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Gute Aussichten für ein glückliches Nashornleben

Nashorn schaut sich durch den Zaun die Baustelle an

Von wegen schnell nervös - neugierig sind dieNashörner. Sieht man doch. [Foto: Kutzendörfer]

[04.12.2007 | Münster | KUT]

Harry hat Stress mit Emmy und Vicky. Am liebsten würde er den beiden Damen aus dem Weg gehen. Das kann er bald, denn das Außengehege der Nashörner im Allwetterzoo Münster wird zurzeit vergrößert.

"Wir verdoppeln die bisherige Fläche fast. Es wird eine riesige Anlage, die den Tieren deutlich mehr Bewegungsfreiheit bringt“, erzählen Zoo-Sprecherin Ilona Zühlke und Kurator Dr. Dirk Wewers. Auf 3500 Quadratmetern, aufgeteilt in drei Bereiche, können es sich die Breitmaulnashörner bald so richtig gut gehen lassen. Bagger und Transporter sind bereits angerückt. Und obwohl alles Neue die bis zu drei Tonnen schweren Tiere schnell nervös macht, stehen Vicky, Emmy und Harry immer wieder am Gatter, das sie von der Baustelle trennt, und beäugen das Geschehen.

Neugierig auf die neue Anlage

„Sie sehen nicht gut“, erzählt Wewers. „Dafür hören sie umso besser.“ Der Baulärm scheint die ruhigen Gesellen aber nicht zu stören. Immer wieder pendeln Emmy und Vicky zwischen alter und neuer Anlage. Folgt Harry, wird er verscheucht.

Die Nashörner neugierig an der Baustelle
Im Frühjahr sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Auf die Schwergewichte warten dann auch ein überdachter Platz zum Ausruhen und eine größere Suhle. „In einem Bereich mit höherer Begrenzung können die Nashörner dann auch draußen schlafen. Im Sommer tun sie das bestimmt“, sagt Wewers. Aber auch der Zuschauer soll von der Investition profitieren. Eine Aussichtplattform und drei Besucherbuchten ermöglichen einen Blick auf die imposanten Tiere.

Mit den Erdmännchen Auge in Auge

Als Nachbarn im neuen Zuhause werden die Nashörner die Erdmännchen begrüßen können. Für sie, die sich bislang mit 32 Quadratmetern neben dem Tropenhaus begnügen mussten, entsteht zurzeit neben der Nashornhalle eine 500 Quadratmeter große Fläche. Auf einer eigens für sie angelegten „Autobahn“ können die Erdmännchen bei Bedarf vom im Innenbereich nach draußen flitzen, wo Besucher sie auf einem abwärts führenden Weg auf Augenhöhe durch große Scheiben beobachten können.

Fehlt noch ´ne Nette für Harry

Die Kosten für Nashorn- und Erdmännchenanlage liegen bei 500 000 Euro.
Vorab gilt aber noch für alle, im alten Zuhause klar zu kommen. Für Harry würden wir gerne ein Tier finden, das mit ihm klarkommt“, sagt Wewers. Natürlich ein Weibchen, denn der Zoo hofft auf Nachwuchs, nachdem Emmy ihre beiden Jungen nach der Geburt getötet hat. „Wir warten auf ein Signal aus dem internationalen Zuchtprogramm, an dem wir beteiligt sind.“ Bis dahin muss der Bulle eben sehen, dass er sich schleicht, wenn seine beiden Mitbewohnerinnen im Anmarsch sind.

Andrea Kutzendörfer

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