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Preußen erleben "erschreckenden" Spielverlauf

Anzeigetafel

Tatsache: Leverkusen eins, Münster null. [Fotos: Austermann]

[31.10.2009 | Münster | TA]

Noch mehr Offensivspieler kann man am Ende kaum auf dem Rasen haben. Nicht immer aber entscheidet die nominelle Struktur einer Elf. Der SC Preußen bekam die Partie in Leverkusen auch mit drei Stürmern nicht mehr gedreht. Das 0:1 geht als Minuspunkt in die Leitungsbilanz ein, denn Bayers Bubis waren keinesfalls ein starker Gastgeber.

Die reale Verteilung der Spielanteile durfte Trainer Ulf Kirsten egal sein. „Die Punkte nehmen wir mit. Wir wollen keinen Schönheitspreis, wir müssen gegen den Abstieg punkten.“ Erstmals seit eineinhalb Jahren spielte Bayer mal wieder daheim – in der Heimbilanz stehen für das regulär im Kölner Süden kickende Teams bereits vier Dreier.

Schmidt: „Klar besser!“


Kirsten fand die Preußen gut. „Kompakt, diszipliniert und immer ihrer Aufgabe treu“, erlebte er die Elf, die geschlagen wurde. Nie und nimmer, sprudelte es später Roger Schmidt heraus, „hätten wir hier verlieren dürfen. Wir waren das klar bessere Team, Bayer war doch erstaunlich harmlos.“ Nur der feine Freistoß von Björn Kluft zeugte von Format. Der Schuss saß nämlich.

Stimmt haargenau, was Schmidt sagte, aber diese Harmlosigkeit auch eines fähigen Stürmers wie Richard Sukuta Pasu nutzten die Preußen nicht aus. Ein Manko, vielleicht eine Schwäche im Teamcharakter, „erst dann die Zweikämpfe zu suchen, wenn man mit dem Rücken zur Wand steht.“

Schmidt sah genau diese Eigenschaft in Essen und jetzt im zweiten Auswärtsspiel binnen einer Woche wieder. Nur stand den Preußen das Trefferglück der Nachspielzeit diesmal nicht zur Seite. Keeper Buchholz war wieder vorne bei der letzten Ecke, aber diesmal kam er nicht an den Ball. Bayers Bollwerk hielt dem letzten Anrennen stand.


Foulspiel im Vorwärtsgang: Marc-Andre Nimptsch (l.) legt den "Sechser" Leonardo Lima Robeiro in der BayArena.

„Eine Halbzeit verschenkt“

Die früher wegen ihrer technischen Fertigkeiten auch bei hohem Tempo gelobten Leverkusener zeigten wenig von dem, was man einer Zweiten zubilligt. Das war zeitig abzusehen, „aber wir haben schon die erste Halbzeit verschenkt, es mangelte doch an Entschlossenheit.“ Und damit an einer Qualität, die eine personell bestens ausgestattete Elf im Rennen gegen den Punktrückstand partout zeigen muss. „Das ist schon erschreckend, dass Bayer dieses Spiel durch eine Standardsituation entscheiden durfte“, schüttelte sich Schmidt.

„Wissen, wo das Tor steht“

Wirklich zielstrebig, richtig entschlossen, heiß oder gallig oder wie auch immer zeigten sich die Preußen nicht auf breiter Linie. „Man muss wissen, wo das Tor steht“, suchte Schmidt die Zielstrebigkeit. Und fand sie nicht. „Viel zu oft quer und zurück“, sah er die Preußen agieren. „Hier muss man mehr Druck ausüben und mehr Torszenen produzieren.“

Neun Punkte sind happige viele - dieser Brocken liegt jetzt zwischen Münster und Lotte. Frappierend konstant ziehen die Sportfreunde durch die Serie, das nötig Respekt ab. Die Walpurgis-Truppe hat noch kein einziges Spiel verloren, Münster schon fünf. Und hat Samstag im Heimspiel, dem die Eckdaten zu einem richtigen Schlagerspiel jetzt fehlen, ganz alleine den Druck. „Das ist alles nicht gut“, sinnierte Schmidt.

Thomas Austermann

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