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Preußen mit dem Tunnelblick zu den "Rheinlöwen"

Matlik

Arthur Matlik (l.) war im 3:1-Hinspiel auch auf die Weise nicht zu bremsen, die Bonns Offensivspieler Dalibor Karnay hier im Zweikampf wählt. [Foto: Sven Hänscheid]

[12.03.2010 | Münster | TA]

In Verl, Worms und Elversberg wird es wieder nichts mit Regionalliga-Fußball. Der 24. Spieltag ist der nächste zerrissene – wann kann man mal wieder eine verwertbare Bilanz aus der Tabelle lesen? Auch die Preußen müssen sich per Tunnelblick ans Werk machen und am Sonntag (14 Uhr, Sportpark Nord) beim Bonner SC bestehen, der sich als schwer zu bespielender Konkurrent in den Weg stellen wird.

SCP-Scout Harald Menzel überzeugte sich live davon beim 1:1 der „Rheinlöwen“ in Essen, ihrem elften Unentschieden, und berichtete Trainer Roger Schmidt. „Bonn hat weniger Spiele verloren als wir“, wertet der Coach die Zahlen [1] aus. Und denkt vor dem 22. Spiel nicht mehr an das siebte der Saison, das Münster nach 0:1 noch 3:1 gewann und das Bonn selbst als bisher schlechteste Leistung wertete.

Dynamik gegen Robustheit  

Schmidt ahnt, dass seine Elf es „mit körperlicher Präsenz und Erfahrung“ des Gastgebers zu tun bekommt. „Bonn ist schwer zu knacken – für uns geht es um Ballgewinne und schnelles Umschalten.“ Was Münster an Robustheit fehlt, soll es durch Dynamik und Schnelligkeit wett machen. „Wir werden aus unserer Elf keine Zweikampfmaschine machen, das wollen wir auch gar nicht. Wir haben andere Tugenden, mit denen wir uns behaupten können.“

Wie beim 2:1 gegen Lauterns Zweite sollen die Adlerträger ihre Kompaktheit im 4-2-3-1-System entfalten, also mit Sercan Güvenisik vorne drin und Mehmet Kara zentral dahinter. Die Verantwortungsträger sind in diesem taktischen Geflecht mit Defensivaufgaben nicht so belastet – es liegt an ihnen, daraus Kapital zu schlagen.

Özkaras Mitwirken fraglich


Im letzten Heimspiel feierte Marc Lorenz (Foto l.) ein Comeback auf der linken Seite und agierte wirkungsvoll, bis die Kraft nachließ. Das 1:0 legte er Orhan Özkara auf, dessen Mitwirken jetzt fraglich ist. „Er ist fit und beschwerdefrei, hat aber erst Donnerstag wieder richtig trainiert“, kann ein Wechsel vor der Abwehr nötig sein.

Massimo Ornatelli oder Arthur Matlik, dessen Abwehrstelle Jens Grembowietz einnehmen könnte, stehen parat. David Lauretta nicht, denn er muss links in der Abwehr den weiterhin verletzten Jens Wissing ersetzen. Der künftige Bundesligaspieler wird nach dem zweiten Schlag aufs Sprunggelenk die Blessur richtig auskurieren müssen. „Jens kann am Lauftraining teilnehmen, mehr nicht.“

Zwei Heimspiele 


Mit dem Freitagspiel gegen die Kölner FC-Zweite (19. März) beginnt für Münster die wichtige Phase per Englischer Wochen. Der zurzeit neun Punkte bessere Erste Saarbrücken kommt am 23. März an die Hammer Straße – bis dahin will der SCP den Abstand am liebsten verkürzt haben. Die Chance ist da, allen Unkenrufen und aller ermüdenden Skepsis zum Trotz eine spannende Situation mit besserer Konstellation zu schaffen.

Bonn baut Abwehr um

Zum Spiel im Sportpark Nord muss Bonn die zuletzt sehr sattelfeste Viererabwehr umbauen. Außenverteidiger Canizales ersetzt links den am Knie verletzten Nachtigall, auch Innenverteidiger Wiwerink hat das 1:1 in Essen nicht unbeschadet überstanden und gilt als Wackelkandidat. Den Punkt an der Hafenstraße nahm der SC als Erfolg wahr. „Spielerisch hat Essen keine Lösung gefunden“, sagte Joachim Hopp dem Bonner Generalanzeiger.

Was die Preußen vermeiden konnten, hat für Bonn Gültigkeit: Schon Mittwoch (in Elversberg) und Freitag (in Lotte) geht es weiter im Programm.

Thomas Austermann

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