
Dr. Wolfgang Schneider, Leiter des Drogenhilfevereins Indro e.V. [Foto: PD]
Zu der Debatte um die Äußerungen von Münsters Polizeipräsident Hubert Wimber zum Thema Drogenkonsum äußert sich jetzt auch Dr. Wolfgang Schneider, Leiter der münsterschen Drogenhilfevereins Indro e.V. Er stärkt Wimber den Rücken: Die Diskussion über die Erfolglosigkeit der gegenwärtigen Drogenverbotspolitik sei dringender denn je.
„Der Polizeipräsident Münsters fordert eine längst fällige Diskussion über eine Innovation der gegenwärtigen Drogenverbotspolitik. Forderungen übrigens, die viele Fachleute aus Wissenschaft und Praxis, der Indro-Verein sowie akzept NRW, der Landesverband für akzeptierende Drogenarbeit und humane Drogenpolitik, seit Langem stellen“, sagt Schneider. Er sei sich sicher, dass durch einen entkriminalisierten Drogenkonsum auch die Rechtssicherheit für alle Beteiligten erreicht werden könne: Für Konsumenten, für die Drogenhilfe und für die Polizei.
Härteste Maßnahme
„Den Gebrauch und Missbrauch von illegalen Drogen wird es in einer Konsumgesellschaft immer geben. Dies kann jedoch kein Grund sein, mit der härtesten Maßnahme, die einem Staat zur Verfügung steht, nämlich dem Strafrecht, darauf zu reagieren und somit Jugendliche und Erwachsene als Kriminelle abzustempeln“, argumentiert der Fachmann. Die Illegalisierung nicht nur von Cannabis schaffe erst die Probleme, die eigentlich bekämpft werden sollen.
Pädagogik, Psychologie und Medizin
„Konsumiert wird so oder so, ob es verboten ist oder nicht. Problematischer Drogenkonsum ist ein Thema für Pädagogik, Psychologie und Medizin, nicht aber für das Strafrecht“, betont Schneider. Er fordert Aufklärung statt Verbote: „Nur so ist ein vertrauensvolles Erreichen von Jugendlichen, die Drogen bereits konsumieren, möglich.“