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USC dreht das Match - 3:2 in Aachen

Degi

Gegen einen Aachener Dreierblock setzt sich Münsters Angreiferin Barbara Degi durch. [Fotos: Sven Hänscheid]

[13.03.2010 | Münster | LUH]

Der USC Münster schwimmt weiter auf der Erfolgswelle: Das Bundesliga-Team von Trainer Axel Büring drehte am Samstagabend bei Alemannia Aachen einen 0:2-Satzrückstand in einen 3:2-Sieg. Die erheblich ersatzgeschwächten Münsteranerinnen gewannen am Ende mit 13:25, 21:25, 25:19, 25:16 und 25:11 ).

Comeback von Andrea Berg

In der Kaiserstadt hatte USC-Trainer Axel Büring wie berichtet nur einen Kader mit acht Akteurinnen zur Verfügung. Neben Sina Fuchs, Kim Behrens, Rebecca Schäperklaus und Cinja Tillmann, die allesamt ihren Verpflichtungen bei den Westdeutschen Jugendmeisterschaften in ihren Stammvereinen nachkamen, fällt Michaela Jelinkova mit Pfeifferschem Drüsenfieber längerfristig aus. Am Freitag musste auch noch Ines Bathen (Magen/Darm) passen, sodass es in der Halle an der Neuköllner Straße zu einem echten Comeback kam: Kapitänin Andrea Berg kehrte nach 17-monatiger Leidenszeit infolge eines Kreuzbandrisses für mehrere Ballwechsel aufs Feld zurück. Als einzige Wechselspielerin.

Um so höher bewertete Büring den fünften Sieg in Serie: „Wenn man nach einem 0:2 und eigentlich nur sieben Leuten so zurückkommt und das Spiel dreht, dann ist das ein Sieg des Willens. Für mich steht dieses 3:2 auf einem Niveau mit unseren Erfolgen in Suhl und gegen Schwerin!“

Klatsche im ersten Satz

Doch zunächst hatten die Münsteranerinnen arg zu kämpfen beim Drittletzten. Vor 1050 Zuschauern, gut 100 davon aus Münster, kam der USC schwer ins Spiel, verschlief den ersten Durchgang komplett. Neben Zuspielerin Kathi Holzgreve begannen die noch leicht angeschlagenen Gwen Horemans und Lea Hildebrand, dazu Barbara Degi, Maren Brinker, sowie Teresa Mersmann aus der USC-Reserve. 4:8 stand es bei der ersten Technischen Auszeit, dann ließen die Aachener mit der Ex-Münsteranerin Anika Brinkmann in ihren Reihen eine 14:5-Serie folgen. Nach nur 20 Minuten bejubelten die Alemannen-Fans das 1:0 ihrer „Ladies in Black“.

Axel Büring mit klarer Ansage in Richtung Teresa Mersmann.

Alemannen auf Siegerkurs

Und es sah ganz so aus, als sollten die Gastgeberinnen das 3:0 aus der Vorsaison wiederholen können. Denn auch wenn die Westfälinnen nach dem ersten Seitenwechsel bis zur zweiten Technischen Auszeit gleichauf lagen, gehörte der Schlussspurt eindeutig den Aachenerinnen. Nach 20:17 und 24:20 sicherte sich die Alemannia im zweiten Satzball die komfortable 2:0-Führung.

USC beißt sich zurück

Für Aachens Coach Stefan Falter mag der Vorsprung im Nachhinein zu komfortabel gewesen sein. Nach 10:7 ließen die Gastgeberinnen es kurz ein wenig zu locker angehen, der USC war blitzschnell da und fast unmittelbar platzte der Knoten bei den Unabhängigen. Auf einmal lief es rund beim Rekordmeister. „Da haben wir uns in die Partie zurückgebissen“, formulierte es später Büring. Wenig später stand es bereits 19:14 für Münster, ganz souverän fuhren die Gäste nicht nur den dritten, sondern auch den vierten Abschnitt ein. Es war angerichtet für den Tiebreak.

Zwischenspurt entscheidet

Eine kurze Phase entschied hier das Match. Nach 4:4 legte der USC vier Ballpunkte zwischen sich und den Herausforderer, bei 8:4 wurden die Seiten gewechselt. Bis zum Schluss hielten sich die Münsteranerinnen in einem spannenden, aber selten hochklassigen Spiel die Alemannen vom Leib. Nach 117 Minuten war der elfte Saisonsieg für den USC perfekt.

Das Comeback von Andrea Berg hatte Büring bereits Mitte der Woche als Plan B im Hinterkopf. Seine Kapitänin erntete Lob vom Coach: „Ihre Präsenz auf dem Feld hat sofort geholfen.“ Doch auch Teresa Mersmann überzeugte den Trainer – und das auf der für die 19-Jährige ungewohnten Außen/Annahme-Position. Doch für entscheidend hielt Büring die Energieleistung bei Rückstand im dritten Satz. „Die Mannschaft hat eine Niederlage nicht akzeptieren wollen. Wir haben dagegen gehalten und damit Aachen unsicher gemacht“, frohlockte Büring, der vor dem Tiebreak seinen Mädels eines mit auf den Weg gab: „Wir haben uns in die Position gebracht, das Spiel wieder offen zu gestalten. Jetzt wollen wir auch die Beute, die Punkte, mitnehmen!“

"Besonderer Sieg"

So kämpfte sich Münster, personell aus dem letzten Loch pfeifend, mit viel Energie zu „einem ganz besonderen Sieg“ (Büring). Auch den Amelsbürener haben die letzten Wochen Kraft gekostet. „Das war schon ganz schön anstrengend“, gestand der 42-Jährige, der sich jetzt getrost eine zweitägige Auszeit verordnen konnte.

Lutz Hackmann

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