilfe von fünf Lieferanten, größtenteils aus Norddeutschland, ins Haus. Unger ist überzeugt, dass seine Geschäftsidee, die in der Form wohl die einzige am Markt ist, ankommt. „Die Leute wollen heutzutage wissen, was sie konsumieren.“
Und bei dem Überangebot auf dem Lebensmittelmarkt bräuchten sie Orientierung, um zurechtzukommen und legten Wert auf Qualität. All diese Anforderungen erfülle „All my Tea“. Zuversicht ist bei dem Jungunternehmer allemal da.
Nur einmal, so Unger, habe er danebengelegen. Als er mit Freunden einen Chili-Tee komponierte – mit Chili-Armonen und rosa Pfeffer. „Danach ging gar nichts mehr.“
Andrea Kutzendörfer
Links:
[1] http://www.allmytea.de